Unterwegs zu Fuß

Berliner Dom: Raschdorff, Hohenzollerngruft und Wiederaufbau

Berliner Dom mit grüner Hauptkuppel und Ecktürmen am Lustgarten, Blick von unten

Der Berliner Dom am Lustgarten, gebaut 1894 bis 1905.

Der Berliner Dom steht am Lustgarten auf der Spreeinsel, im Ortsteil Mitte. Gebaut wurde er als Oberpfarr- und Domkirche, als wichtigste evangelische Kirche des Landes und als Grabkirche der Hohenzollern. Gegenüber stand das Berliner Schloss, an seiner Stelle steht heute das Humboldt Forum.

Ein Dom nach römischem Vorbild

Schon vorher stand am Lustgarten ein Dom. Johann Boumann hatte ihn 1747 bis 1750 nach Plänen von Knobelsdorff gebaut, Karl Friedrich Schinkel hat ihn später umgestaltet. Der Neubau entstand in der Regierungszeit von Wilhelm II., Bauherr war der Preußische Staat. Julius Raschdorff hatte schon 1871 einen Entwurf gemacht, 1885 legte er erste Pläne vor. Zusammen mit seinem Sohn Otto Raschdorff baute er den Dom von 1894 bis 1905.

Vorbild war nicht der alte Dom, sondern eher der Petersdom in Rom, die Hauptkirche der katholischen Welt. Die Predigerkirche liegt in einem Zentralbau unter einer großen Kuppel, an den Ecken stehen vier Türme. Nach Süden schließt eine kleine Tauf- und Traukirche an.

Nach Norden war eine Denkmalskirche wie eine Apsis an den Dom angebaut. Darin waren Erinnerungsstücke der Hohenzollern. Sie wurde 1975 und 1976 abgerissen, am Außenbau ist von ihr heute nichts mehr zu sehen.

Die Gruft der Hohenzollern

In der Gruftkirche stehen rund 90 Sarkophage und Grabmäler von Angehörigen des Hauses Hohenzollern, aus dem 16. bis 20. Jahrhundert. Darunter sind die beiden Prunksärge von König Friedrich I. und seiner Frau Sophie Charlotte, entworfen von Andreas Schlüter.

Zerstört und wieder aufgebaut

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom schwer beschädigt. Ab 1975 wurde er in deutsch-deutscher Zusammenarbeit instand gesetzt. Bis 1982 war der Außenbau fertig, mit einer vereinfachten Kuppel und vereinfachten Abschlüssen auf den Türmen. Das Innere wurde bis 1993 restauriert, im selben Jahr wurde der Dom wieder als Gemeindekirche genutzt. Die Mosaiken in der Kuppel waren 2002 wiederhergestellt.

Ganz fertig war der Dom damit nicht, es fehlte Geld. Seit 1994 sammelt der Berliner Dombau-Verein Spenden für die weiteren Arbeiten.

Architekt*in

Julius Raschdorff und Otto Raschdorff

Ort

Am Lustgarten, Spreeinsel, Mitte

Gebaut

1894 bis 1905, Wiederaufbau 1975 bis 1993

Zustand

Baudenkmal, evangelische Kirche

Zugang

Außenbau frei zu sehen

Nächste Haltestelle

U Museumsinsel (ca. 80 m), Spandauer Straße/Marienkirche (ca. 250 m), S Hackescher Markt (ca. 300 m)

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Runde durch Mitte vorbeigekommen: Mitte.

HU MuseumsinselHMuseumsinsel
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Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Weitere Orte im Bezirk Mitte: das Bode-Museum auf der Museumsinsel und der Französische Dom am Gendarmenmarkt. Alle sechs Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Mitte.

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