Unterwegs zu Fuß

Behrnsche Mühle in Fürstenberg (Havel): Kraftfuttermischwerk am Röblinsee

Zwei Silotürme der ehemaligen Behrnschen Mühle mit einem Verbindungsgang in Fürstenberg/Havel

Die ehemalige Behrnsche Mühle liegt direkt am Röblinsee in Fürstenberg/Havel. Aus der Mühle wurde in der DDR das VEB Kraftfuttermischwerk, 1992 endete der Betrieb. Die Gebäude stehen seitdem leer und sind ein Stück Industriegeschichte der Stadt.

Ort

Schützenstraße, Fürstenberg/Havel

Gebaut

1912 bis 1925

Zustand

leerstehend, nicht denkmalgeschützt

Zugang

kein Zutritt

Bahnanschluss

RE 5 bis Fürstenberg (Havel), rund 300 Meter Luftlinie

Geschichte

Die Gebäude der Behrnschen Mühle entstanden zwischen 1912 und 1925 direkt am Röblinsee. Sie gilt als eine der bedeutendsten industriellen Anlagen Fürstenbergs im 20. Jahrhundert und als eine der großen Mehlproduzenten Norddeutschlands. Das Getreide kam per Schiff und über ein Anschlussgleis ins Werk.

Ab 1957 lief der Betrieb als VEB Kraftfuttermischwerk. Es stellte Futtermittel für die Landwirtschaft der DDR her. Als der Betrieb 1992 endete, arbeiteten dort zuletzt rund 120 Menschen.

Seit der Stilllegung stehen die Gebäude leer. Sie gelten als stadtgeschichtlich und baugeschichtlich wertvoll, stehen aber nicht unter Denkmalschutz.

Die Stadt hat für das Gelände ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Die historische Bausubstanz soll erhalten bleiben, geplant sind Wohnungen, Gewerbe und eine Marina. Das Vorhaben heißt Havelfabrik.

Rundgang

Die Silotürme

Hinter den Fabrikgebäuden stehen zwei Silotürme, mehr als 30 Meter hoch und ohne Fenster. Ein Gang verbindet die beiden Türme.

Die Fabrikgebäude

Zwei Fabrikgebäude stehen nah am Wasser. Es sind verputzte Backsteinbauten mit mehreren Geschossen und Kellern. Auf den Fassaden sitzen großflächige Graffiti. Der rbb hat das Gelände in seiner Reihe Lost Places vorgestellt und nennt dabei den Berliner Street-Art-Künstler Tobo. Mehr von ihm gibt es am Heeresbekleidungshauptamt in Bernau.

Hof und Turm

Auf der Hofseite reichen die Graffiti bis an den Sockel des hohen Turmgebäudes. Das Turmgebäude trägt mehrere Aufbauten auf dem Dach. Zwischen zwei Gebäuden spannt sich ein Brückengang.

Gut zu wissen

Das Gelände ist in privater Hand und nicht zugänglich.

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich