Unterwegs zu Fuß

Brandenburger Tor: Langhans, Quadriga und Grenzstreifen

Brandenburger Tor mit seinen Säulen und der Quadriga obenauf vor wolkenlosem blauem Himmel

Das Brandenburger Tor, eröffnet 1791.

Das Brandenburger Tor steht am Pariser Platz im Ortsteil Mitte. Es ist die einzige erhaltene Toranlage der Stadt und eines der frühesten Bauwerke des Berliner Klassizismus.

Ein Tor in der Akzisemauer

An dieser Stelle stand zuerst ein schlichtes Pfeilertor in der Akzisemauer, die 1734 gebaut worden war. Friedrich Wilhelm II. ließ es durch einen repräsentativen Neubau ersetzen. Den Entwurf machte Carl Gotthard Langhans nach dem Vorbild der Propyläen in Athen, gebaut wurde von 1788 bis 1791. Das Bildprogramm erinnert an den verstorbenen König Friedrich II. und an den Wiederaufbau des Landes nach den Schlesischen Kriegen.

Das Tor hat fünf Durchfahrten, die durch massive Querwände getrennt sind. Vor jeder Seite stehen sechs Säulen. Die Reliefs in den Durchgängen zeigen die Taten des Herkules. Am nördlichen Torhaus steht der Kriegsgott Mars, auf der Südseite die Göttin Minerva, die für Handwerk und Gewerbefleiß steht. Nachdem die Akzisemauer abgebrochen war, baute Heinrich Strack 1867 und 1868 die seitlichen Bauten um und gab ihnen offene Säulenhallen zur Tiergartenseite.

Die Quadriga

Oben steht die Quadriga mit der Siegesgöttin. Johann Gottfried Schadow hat sie entworfen, 1790 bis 1793 wurde sie in Kupfer ausgeführt. 1806 zog Napoleon durch das Tor in Berlin ein und nahm die Quadriga als Kriegsbeute mit nach Paris. Nach den Befreiungskriegen kam sie zurück und stand 1814 wieder auf dem Tor. Karl Friedrich Schinkel ergänzte sie um ein Eisernes Kreuz und einen preußischen Adler. Der Platz vor dem Tor bekam in dieser Zeit den Namen Pariser Platz.

1958 wurde die restaurierte Quadriga von West- nach Ost-Berlin gebracht. Im selben Jahr wurde die Platte mit Kreuz und Adler herausgesägt, bei der Restaurierung 1992 kam sie wieder hinein.

Nationaldenkmal und Grenzstreifen

Seine Bedeutung als Nationaldenkmal hat das Tor durch alle Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte behalten. Bei der Truppenparade 1871 stand es ebenso im Mittelpunkt wie beim Fackelzug der SA 1933. Mit dem Mauerbau 1961 lag der Pariser Platz im Grenzstreifen. Das Tor war gesperrt und wurde zum Zeichen der Teilung. Am 22. Dezember 1989 wurde es geöffnet.

Architekt*in

Carl Gotthard Langhans (Architekt), Johann Gottfried Schadow (Quadriga)

Ort

Pariser Platz, Mitte

Gebaut

1788 bis 1791, Seitenhallen 1867 bis 1868

Zustand

Baudenkmal

Zugang

frei zugänglich

Nächste Haltestelle

Reichstag/Bundestag (ca. 200 m), Brandenburger Tor (ca. 250 m), Behrenstraße/Wilhelmstraße (ca. 300 m)

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Runde durch Mitte vorbeigekommen: Mitte.

HReichstag/BundestagHBrandenburger Tor
Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Die H markieren die nächsten Haltestellen.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Weitere Orte im Bezirk Mitte: das Reichstagsgebäude in Tiergarten und Max Lingners Wandbild „Aufbau der Republik“ an der Leipziger Straße. Alle sechs Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Mitte.

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich