Unterwegs zu Fuß

Hamburg-Harburg zu Fuß: Die Wandbilder von Walls Can Dance

Wandbild von Ju Mu Monster an der Harburger Schloßstraße 36: bunte Maskenfigur mit großem Auge und Streifen in Gelb, Rosa und Blau

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Vier Kilometer durch Hamburg-Harburg, von der S-Bahn Harburg Rathaus einmal durch die Innenstadt, unter der Bahn hindurch in den Binnenhafen und zurück. Am Weg liegen zwölf große Wandbilder von Walls Can Dance, der Freiluftgalerie, die seit 2017 in Harburg wächst. Die reine Gehzeit ist eine knappe Stunde.

Ich bin die Runde am 12. September 2022 gelaufen, vier Monate nach dem Festival, bei dem die drei neuesten Wandbilder entstanden sind. Eines der zwölf, das Bild von Sabek an der Neuen Straße, ist inzwischen weg. Zu jedem Wandbild gibt es einen eigenen Beitrag mit Hintergrund, die Links stehen im Text und im Kasten unten.

Inhalt dieser Tour

Strecke

4 km

Gehzeit

0:49 h

Art

Rundtour

Start

S Harburg Rathaus

Ziel

S Harburg Rathaus

ÖPNV

S3 und S5 ab Hamburg Hauptbahnhof

Untergrund

Gehwege und Straßen, in der Innenstadt Fußgängerzone

  • Mit der Bahn erreichbar

Gelaufen am 12. September 2022

Karte: Walls Can Dance in Hamburg-HarburgRundtour ab S Harburg Rathaus durch die Harburger Innenstadt und den Binnenhafen zu zwölf Wandbildern, 4 km. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung, die Bildmarker stehen an den Wandbildern.BinnenhafenInnenstadt123456789101112Start und ZielS Harburg Rathaus500 m
Rundgang ab S Harburg Rathaus, 4 km. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung. Die runden Bilder sitzen an den Wandbildern und führen zu den Abschnitten im Text, die hellbraunen Flächen sind Gebäude.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Streckenband

  1. Kilometer 0S Harburg RathausStart · S3, S5
  2. Kilometer 0,41Guido ZimmermannLüneburger Straße 12 · 2019
  3. Kilometer 0,52Jana & JSAmalienstraße 3 · 2019
  4. Kilometer 0,53DZIAAmalienstraße · 2019
  5. Kilometer 0,84NevercrewHarburger Ring 17 · 2022
  6. Kilometer 1,15Dave the ChimpAm Wall 13 · 2020
  7. Kilometer 1,16Bernd MussAm Wall 13 · 2022
  8. Kilometer 1,87Low BrosHarburger Schloßstraße 20 · 2017
  9. Kilometer 2,08Ju Mu MonsterHarburger Schloßstraße 36 · 2020
  10. Kilometer 2,19DXTR & RookieKanalplatz 5 · 2020
  11. Kilometer 2,410InnerfieldsLotsestieg 6 · 2020
  12. Kilometer 3,111SabekNeue Straße 61 · 2017
  13. Kilometer 3,312MilloWallgraben 48 · 2022
  14. Kilometer 4S Harburg RathausZiel · S3, S5
Kilometer gerundet. Die Bilder führen zu den Abschnitten im Text, die Namen zu den Beiträgen über die Wandbilder stehen im Kasten weiter unten.

Darum lohnt sich die Tour

  • Zwölf große Wandbilder auf vier Kilometern, von Künstler*innen aus Spanien, Italien, der Schweiz, Belgien, Großbritannien und Deutschland.
  • Start und Ziel liegen an der S-Bahn, vom Hamburger Hauptbahnhof sind es wenige Stationen.
  • Die Runde verbindet zwei Teile von Harburg, die Bahn und Harburger Ring trennen: die Innenstadt und den Binnenhafen.
  • Zu jedem Wandbild gibt es hier einen eigenen Beitrag mit Hintergrund zu Motiv und Künstler*in.

Anreise

Hin

Aus Berlin mit dem Fernzug nach Hamburg; viele ICE und IC halten auch in Hamburg-Harburg. Von dort oder vom Hauptbahnhof mit der S3 oder S5 bis Harburg Rathaus.

