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Buch

Ortsteil im Bezirk Pankow · Runde 48 von 74

Buch liegt ganz im Norden von Pankow, nahe der Stadtgrenze. Am 20. Februar 2022 bin ich hier 12,9 Kilometer gelaufen, vom S-Bahnhof an alten Klinikbauten vorbei, durch Wald und Wiesen im Norden und zurück in den Dorfkern mit Schlosspark und Schlosskirche.

Länge der Runde12,9 km
Gehzeit2:35 h
Gelaufen am20. Februar 2022
Einwohner*innen17.423
Fläche18,09 km²

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Kurz gesagt

Geschichte

Buch entstand als Straßendorf an der Panke. Im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 ist es mit 40 Hufen verzeichnet. 1669 kaufte Bernhard von Pölnitz das Gut und ließ von 1670 bis 1672 ein Herrenhaus bauen, dazu einen Garten im holländischen Stil. 1724 erwarb Adam Otto von Viereck das Gut. Er baute das Herrenhaus zum Schloss aus, ersetzte die alte Kirche durch einen barocken Neubau und ließ den Park erweitern.

1761 erbte die Familie von Voß den Besitz. Otto von Voß gestaltete den Park ab dem späten 18. Jahrhundert schrittweise zum Landschaftsgarten um. 1898 erwarb die Stadt Berlin Schloss, Park und Gut für 3,5 Millionen Mark.

Die Stadt machte Buch zum Standort ihrer Krankenhäuser. Unter Ludwig Hoffmann, von 1896 bis 1924 Stadtbaurat, entstanden zwischen 1898 und 1930 zwei Lungensanatorien, ein Alters- und Pflegeheim, zwei psychiatrische Kliniken und eine Versorgungszentrale. Der Komplex war zeitweise der größte Klinikkomplex Europas. 1920 wurde Buch Teil von Groß-Berlin, 1930 bezog das Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung drei neue Gebäude.

1963 wurden die Bucher Krankenhäuser zum Klinikum Buch zusammengefasst, 1964 wurde das Schloss abgetragen. In der DDR führte die Akademie der Wissenschaften die Forschung weiter. Nach 1990 wuchs der Campus Berlin-Buch mit dem Max-Delbrück-Centrum, und viele Klinikgebäude wurden zu Wohnungen umgebaut.

Was Buch ausmacht

Im alten Dorfkern an der Straße Alt-Buch stehen Schlosskirche und Schlosspark. Um ihn herum liegen die Klinikbauten von Hoffmann, die unter Ensembleschutz stehen, und der Campus Berlin-Buch. Das Helios-Klinikum dort hat über 1.000 Betten.

Dazu kommt viel Landschaft. Das Landschaftsschutzgebiet Buch ist rund 870 Hektar groß, und etwa die Hälfte der Fläche des Ortsteils ist unbebaut. Auf der Runde wechseln sich Klinikbauten, Wald, Wiesen und der alte Ortskern ab.

Orte, die sich lohnen

Ludwig-Hoffmann-Quartier

Nach gut einem Kilometer führt die Runde durch das Ludwig-Hoffmann-Quartier. So heißt das frühere Klinikareal, in dessen denkmalgeschützten Gebäuden heute über 500 Wohnungen, zwei Schulen, drei Kitas, eine Sporthalle und Gewerbeflächen untergebracht sind. Die Anlagen entstanden unter Hoffmann, seit 1977 steht das gesamte Areal unter Ensembleschutz. Hoffmann plante die Kliniken mit großen Gärten, weil Nerven- und Lungenkranke frische Luft zur Genesung brauchten. Weitere Neubauten sind in Planung.

Naturschutzgebiet Bogenseekette und Lietzengrabenniederung

Hinter den Klinikbauten geht es in den Wald. Im Bucher Forst und westlich davon liegt das Naturschutzgebiet Bogenseekette und Lietzengrabenniederung, 131 Hektar groß und seit 2002 geschützt. Die Bogenseekette ist ein wichtiges Laichgebiet für Amphibien, jedes Jahr wandern dort rund 2.000 Erdkröten. In der Lietzengrabenniederung liegen ein Durchströmungsmoor und Feucht- und Nasswiesen, auf denen robuste Rinderrassen weiden. Am Bogensee brütet eine Graureiherkolonie.

Städtische Zentrale und Wasserturm

Von den Wiesen im Norden führt die Runde zurück in Richtung Ortskern. Gut 60 Meter abseits, an der Schwanebecker Chaussee, liegt die Städtische Zentrale, die Hoffmann von 1904 bis 1912 für die Stadt Berlin entwarf. Sie versorgte alle Bucher Heilstätten mit Dampf, Warmwasser und Strom und hatte eine Wäscherei, eine Bäckerei, eine Apotheke und ein Wasserwerk. Der rund 50 Meter hohe Wasserturm steht auf dem Gelände des früheren Alte-Leute-Heims. Teile der Anlage werden bis heute genutzt, als Trafostation, Bäckerei und Trinkwasseraufbereitungsanlage.

