Unterwegs zu Fuß

Neue Synagoge: Goldene Kuppel, Pogromnacht und Centrum Judaicum

Goldene Kuppel und Fassade der Neuen Synagoge an der Oranienburger Straße vor blauem Himmel

Neue Synagoge an der Oranienburger Straße, eingeweiht 1866.

Die Neue Synagoge steht an der Oranienburger Straße in der Spandauer Vorstadt, im Ortsteil Mitte. Ihre Kuppel ist von weitem zu sehen. Die Synagoge gilt als das wichtigste Bauzeugnis jüdischen Lebens in Berlin und zeigt, wie groß die Jüdische Gemeinde Mitte des 19. Jahrhunderts war.

Ein Bau im maurischen Stil

Gebaut wurde ab dem 17. Mai 1859, eingeweiht wurde die Synagoge am 5. September 1866, an Rosch ha-Schana. Die Entwürfe stammen von Eduard Knoblauch. Nach seinem Tod 1865 übernahmen sein Sohn Gustav Knoblauch und Friedrich August Stüler. Der Ziegelbau im maurischen Stil gilt als Hauptwerk der romantischen Architektur in Berlin. Die Fassade hat farbige Ziegelstreifen und Terrakotta, dazu Türme, die Kuppel auf einem hohen Unterbau und Portale in Hufeisenform. Die eiserne Konstruktion der Kuppel kam von Johann Wilhelm Schwedler.

Pogromnacht, Bomben und Sprengung

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge geschändet und angezündet. Polizisten vom Revier am Hackeschen Markt unter Wilhelm Krützfeld verhinderten, dass der Schaden größer wurde. Am 30. März 1940 fand der letzte Gottesdienst im Hauptsaal statt, bis 1942 wurde noch im Repräsentantensaal gebetet. In der Nacht vom 22. auf den 23. November 1943 trafen Bomben das Haus schwer. Am 6. August 1958 wurde die Ruine des Hauptsaals gesprengt.

Wiederaufbau und Centrum Judaicum

Am 5. Juli 1988 wurde die Stiftung Neue Synagoge Berlin, Centrum Judaicum gegründet. Die Ruine des Vorderhauses wurde gesichert und zum Teil wieder aufgebaut, dazu kam eine neue Kuppel. Bei den Aufräumarbeiten fand sich 1989 im Eingangsbereich das Ewige Licht. Seit dem 5. Juni 1991 steht wieder ein Davidstern auf der Kuppel. Am 7. Mai 1995 wurde das Centrum Judaicum eingeweiht, zum 50. Jahrestag des Kriegsendes.

Seit 2018 zeigt die Stiftung die Dauerausstellung „Tuet auf die Pforten“ über die Geschichte des Hauses und jüdisches Leben. Zu sehen sind Bauteile und Stücke aus dem früheren Innenraum. Ein Grundriss der alten Hauptsynagoge zeigt, wie viel verloren ist. Schau vor einem Besuch nach, wann geöffnet ist und ob die Kuppel zugänglich ist.

Architekt*in

Eduard Knoblauch, nach 1865 Gustav Knoblauch und Friedrich August Stüler, Kuppelkonstruktion von Johann Wilhelm Schwedler

Ort

Oranienburger Straße 30, Spandauer Vorstadt, Mitte

Gebaut

1859 bis 1866, Hauptsaal 1958 gesprengt, Vorderhaus wieder aufgebaut, eingeweiht 1995

Zustand

Baudenkmal, Centrum Judaicum mit Dauerausstellung

Zugang

Museum mit Eintritt, Öffnungszeiten beim Centrum Judaicum

Nächste Haltestelle

Oranienburger Straße (ca. 100 m), Monbijouplatz (ca. 200 m), Tucholskystraße (ca. 400 m)

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Runde durch Mitte vorbeigekommen: Mitte.

HOranienburger StraßeHS Oranienburger Straße
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Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Weitere Orte im Bezirk Mitte: die Sophienkirche und das Bode-Museum. Alle sechs Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Mitte.

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