Zurück

Ab Harburg Rathaus mit denselben Linien.

Abkürzen

Nur die Innenstadt, also die Wandbilder 1 bis 6 und 11, 12: knapp 2 Kilometer. Nur der Binnenhafen ab der Haltestelle Karnapp: gut 1,5 Kilometer.

Walls Can Dance

Harburg war bis 1937 eine eigene Stadt. Die Horeburg wurde um das Jahr 1000 als Grenzfestung angelegt, 1297 bekam der Ort Stadtrecht, ab 1866 war Harburg preußisch, und mit dem Groß-Hamburg-Gesetz kam es zu Hamburg. Der Binnenhafen war lange einer der wichtigsten Industriehäfen im Norden, seit den 1990er Jahren wird er zu einem Viertel mit Büros, Wohnungen und Forschung umgebaut.

Zwischen Innenstadt und Binnenhafen liegen die Bahn und der Harburger Ring. Walls Can Dance will die beiden Teile mit Kunst verbinden: Seit 2017 lädt das Urban Art Institute Hamburg internationale Künstler*innen ein, große Fassaden zu bemalen. Angefangen hat es mit dem Wandbild der Low Bros im Binnenhafen, gefördert wird das Ganze von der Stadt, vom Bezirksamt und aus der Städtebauförderung. Beim Festival im Mai 2022 wuchs die Galerie auf 13 Wandbilder, inzwischen sind es 20.

So ist die Galerie gewachsen

  1. 2017Low Bros · Sabek
  2. 2019Guido Zimmermann · Jana & JS · DZIA
  3. 2020Ju Mu Monster · DXTR & Rookie · Innerfields · Dave the Chimp
  4. 2022Nevercrew · Millo · Bernd Muss
Nur die zwölf Wandbilder dieser Runde.

Die Route

Vom Rathaus in die Lüneburger Straße

Von der S-Bahn Harburg Rathaus geht es über die Harburger Rathausstraße in die Lüneburger Straße, die Fußgängerzone der Innenstadt. An der Hausnummer 12 springt eine Hauswand vor, und auf ihr stürzen bunte Figuren übereinander: „Upside down“ von Guido Zimmermann, gemalt 2019. Sumoringer und Wasserballer, ineinander verkeilt, in Rot, Blau und Türkis.

Amalienstraße

Ein paar Schritte weiter zweigt die Amalienstraße ab. An der Nummer 3 steht ein Mädchen im gestreiften Kleid auf der Wand und hält einen Eukalyptuszweig über den Kopf, mit Schablonen gesprüht. Das Bild stammt von Jana & JS, einem Paar, das nur eigene Fotos als Vorlage nimmt. Im Durchgang zum Hof daneben sitzt ein Igel von DZIA, aus lauter feinen Linien, kurz nach dem Mädchen entstanden.

Harburger Ring und Am Wall

Zurück auf den Harburger Ring. Auf der Nordseite des Bürohauses Nummer 17, gegenüber vom Karstadt, stapeln sich vier Wale und ein Eisbär über ein paar Häuserblöcken. Das Schweizer Duo Nevercrew hat das Bild im Mai 2022 gemalt, es gehört zu den drei jüngsten der Runde. Fast wäre es nicht entstanden: Der Denkmalschutz hatte Einwände gegen die große weiße Wand, die Bezirksversammlung sprach sich für das Bild aus, dann zog die Behörde ihre Bedenken zurück.

Am Wall 13, eine Querstraße weiter, teilen sich zwei Wandbilder ein Haus. Die orangen Figuren von Dave the Chimp laden mit einem Schild zum „Free Parking“ ein, gemalt 2020. Daneben steht seit 2022 das Krakenmädchen aus dem Norden von Bernd Muss, ein Mädchen im gelben Regenmantel, unten wachsen ihm Tentakel. Muss ist Harburger und war der erste Künstler aus dem Stadtteil, der bei Walls Can Dance eine Wand bekam.

Unter der Bahn hindurch in den Binnenhafen

Über den Großen Schippsee und den Karnapp geht es unter den Gleisen hindurch in den Binnenhafen. Gleich hinter der Bahn beginnt die Harburger Schloßstraße. An der Nummer 20 steht das erste Wandbild von Walls Can Dance überhaupt: „Home Port“ der Low Bros, im April 2017 auf die rund 20 Meter hohe Giebelwand eines alten Gebäudes der Technischen Universität gemalt, etwa 200 Quadratmeter groß. Die Brüder Christoph und Florin Schmidt kommen aus Hamburg und leben in Berlin.