Schlosspark

Der Schlosspark gehört zu den ältesten barocken Gartenanlagen Berlins und der Mark Brandenburg. Pölnitz ließ 1670 bis 1672 den Garten im holländischen Stil anlegen, dessen Grundcharakter erhalten blieb. Die Alleen bestehen überwiegend aus Rot- und Weißbuchen. Unter Viereck kam nach 1724 ein französischer Garten dazu, um 1800 wurde der Park zum Landschaftsgarten umgestaltet. Der Haupteingang an der Straße Alt-Buch stammt von etwa 1760 und führte ursprünglich direkt zum Schloss. Auch der Pankeweg führt durch den Park.

Das Schloss gibt es nicht mehr. Es wurde 1964 abgerissen. Auf der Terrasse steht seit 1987 die Skulptur „Mitwelt“ von Karl Blümel.

Schlosskirche

Viereck ließ die Kirche von Friedrich Wilhelm Diterichs entwerfen. Sie wurde 1731 bis 1736 als Zentralbau mit Kuppel und kreuzförmigem Grundriss gebaut und ersetzte eine ältere Kirche. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Brandbomben den Turm. Die Kirche wurde von 1950 bis 1953 ohne Turm wieder hergestellt, die Fassade von 1995 bis 2000 restauriert. Als ich im Februar 2022 vorbeikam, hatte sie noch keinen Turm. Inzwischen wird sie saniert, und der Turm soll mit Mitteln von Bund und Land wieder aufgebaut werden.

Sowjetisches Ehrenmal

Im Bucher Schlosspark steht auch ein sowjetisches Ehrenmal. Berlin hat große sowjetische Ehrenmale im Treptower Park, im Tiergarten und in der Schönholzer Heide, das in Buch ist kleiner. Zum Ehrenmal in der Schönholzer Heide gibt es mehr auf der Seite zu Niederschönhausen.

Gedenktafel für Dieter Eich

In der Walter-Friedrich-Straße 52 hängt eine Gedenktafel für Dieter Eich. Er wurde in der Nacht zum 24. Mai 2000 im Alter von 60 Jahren in seiner Wohnung von vier Neonazis getötet, das Motiv war Hass auf Erwerbslose. Das Landgericht verurteilte die Täter im März 2001 zu mehrjährigen Haftstrafen und erkannte das politische Motiv nur teilweise an. Die Tafel wurde am 24. Mai 2022 enthüllt, gut drei Monate nach meiner Runde.

Abstecher: Fontane in Buch

Theodor Fontane besuchte Buch 1860 für seine Wanderungen durch die Mark Brandenburg und übernachtete im Schlosskrug. Im Band „Spreeland“ schrieb er, das Haus gleiche „einem einfachen Kleid“, der Park darum aber sei „wie ein reicher Mantel“. An der Karower Straße steht ein Fontane-Denkmal.

Meine Runde

Die Runde ist 12,9 Kilometer lang und dauerte rund zweieinhalb Stunden. Sie beginnt und endet am S-Bahnhof Buch. Vom Bahnhof führt sie durch das Ludwig-Hoffmann-Quartier in den Bucher Forst und durch die Niederung im Norden, dann über die Schwanebecker Chaussee zurück in den alten Dorfkern mit Schlosspark und Schlosskirche. Zum Schluss geht es an der Walter-Friedrich-Straße vorbei zurück zum Bahnhof.

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Am Wegesrand

Eine Gruft unter der Kirche. Am 8. Juli 2025 wurde bei Sanierungsarbeiten in der Schlosskirche eine Gruft entdeckt. Das Landesdenkmalamt legte die Reste eines reich verzierten Sargs aus dem späten 18. Jahrhundert frei, mit hoher Wahrscheinlichkeit die Grablege von Julie von Voß. Sie wurde 1787 König Friedrich Wilhelm II. zur linken Hand angetraut und starb 1789.

Eine Orgel in Karlshorst. Die ursprüngliche Orgel der Schlosskirche war die Hausorgel von Prinzessin Amalie. Sie wurde später verkauft und steht heute in einer Kirche in Karlshorst. Als Ersatz kam eine Orgel aus Prenzlau nach Buch.

Ein Kesselhaus mit Eisengerüst. Das Kesselhaus der Städtischen Zentrale sieht von außen wie ein Ziegelbau aus, verbirgt aber eine Eisenkonstruktion. Die Halle misst 82 mal 47 Meter und hatte einst bis zu 40 Dampfkessel.

Ein Oberbürgermeister neben der Kirche. Das Schloss diente zeitweise als Sommersitz der Berliner Oberbürgermeister. Adolf Wermuth, von 1912 bis 1920 im Amt, liegt auf dem Friedhof an der Schlosskirche, sein Grab ist seit 2020 Ehrengrab des Landes Berlin.

Die Orangerie bleibt nur als Grundriss. Von der Orangerie des Schlosses sind Grundmauern erhalten, die 1995 und 1996 freigelegt wurden.

Gut zu wissen

Mit der Bahn: Die S2 fährt von Blankenfelde durch die Innenstadt und über Pankow nach Bernau und hält in Buch. Der Bahnhof liegt an der Runde, sie beginnt und endet dort.

Mehr auf dieser Seite: Der Pankeweg von Bernau nach Wedding führt durch den Bucher Schlosspark und geht auf die Krankenhausstadt Buch ein. Die Nachbarortsteile Blankenfelde und Französisch Buchholz haben eigene Seiten.

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