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Rosenthal

Ortsteil im Bezirk Pankow · Runde 67 von 74

Rosenthal ist ein Angerdorf im Norden des Bezirks Pankow, in dem es bis heute viele Gärten gibt. Meine Runde vom 2. Februar 2025 ist 7 Kilometer lang. Sie führt von Süden zur Hauptstraße mit Landhaus und Dorfkirche und von dort nach Nordend zu den Friedhöfen.

Länge der Runde7,0 km
Gehzeit1:30 h
Gelaufen am2. Februar 2025
Einwohner*innen10.019
Fläche4,92 km²

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Kurz gesagt

Geschichte

Die erste Erwähnung stammt von 1356, die ältesten Spuren sind deutlich älter. Bei einer Grabung auf dem früheren Gutshof kamen 1998 ein Holzkeller, dessen Balken 1230 gefällt wurden, und das Fundament eines steinernen Wohnturms aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zum Vorschein.

Bis zur Bildung Groß-Berlins 1920 war Rosenthal ein eigenständiger Gutsbezirk und zugleich eine Landgemeinde. Bei der Neuordnung kam der größere Teil des Gebiets zum Bezirk Reinickendorf, der kleinere Teil mit dem früheren Gut zu Pankow.

Mit dem Wachstum Berlins kamen neue Siedlungsteile dazu. In Nordend entstand die erste Bebauung 1871 bis 1874. Zwischen 1896 und 1900 legten verschiedene Gemeinden an der heutigen Dietzgenstraße drei Friedhöfe an, die zusammen Friedhöfe Nordend heißen. Nordend gehört zu Rosenthal, postalisch aber zu Niederschönhausen.

Was Rosenthal ausmacht

Der Dorfanger ist das Zentrum. Rundherum stehen noch alte Bauernhäuser mit ihren Höfen, und die vielen Gärten geben dem Ortsteil bis heute den Charakter einer Siedlung.

Der Bürgerverein Dorf Rosenthal pflegt den Wohnturm und setzt das Volksfest Rosenthaler Herbst fort.

Orte, die sich lohnen

Landhaus an der Hauptstraße

Nach knapp zwei Kilometern bin ich an der Hauptstraße 94 vorbeigekommen. Das Landhaus wurde 1901 bis 1903 als Amtshaus und Schule gebaut, den Entwurf lieferte der Maurermeister Schreiber. Später war hier die 21. Polytechnische Oberschule, bis sie in den Neubau an der Kastanienallee zog, der 1978 bis 1980 entstand. Heute ist im Haus eine Kinder- und Jugendfreizeitstätte.

Wohnturm auf dem Gutshof

Ein Stück abseits der Route liegt der frühere Gutshof, Hauptstraße 145. Von Mai bis August 1998 fand hier eine archäologische Grabung statt. Sie legte das Feldsteinfundament eines Wohnturms frei, den die Keramik in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert.

Eine Baufirma hat das Fundament freigelegt, restauriert und zugänglich gemacht, 2012 wurde es eingeweiht. Der Zugang liegt hinter der Kirche zwischen den Häusern Hauptstraße 145 C und 145 D.

Dorfanger und Kirche

Die Dorfkirche steht auf dem Anger. Der Dorfanger Rosenthal steht als Ensemble unter Denkmalschutz, das Landhaus an der Hauptstraße gehört dazu.

Friedhöfe Nordend

Von der Kirche bin ich knapp vier Kilometer bis nach Nordend gelaufen. Die Friedhöfe Nordend bestehen aus den drei evangelischen Friedhöfen Gethsemane, Frieden-Himmelfahrt und Zion. Historische Alleen führen bis an die Dietzgenstraße. Nach dem Friedhofsentwicklungsplan von 2006 werden etwa 40 Prozent der Fläche dauerhaft nicht mehr für Bestattungen gebraucht.

Seit meiner Runde hat das Bezirksamt beschlossen, einen Bebauungsplan für eine ehemalige Gärtnerei der Friedhöfe aufzustellen. Er soll Planungsrecht für 260 Wohnungen schaffen.

Meine Runde

Die Runde ist 7 Kilometer lang, ich war etwa anderthalb Stunden unterwegs. Sie beginnt vermutlich in Wilhelmsruh und erreicht nach knapp zwei Kilometern die Hauptstraße mit dem Landhaus. Gut einen halben Kilometer weiter folgen Gutshof und Dorfkirche. Danach geht es in knapp vier Kilometern nach Nordend, vorbei an den Friedhöfen, und die Runde endet in Nordend an der Dietzgenstraße.

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Am Wegesrand

Klein für einen Turm. Der Wohnturm hatte nur etwa fünf mal fünf Meter Grundfläche. Die Mauern waren 80 Zentimeter bis einen Meter stark, die Innenseite bestand aus behauenen, geglätteten Steinen.

Balken von 1230. Im Holzkeller auf dem Gutshof lagen drei vollständige Kugeltöpfe. Das verkohlte Holz war gut erhalten, die dendrochronologische Untersuchung ergab das Fälldatum 1230. 1230 gilt seitdem als Gründungsjahr des Dorfs.

Ein Schloss für 30 Jahre. Um 1690 ließ die kurfürstliche und königliche Familie auf dem Gutshof ein Schloss bauen, das nur etwa 30 Jahre bestand. Die Fundamentreste wurden bei der Grabung dokumentiert.

Ein Volksfest aus der DDR. Den Rosenthaler Herbst begründete Hans Moser 1973, die offizielle Zählung beginnt 1974 mit dem Fest zum 25. Jahrestag der DDR. Um es nach der Wende fortzuführen, wurde am 6. Mai 2002 der Bürgerverein gegründet.

Gut zu wissen

Mit der Bahn: An der Haltestelle Hauptstr./Friedrich-Engels-Str. halten die Tram M1 sowie die Busse 122 und 124. Der S-Bahnhof Wilhelmsruh (S1, S85) liegt im Nachbarortsteil.

Mehr auf dieser Seite: Nordend ist auch Thema auf der Seite zu Niederschönhausen, Wilhelmsruh gehörte früher zu Rosenthal und hat heute eine eigene Seite, ebenso der Nachbarortsteil Blankenfelde.

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