Ein Stück weiter, an der Schloßstraße 36, steht die bunte Figur von Ju Mu Monster: eine Maske mit großem Auge, Zähnen und Streifen in Gelb, Rosa und Blau, 2020 entstanden. Die Künstlerin verbindet Figuren aus verschiedenen Kulturen mit Masken und Schamanismus.

Kanalplatz und Lotsestieg

Am Kanalplatz 5 schaut Störtebeker von der Wand, mit rotem Hut und gelbem Bart, zwischen Fischen, die wie aus groben Pixeln gebaut sind. Gemalt haben ihn 2020 DXTR und Rookie vom Berliner Kollektiv The Weird. Das Bild siehst du am besten von der anderen Straßenseite, vom Parkplatz aus.

Über die Zitadellenbrücke kommst du zum Lotsestieg. Hoch oben auf dem Gebäude Nummer 6 liegt ein Kopf mit Lockenhaar, daneben eine Möwe, darunter ein Schiff. Das Wandbild von Innerfields dreht sich um Hafen und Industrie, und es hängt so hoch, dass der beste Blick von der Zitadellenstraße aus ist.

Neue Straße und Wallgraben

Auf demselben Weg geht es zurück unter der Bahn hindurch, dann über die Buxtehuder Straße zur Neuen Straße. An der Ecke, Neue Straße 61, hing bis zum Sommer 2025 „Evasion“ des Spaniers Sabek: eine junge Frau in roter Bluse, um sie drei weiße Tauben, nur als Schatten gemalt. Das Bild von 2017 war 120 Quadratmeter groß. Laut Kunst@SH wurde es im Sommer 2025 entfernt.

Gleich dahinter, am Wallgraben 48, kniet eine riesige Figur in Schwarz-Weiß vor einer Stadtlandschaft und führt eine kleine Figur in ein Haus. „Welcome“ von Millo, 2022 auf einen Neubau des Vereins Jugendhilfe gemalt, der dort 37 Wohnungen für Menschen aus öffentlichen Unterkünften gebaut hat. Das Bild heißt sie willkommen. Von hier sind es über die Neue Straße noch gut 500 Meter zurück zur S-Bahn.

Gut zu wissen

  • Du läufst auf Gehwegen und durch die Fußgängerzone, alles flach. Alle Wandbilder sind von der Straße aus zu sehen, nur der Igel von DZIA steht in einem Durchgang.
  • Das Bild von Innerfields am Lotsestieg hängt hoch, mit Abstand von der Zitadellenstraße siehst du es ganz. Störtebeker am Kanalplatz schaust du dir am besten von der gegenüberliegenden Straßenseite an.
  • Walls Can Dance bietet geführte Mural Walks durch die Galerie an, Termine und Anmeldung auf der Seite des Projekts.
  • Wandbilder sind nicht für die Ewigkeit: Das Bild von Sabek an der Neuen Straße ist seit 2025 weg, dafür sind seit 2022 weitere dazugekommen, etwa an der Theodor-Yorck-Straße und am Treidelweg im Binnenhafen.
  • Meine Strecke auf Komoot misst 3,97 km.

Fazit

Die Runde ist kurz, und die zwölf Wandbilder liegen dicht beieinander. Zwischen Innenstadt und Binnenhafen geht es unter der Bahn hindurch, und die beiden Teile von Harburg sehen sehr verschieden aus: Fußgängerzone und Bürohäuser auf der einen Seite, Kanäle, alte Hafengebäude und Neubauten auf der anderen. Seit 2022 sind weitere Wandbilder dazugekommen, die Runde lässt sich also gut verlängern.

Mehr Touren aus Hamburg stehen auf Wandern in Hamburg, zum Beispiel der Rundweg durch Speicherstadt, HafenCity und Rathaus und die Runde durch den Alten Elbtunnel nach Altona, über die Schanze und St. Pauli. Wandbilder gibt es hier auch aus Berlin, Wittenberg und anderen Orten.

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Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich