Unterwegs zu Fuß

Hamburg zu Fuß: Kontorhausviertel, Speicherstadt, HafenCity und Rathaus

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Der Rundweg durch die Hamburger Innenstadt führt vom Hauptbahnhof über die Mönckebergstraße durch Kontorhausviertel und Speicherstadt in die HafenCity und weiter zu den Landungsbrücken. Über Michel, Nikolaifleet, Rathaus und Planten un Blomen geht es zurück. Die Strecke ist 21,4 Kilometer lang und kommt an Backstein, Hafenbecken, Kirchtürmen und Neubauten vorbei.

Ich bin die Strecke am 11. September 2022 gelaufen, an einem Sonntag.

Inhalt dieser Tour

Strecke

21,4 km

Gehzeit

4:26 h

Art

Rundweg

Start

Hamburg Hauptbahnhof

Ziel

Hamburg Hauptbahnhof

ÖPNV

S- und U-Bahn sowie Fern- und Regionalzüge bis Hamburg Hauptbahnhof. Abkürzen geht an U1 Meßberg, U4 Überseequartier, U3 Baumwall, Landungsbrücken, Stadthausbrücke und Jungfernstieg.

Untergrund

Straßen, Promenaden und Parkwege

Einkehr

in der Innenstadt, in der HafenCity, an den Landungsbrücken und an der Alster

  • Mit der Bahn erreichbar
  • Einkehr am Weg
  • Abkürzbar mit U- und S-Bahn

Gelaufen am 11. September 2022

Karte: Rundweg durch die Hamburger Innenstadt vom Hauptbahnhof durch Kontorhausviertel, Speicherstadt und HafenCity zu den Landungsbrücken und zurückRundtour vom Hauptbahnhof über Mönckebergstraße, Speicherstadt und HafenCity zu den Landungsbrücken und über Michel, Rathaus und Planten un Blomen zurück, 21,4 km, mit fünfzehn nummerierten Orten. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung.123456789101112131415StartZiel1 km
Vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt und die HafenCity zu den Landungsbrücken und zurück, 21,4 km. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung, die Nummern stehen im Streckenband.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Streckenband

  1. Kilometer 0Hamburg HauptbahnhofStart
  2. Kilometer 0,41Möncke­berg­straße
  3. Kilometer 1,32St. Petri und St. Jacobi
  4. Kilometer 2,03Kontor­haus­viertel
  5. Kilometer 2,54Speicher­stadt
  6. Kilometer 3,35Kaispeicher B
  7. Kilometer 4,56Baakenhafen
  8. Kilometer 6,57Marco-Polo-Tower
  9. Kilometer 7,78Elb­philharmonie
  10. Kilometer 9,29Landungs­brücken
  11. Kilometer 10,210Michel
  12. Kilometer 11,511Laeiszhalle
  13. Kilometer 14,412St. Nikolai
  14. Kilometer 15,313Rathaus
  15. Kilometer 17,214Planten un Blomen
  16. Kilometer 19,415Kunsthalle
  17. Kilometer 21,4Hamburg HauptbahnhofZiel
Kilometer gerundet.

Darum lohnt sich die Tour

  • Die Mönckebergstraße und das Kontorhausviertel zeigen, wie Hamburg seine Innenstadt nach 1900 umgebaut hat, mit Backstein, Kontoren und dem Welterbe rund um das Chilehaus.
  • Die Speicherstadt liegt zwischen Fleeten, mit Treppengiebeln und Brücken.
  • In der HafenCity stehen alter Speicher, Wohnhochhäuser und Elbphilharmonie dicht nebeneinander.
  • Michel, Nikolaifleet und Rathaus erzählen von Brand, Wiederaufbau und Hamburger Stadtgeschichte.
  • Start und Ziel liegen am Hauptbahnhof, und an mehreren U- und S-Bahn-Haltestellen lässt sich abkürzen.

Anreise

Hin

Mit ICE oder Regionalzug bis Hamburg Hauptbahnhof. Aus Berlin fährt der ICE ohne Umstieg.

Zurück

Ab Hamburg Hauptbahnhof, dem Zielpunkt der Tour.

Abkürzen

U1 Meßberg, U4 Überseequartier, U3 Baumwall, Landungsbrücken, Stadthausbrücke und Jungfernstieg.

Die Tour beginnt direkt am Hauptbahnhof. Verbindungen suchst du am besten in der Reiseauskunft der Bahn und beim HVV.

Die Route

Die Route führt vom Hauptbahnhof ostwärts in die HafenCity und dann an der Elbe entlang nach Westen. Von den Landungsbrücken geht es durch die Neustadt zum Rathaus und über Planten un Blomen und die Alster zurück.

Hauptbahnhof und Mönckebergstraße

Der Rundweg beginnt am Hauptbahnhof, der in seiner heutigen Form seit dem 6. Dezember 1906 in Betrieb ist. Von dort geht es über die Mönckebergstraße Richtung Rathaus. Die Straße entstand 1908 als Durchbruch durch ein Gängeviertel mit Fachwerkhäusern und engen Gassen. Es wurde 1907 geräumt, auch aus Gründen des Seuchenschutzes.

Eines der Geschäftshäuser an der Straße ist das Levantehaus von 1911/12, ein Kontorhaus des Architekten Franz Bach. Es ist nach der Reederei Levante benannt, dem ersten Hauptmieter. Benannt ist sie nach dem früheren Bürgermeister Johann Georg Mönckeberg, der 1908 starb. Am anderen Ende der Straße liegt der Rathausmarkt.

St. Petri und St. Jacobi

St. Petri und St. Jacobi gehören zu den fünf Hauptkirchen Hamburgs. St. Petri brannte beim Großen Brand 1842 ab und wurde bis 1849 wieder aufgebaut. Der Turm ist 123 Meter hoch.

St. Jacobi stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die Schnitger-Orgel von 1693 gilt als größte erhaltene Barockorgel Nordeuropas. Am 18. Juni 1944 stürzte der brennende Turm ins Kirchenschiff, die Orgelpfeifen waren vorher ausgelagert worden. Der heutige Turmhelm aus Stahlbeton entstand Anfang der 1960er Jahre. Er soll nach aktuellen Plänen ab 2028 zurückgebaut werden.

Kontorhausviertel

Das Kontorhausviertel entstand ab 1912 anstelle verfallener Wohnquartiere. Es gilt als erstes reines Büroviertel auf dem europäischen Kontinent, die Gesamtplanung lag bei Fritz Schumacher. 2015 nahm die UNESCO es zusammen mit der Speicherstadt und dem Chilehaus in die Welterbeliste auf.

Das Chilehaus baute Fritz Höger von 1922 bis 1924 für den Salpeterhändler Henry B. Sloman. Es hat zehn Geschosse, die Spitze an der Straßenecke erinnert an einen Schiffsbug.

Der Sprinkenhof ist das größte Gebäude des Viertels. Er wurde von 1927 bis 1943 in drei Abschnitten gebaut, von Höger und den Brüdern Hans und Oskar Gerson. Hans Gerson starb 1931, Oskar Gerson wurde als Jude verfolgt und emigrierte 1939. Die Fassade besteht aus Oldenburger Klinker im Rautenmuster, dazwischen sitzen rote Keramikknöpfe mit Motiven von Handel und Seefahrt. Zum Innenhof an der Springeltwiete gehört ein runder Treppenturm mit einer Wendeltreppe an der Außenwand.

Die Brüder Gerson bauten auch den Meßberghof, damals Ballinhaus nach dem Reeder Albert Ballin. Die Nationalsozialisten benannten ihn 1938 um, weil Ballin jüdischer Herkunft war.

Speicherstadt

Die Speicherstadt entstand nach dem Zollanschluss Hamburgs am 15. Oktober 1888, mit dem das Freihafengebiet entstand. Als Freihafen endete es zum 1. Januar 2013. Gebaut wurde in drei Abschnitten von 1885 bis 1927, auf Eichenpfählen und unter der Leitung von Franz Andreas Meyer. Für den Bau mussten mehr als 20.000 Menschen aus den Vierteln Kehrwieder und Wandrahm weichen.

In den Speichern lagerten Kaffee, Kakao, Tabak und Kautschuk. Die Quartiersleute wogen, probierten und sortierten die Ware. Das Wasserschloss am Ostende des Holländischbrooks entstand 1905 bis 1907 und war der einzige Teil der Speicherstadt, in dem gewohnt werden durfte.

Kaispeicher B und Brooktorhafen

Am Brooktorhafen steht der Kaispeicher B, ein zehngeschossiger Backsteinbau von 1878/79. Er steht seit 2000 unter Denkmalschutz. Seit 2008 zeigt hier das Internationale Maritime Museum die Sammlung von Peter Tamm. Am 3. Juni 2021 wurde es wiedereröffnet.

Etwas östlich liegt der Lohsepark mit dem Gedenkort denk.mal Hannoverscher Bahnhof, nicht direkt an der Route. Vom früheren Bahnhof fuhren von 1940 bis 1945 zwanzig Deportationszüge ab, mit mehr als 8.000 Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma. Der Gedenkort wurde am 10. Mai 2017 eingeweiht.

Baakenhafen

Bis zum Baakenhafen führt die Route ostwärts, dann kehrt sie um. Das Hafenbecken ist von Neubauten gesäumt. Im früheren Hafenbecken liegt der Baakenpark, der 2018 als künstliche Halbinsel von 1,6 Hektar angelegt wurde.

An der Spitze des Baakenhöfts steht das Wohnhaus Lighthouse Zero, ein Prototyp von etwa 20 Metern Höhe. Der Bau begann 2015.

Sandtorhafen und Marco-Polo-Tower

Zurück Richtung Elbphilharmonie liegt am Sandtorhafen der Marco-Polo-Tower. Das Wohnhochhaus der Behnisch Architekten ist 55 Meter hoch, hat 17 Geschosse und wurde 2010 fertig.

Beim Überseequartier fährt die U4 seit Dezember 2012 bis zur gleichnamigen Haltestelle. Das Einkaufszentrum Westfield Hamburg-Überseequartier wurde erst am 8. April 2025 eröffnet, zur Zeit der Tour war das Quartier also noch nicht fertig.

Elbphilharmonie

Die Elbphilharmonie wurde am 11. Januar 2017 eröffnet. Herzog & de Meuron setzten den Neubau auf den Kaispeicher A von Werner Kallmorgen, der 1963 fertig geworden war. Die Plaza liegt in 37 Metern Höhe.

Weiter westlich liegen am Niederhafen Pontons und Boote, dann folgen die Landungsbrücken.

Landungsbrücken

An den Landungsbrücken legten ab 1839 die ersten Dampfschiffe an. 1907 bis 1909 wurde die Anlage stark erweitert, der heutige Bereich entstand nach Kriegsschäden 1953 bis 1955 neu. Die schwimmende Anlage ist etwa 700 Meter lang, der Turm zeigt Uhrzeit und Wasserstand.

Am Anleger liegt das Museumsschiff Rickmer Rickmers. Es wurde 1896 als Vollschiff in Bremerhaven gebaut und liegt seit 1983 in Hamburg. Bei den Landungsbrücken beginnt auch der Alte Elbtunnel. Er wurde 1911 für Fußgänger eröffnet, ist 426,5 Meter lang und steht seit 2003 unter Denkmalschutz. Die Route führt nicht hindurch. Durch ihn und weiter nach Altona führt meine Runde über Elbtunnel, Altona, Schanze und St. Pauli.

Michel

Beim Michel brannte am 3. Juli 1906 nach Arbeiten an der Kupferverkleidung der Turm ab und stürzte ein. Wiederaufgebaut wurde nach den Plänen des Architekten Ernst Georg Sonnin, am 19. Oktober 1912 wurde die Kirche wieder eingeweiht. Der Turm ist 132 Meter hoch.

In der Nähe, aber nicht direkt an der Route, stehen die Krameramtsstuben am Krayenkamp. Die Häuser entstanden zwischen 1620 und 1700. 1676 ließ die Zunft des Krameramts Freiwohnungen für 20 Witwen verstorbener Amtsbrüder errichten. Das Ensemble steht seit 1933 unter Denkmalschutz. Ebenfalls in der Nähe liegt das Ledigenheim in der Rehhoffstraße, 1913 eröffnet, mit 112 Zimmern von je rund acht Quadratmetern für alleinstehende Männer.

Neustadt und Laeiszhalle

Hinter dem Michel führt der Weg durch die Neustadt, die im frühen 17. Jahrhundert beim Ausbau der Befestigung in die Stadt einbezogen wurde.

Die Laeiszhalle am Johannes-Brahms-Platz wurde am 4. Juni 1908 eingeweiht. Der Reeder Carl Heinrich Laeisz hatte den Bau testamentarisch gestiftet, seine Witwe Sophie erhöhte die Summe. Entworfen haben sie Martin Haller und Emil Meerwein im neobarocken Stil.

