Tour in Hamburg · Alle Touren und Wege
Die Runde führt von den Landungsbrücken durch den Alten Elbtunnel und am Hafen entlang nach Altona, über Sternbrücke und Schanzenviertel durch Planten un Blomen und das Karolinenviertel und über die Reeperbahn zurück. Sie ist 19,4 Kilometer lang und liegt fast ganz im Stadtgebiet, mit Bahnhaltestellen am Weg.
Ich bin die Runde am 12. September 2022 gegangen.
Inhalt dieser Tour
- Steckbrief
- Darum lohnt sich die Tour
- Anreise
- Die Route
- Alter Elbtunnel
- Park Fiction und Fischauktionshalle
- Hauptkirche St. Trinitatis
- Dockland
- Altonaer Rathaus und Platz der Republik
- Jüdischer Friedhof an der Königstraße
- Sternbrücke und Rote Flora
- Schanzenpark und Wasserturm
- Planten un Blomen und Heinrich-Hertz-Turm
- Feldstraßenbunker
- Karolinenviertel und Schilleroper
- Reeperbahn und Davidwache
- Gut zu wissen
- Fazit
Steckbrief
Strecke
19,4 km
Gehzeit
4:00 h
Art
Rundtour
Start und Ziel
Landungsbrücken
ÖPNV
S1, S3 und U3 zum Start und ab dem Ziel
Einkehr
Fischmarkt, Schanzenviertel, Karolinenviertel, Reeperbahn
- Mit der Bahn erreichbar
- Einkehr am Weg
- Abkürzbar
Gelaufen am 12. September 2022
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Streckenband
- Kilometer 0LandungsbrückenStart · S1, S3, U3
- Kilometer 0,31Alter ElbtunnelNach Steinwerder und zurück
- Kilometer 2,72Park Fiction und Fischauktionshalle
- Kilometer 3,53St. Trinitatis
- Kilometer 4,84Dockland
- Kilometer 5,75Altonaer Rathaus
- Kilometer 7,16Jüdischer Friedhof
- Kilometer 10,97Sternbrücke und Rote Flora
- Kilometer 12,68Wasserturm
- Kilometer 13,69Planten un Blomen
- Kilometer 15,710Feldstraßenbunker
- Kilometer 16,411Schilleroper
- Kilometer 17,912Davidwache
- Kilometer 19,4LandungsbrückenZiel
Darum lohnt sich die Tour
- Der Alte Elbtunnel von 1911 führt zu Fuß unter der Elbe hindurch. Du gehst ihn hin und zurück.
- Hafenkante, Fischauktionshalle, Dockland und der Bahnhof, der heute Altonaer Rathaus ist, liegen an einem Weg.
- Vom Schanzenviertel mit der Roten Flora geht es durch Planten un Blomen am Heinrich-Hertz-Turm vorbei, dann am Feldstraßenbunker und an der Schilleroper.
- Zum Schluss geht es über die Reeperbahn hinunter zu den Landungsbrücken.
- Start und Ziel sind eine Haltestelle. Du brauchst kein Auto.
Anreise
Hin
S1, S3 oder U3 bis Landungsbrücken
Zurück
S1, S3 oder U3 ab Landungsbrücken
Abkürzen
Unterwegs liegen Haltestellen, zum Beispiel Altona, Sternschanze und Feldstraße
Die Landungsbrücken sind Haltestelle für S-Bahn, U-Bahn und Hafenfähren. Hier kommt auch die Innenstadt-Runde durch Kontorhausviertel, Speicherstadt und HafenCity vorbei.
Alle Touren mit Bahnanreise, nach Linien sortiert: Mit der Bahn raus aus Berlin.
Die Route
Ich bin von den Landungsbrücken durch den Alten Elbtunnel gegangen, auf Steinwerder gewendet und durch den Tunnel zurück, dann am Nordufer der Elbe entlang nach Altona. Von dort geht es über Sternbrücke und Schanzenviertel zu den Parks, durch das Karolinenviertel und über die Reeperbahn zurück zu den Landungsbrücken.
Alter Elbtunnel
Von den Landungsbrücken gehe ich zum Eingang des Alten Elbtunnels. Er wurde 1911 eröffnet, ist 426 Meter lang und verbindet St. Pauli mit Steinwerder. Gebaut wurde er für die Beschäftigten im Hafen, die vom Wohnviertel zu den Werften und Betrieben auf der anderen Elbseite mussten. Ich bin hindurchgegangen, auf der Südseite ein kurzes Stück am Hafen entlang und dann durch den Tunnel zurück.

