Das Bode-Museum an der Spitze der Museumsinsel, eröffnet 1904.
Das Bode-Museum steht an der Nordwestspitze der Museumsinsel im Ortsteil Mitte. Der runde Eingangsbau mit der Kuppel sitzt genau dort, wo die beiden Spreearme zusammenfließen, und ist ein Blickpunkt im Stadtbild. Eröffnet wurde das Haus 1904 als Kaiser-Friedrich-Museum.
Ein Museum für Wilhelm von Bode
Die Idee ist älter als der Bau. Kronprinzessin Victoria hat 1883 in einer Denkschrift beschrieben, wie das Museum aussehen sollte, umgesetzt hat es später Wilhelm von Bode. Er wollte ein Museum für Gemälde und Skulpturen aus christlicher Zeit, ein „Renaissancemuseum“, und hatte dafür schon in den 1880er Jahren die Unterstützung von Kronprinz Friedrich. Gebaut wurde von 1898 bis 1904 nach dem Entwurf des Hofarchitekten Ernst von Ihne, die Ausführung leitete Max Hasak. Bauherr war Kaiser Wilhelm II. Malerei und Skulptur wurden hier von Anfang an zusammen gezeigt.
Kuppel, Treppenhaus und Basilika
Der Bau ist neobarock und mit Sandstein verkleidet. Er steht auf einem niedrigen Sockel direkt am Wasser, darüber liegen zwei Geschosse mit Pilastern und eine Balustrade. Das Grundstück ist eigentlich ein ungleichseitiges Dreieck zwischen der Bahntrasse und der Inselspitze. Ihne hat die Räume so verteilt, dass das Haus trotzdem symmetrisch wirkt, ganz auf den Eingangsbau ausgerichtet.
Hinter dem Eingang liegt ein ovales Treppenhaus unter einer großen Kuppel mit Oberlicht. In seiner Mitte steht eine Nachbildung des Reiterstandbilds des Großen Kurfürsten von Andreas Schlüter. Dazu kommen sechs Statuen preußischer Feldherren, die ursprünglich auf dem Wilhelmplatz standen. Zwischen den beiden Treppenhäusern liegt die sogenannte Basilika, ein Raum über zwei Geschosse nach dem Vorbild der Kirche San Salvatore al Monte in Florenz.
Krieg, neuer Name und Sanierung
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Museum schwer beschädigt. Von 1948 bis 1986 wurde es in mehreren Abschnitten wiederhergestellt. 1956 bekam es den Namen seines ersten Direktors, seitdem heißt es Bode-Museum. Nach der Wiedervereinigung kamen die getrennten Sammlungen aus Ost und West bei den Staatlichen Museen zu Berlin wieder zusammen, das Haus wurde gründlich saniert und im Herbst 2006 wieder eröffnet. Heute sind hier vor allem die Skulpturensammlung und das Museum für Byzantinische Kunst zu sehen, außerdem hat das Münzkabinett hier seinen Sitz.
Steckbrief
Architekt*in
Ernst von Ihne (Entwurf), Max Hasak (Ausführung), Bauherr Kaiser Wilhelm II.
Ort
Am Kupfergraben, Ecke Monbijoubrücke, Museumsinsel, Mitte
Gebaut
1898 bis 1904, eröffnet 1904 als Kaiser-Friedrich-Museum
Zustand
Baudenkmal, Teil der Museumsinsel, 2006 nach Sanierung wieder eröffnet
Zugang
von außen frei zu sehen, innen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin
Nächste Haltestelle
Georgenstraße/Am Kupfergraben (ca. 200 m), Monbijouplatz (ca. 250 m), Am Kupfergraben (ca. 300 m)
Am Weg
Ich bin hier auf meiner Runde durch Mitte vorbeigekommen: Mitte.
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Weitere Orte im Bezirk Mitte: die Neue Synagoge an der Oranienburger Straße und der Berliner Dom am Lustgarten. Alle sechs Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Mitte.