St. Nikolai und Nikolaifleet

In der Deichstraße begann am 5. Mai 1842 der Große Brand. Er dauerte 79 Stunden, zerstörte rund 1.100 Wohnhäuser und 102 Speicher und machte 19.995 Menschen obdachlos. 51 Menschen starben. Die Bürgerhäuser an der Deichstraße stammen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. 1972 verhinderte ein Bürgerentscheid, dass sie einer Verkehrsplanung weichen mussten.

St. Nikolai wurde nach dem Brand neugotisch neu gebaut, nach Plänen von George Gilbert Scott. Mit 147 Metern war der Turm bei der Fertigstellung 1874 das höchste Bauwerk der Welt, bis 1876 der Dom von Rouen fertig wurde. 1943 wurde die Kirche bei Luftangriffen schwer beschädigt, seit 1977 ist die Ruine ein Mahnmal mit Dauerausstellung und Aussichtsplattform im Turm.

Rathaus und Alsterarkaden

Das Rathaus wurde am 26. Oktober 1897 eingeweiht. Martin Haller plante es mit dem Rathausbaumeisterbund, gebaut wurde ab 1886. Das Haus hat 647 Räume, der Mittelturm ist 112 Meter hoch.

Neben dem Rathaus steht die Börse am Adolphsplatz, 1839 bis 1841 nach Plänen von Wimmel und Forsmann gebaut. Im Mai 1941 brannte der Börsensaal aus. Die Alsterarkaden an der Kleinen Alster entwarf nach dem Brand von 1842 Alexis de Chateauneuf, fertig wurden sie in den 1840er Jahren.

Planten un Blomen

Planten un Blomen liegt auf den früheren Wallanlagen, die ab 1616 als Befestigung gebaut wurden. 1935 fand hier die Niederdeutsche Gartenschau statt, später folgten die Internationalen Gartenbauausstellungen 1953, 1963 und 1973. 1986 wurden die Teilflächen zu einem Park zusammengelegt.

Der Heinrich-Hertz-Turm wurde 1968 eröffnet und ist seit Anfang 2001 für Besucher*innen geschlossen. Die Wiedereröffnung ist laut einem Senatspapier für die zweite Hälfte des Jahres 2031 geplant.

Kunsthalle und St. Georg

Die Binnenalster wurde zwischen 1615 und 1626 durch die Befestigungsanlagen von der Außenalster getrennt. Nach dem Großen Brand von 1842 wurde der Wasserstand um einen Meter gesenkt.

Die Hamburger Kunsthalle wurde 1869 eröffnet und besteht aus drei Gebäuden: dem Backsteinbau von 1869, dem Anbau von 1919 und der Galerie der Gegenwart von O. M. Ungers aus dem Jahr 1997. Nach St. Georg hin liegt das Deutsche Schauspielhaus, am 15. September 1900 mit Goethes Iphigenie auf Tauris eröffnet. Von dort sind es nur noch wenige Schritte zum Hauptbahnhof.

Gut zu wissen

  • Ich bin mit dem Track auf Komoot gelaufen. Orientiere dich am besten daran.
  • Die Tour ist mit 21,4 Kilometern lang. Abkürzen geht an mehreren U- und S-Bahn-Haltestellen, etwa Meßberg, Überseequartier, Baumwall, Landungsbrücken, Stadthausbrücke und Jungfernstieg.
  • Cafés und Restaurants gibt es an der Mönckebergstraße, in der HafenCity, an den Landungsbrücken und am Jungfernstieg.
  • Museen und Aussichtsplattformen wie das Maritime Museum, der Michel, das Mahnmal St. Nikolai oder die Elbphilharmonie sind Abstecher. Öffnungszeiten und Eintritt solltest du vorher prüfen.
  • Ein kleiner Abstecher ist der Gedenkort denk.mal Hannoverscher Bahnhof im Lohsepark. Auch der Alte Elbtunnel bei den Landungsbrücken liegt nur wenige Schritte von der Route.
  • Weiter in Hamburg: Die Wandbilder von Walls Can Dance in Harburg stehen im Beitrag Hamburg-Harburg zu Fuß.

Fazit

Die Strecke ist flach und lässt sich an vielen Haltestellen abkürzen. Älteres und Neueres wechseln sich ab: Kontorhäuser aus den 1920er Jahren, die Speicherstadt aus der Zeit nach 1888, das Rathaus von 1897 und die Elbphilharmonie von 2017.

Mehr Touren in Hamburg findest du unter Wandern in Hamburg, alle Touren stehen auf der Seite Touren und Wege.

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