Die Weströhre wurde saniert und im Mai 2026 wiedereröffnet.
Park Fiction und Fischauktionshalle
Hinter den Landungsbrücken folgt der Weg dem Hafenrand nach Westen. Am Antonipark liegt Park Fiction. Anwohner*innen und Künstler*innen haben ihn ab 1994 gegen eine Bebauung der Fläche durchgesetzt und die Entwürfe in einem öffentlichen Verfahren entwickelt, 2002 war das Projekt auf der Documenta XI zu sehen. Zum Park gehören künstliche Palmen und ein Spielfeld mit Tulpenmuster.
Die Fischauktionshalle in Altona wurde 1896 eingeweiht, die Auktionen begannen 1897. Der Backsteinbau ist wie eine Basilika gebaut. Der Fischmarkt findet sonntags statt, ich war an einem Montag hier.

Hauptkirche St. Trinitatis
Ein paar Schritte vom Weg entfernt steht die Hauptkirche St. Trinitatis. Sie wurde 1742 und 1743 gebaut und nach schweren Kriegszerstörungen wieder aufgebaut. Am 11. Januar 1933 wurde hier das Altonaer Bekenntnis verlesen, eine Erklärung von 21 Pastoren nach dem Altonaer Blutsonntag 1932.

Dockland
Das Dockland ist ein Bürohaus, das wie ein Schiffsbug zur Elbe hin vorspringt. Entworfen hat es das Büro von Hadi Teherani, 2005 wurde es vom Architekten- und Ingenieurverein Hamburg als Bauwerk des Jahres ausgezeichnet. Zum Gebäude gehört eine öffentliche Treppe zur Dachterrasse.


Altonaer Rathaus und Platz der Republik
Das Altonaer Rathaus war ursprünglich ein Bahnhof. Das Empfangsgebäude der Altona-Kieler Eisenbahn von 1844 steht noch im Südflügel. Heute sitzt dort das Rathaus. Auf der früheren Bahnfläche entstand ab 1895 der Platz der Republik, eine lange Grünanlage, an der Rathaus, Museum und weitere Großbauten stehen.
Vor dem Rathaus steht Black Form von Sol LeWitt, ein schwarzer Quader als Mahnmal für die vertriebene und ermordete jüdische Bevölkerung Altonas. Eingeweiht wurde es am 9. November 1989, dem Abend, an dem in Berlin die Mauer fiel.

Jüdischer Friedhof an der Königstraße
Die Route kommt am Jüdischen Friedhof an der Königstraße vorbei. 1611 erwarben sephardische Juden das Gelände, später kamen aschkenasische Gräberfelder dazu. Das Eduard-Duckesz-Haus, das die Hamburger Denkmalstiftung betreut, ist seit 2007 das Besucherzentrum. Der Friedhof ist kein Park und nicht jederzeit zugänglich.
Sternbrücke und Rote Flora
An der Sternbrücke führt die Bahn auf einer Brücke von 1926 über die Straße. Im September 2022 stand sie noch, ersetzt wird sie durch einen Neubau, die Klage dagegen scheiterte 2025 vor dem Oberverwaltungsgericht.
Im Schanzenviertel steht die Rote Flora. Aus dem früheren Theatergebäude sollte ein Musicaltheater werden, stattdessen wurde es am 1. November 1989 besetzt. Seitdem ist es ein autonomes Kulturzentrum. Die Wände waren voller Graffiti und Sticker.


Schanzenpark und Wasserturm
Im Schanzenpark steht der Wasserturm, den der Münchner Architekt Falk von Tettenborn gebaut hat. Er war Wasserspeicher mit Pumpenanlage und wurde 1961 stillgelegt. Seit 2006 ist ein Hotel darin.

Planten un Blomen und Heinrich-Hertz-Turm
Planten un Blomen liegt auf den früheren Wallanlagen der Stadt. Die Befestigung verlor im 18. Jahrhundert an Bedeutung, ab 1819 wurde sie zum Park umgestaltet. Zum Park gehört ein Japanischer Landschaftsgarten mit Teehaus, der seit 1990 besteht.
Über dem Teich ragt der Heinrich-Hertz-Turm auf, der Fernmeldeturm der Bundespost. Er wurde von 1965 bis 1968 gebaut und war 271,5 Meter hoch. Aussichtsplattform und Drehrestaurant waren seit 2001 geschlossen.


Feldstraßenbunker
Hinter dem Park geht es zur Feldstraße. Der Hochbunker dort wurde 1942 bis 1944 mit Zwangsarbeiter*innen gebaut. Als ich vorbeikam, war er eine Baustelle mit Kran und Gerüst. Die grüne Aufstockung mit öffentlichem Dachgarten ist seit dem 5. Juli 2024 geöffnet.


Karolinenviertel und Schilleroper
Das Karolinenviertel war lange ein Gewerbeviertel neben dem Schlachthof. Heute gibt es hier kleine Läden, Kunst und Stadtteilkultur.
In der Straße Bei der Schilleroper steht die Stahlkonstruktion der Schilleroper. Sie wurde 1889 bis 1891 als Circus Busch gebaut, ab 1905 war sie Schiller-Theater, 1932 begann der Opernbetrieb. Der Stahlbau ist ein seltenes Beispiel für einen festen Zirkusbau und steht unter Denkmalschutz. Im Sommer 2021 wurden die Anbauten abgerissen, übrig blieb das Stahlgerüst.
Reeperbahn und Davidwache
Die Reeperbahn heißt so nach den Reepschlägern, den Seilmachern, die für ihre langen Seile viel Platz brauchten. An ihr steht die Davidwache, die Polizeiwache am Spielbudenplatz. Das Backsteinhaus hat Fritz Schumacher entworfen, es steht unter Denkmalschutz.
Am Hans-Albers-Platz steht eine fast drei Meter hohe Bronzefigur von Hans Albers, die Jörg Immendorff 1986 geschaffen hat. Nach einem Streit mit dem Senat ließ Immendorff das Original abbauen, heute steht dort eine Kopie. Am Platz liegt auch die Hans-Albers-Klause. Von hier geht es hinunter zu den Landungsbrücken.



Gut zu wissen
- Die Strecke ist eine eigene Komoot-Route und nicht markiert. Geh am besten mit dem Track.
- 19,4 Kilometer sind für einen Stadtrundgang viel. Die Gehzeit oben ist die reine Laufzeit. Mit Besichtigungen wird ein ganzer Tag daraus.
- Der Fischmarkt findet sonntags statt. Willst du ihn erleben, leg die Runde auf einen Sonntagmorgen.
- Seit meiner Tour hat sich einiges verändert: Der Elbtunnel hat seine sanierte Weströhre, am Feldstraßenbunker gibt es den Dachgarten, die Sternbrücke wird neu gebaut.
- Der Jüdische Friedhof an der Königstraße hat eigene Öffnungszeiten. Sie stehen bei der Denkmalstiftung.
- Einkehr: Am Fischmarkt und an der Großen Elbstraße, im Schanzenviertel, im Karolinenviertel und rund um die Reeperbahn gibt es Cafés und Lokale.
- Streetart gibt es auch in Harburg: zwölf große Wandbilder von Walls Can Dance auf einer kurzen Runde durch Innenstadt und Binnenhafen.
Fazit
Ich fand die Runde okay und abwechslungsreich. Sie ist fast durchgehend Stadt, mit den Parks in der Mitte, und auf 19,4 Kilometern liegen ein Tunnel von 1911, ein alter Bahnhof, ein Wasserturm, ein Hochbunker und ein Zirkusbau aus Stahl am Weg. Wenn du noch nicht viel von Hamburg gesehen hast, ist sie auf jeden Fall empfehlenswert. Alle Hamburger Touren stehen unter Wandern in Hamburg.
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