Unterwegs zu Fuß

Haus der Kulturen der Welt: Kongresshalle, Dach und Auster

Geschwungenes Dach der früheren Kongresshalle, heute Haus der Kulturen der Welt, vor blauem Himmel

Haus der Kulturen der Welt, 1957 als Kongresshalle eröffnet.

Das Haus der Kulturen der Welt steht an der John-Foster-Dulles-Allee am Nordrand des Großen Tiergartens, im Ortsteil Tiergarten. Gebaut wurde es 1956 und 1957 als Kongresshalle, in der Nachbarschaft des Reichstags. Die Berliner*innen nannten das Haus wegen seines Dachs „Schwangere Auster“.

Ein Geschenk aus Amerika

Die Kongresshalle war der amerikanische Beitrag zur Interbau 1957, der Internationalen Bauausstellung. Entworfen hat sie Hugh Stubbins, mitgearbeitet haben unter anderem Werner Düttmann und Franz Mocken. Bauherrin war die Benjamin-Franklin-Stiftung, das Haus war ein Geschenk der US-Regierung. Der Standort am Spreebogen sollte zeigen, dass West-Berlin zur „freien Welt“ gehört.

Eröffnet wurde das Haus am 19. September 1957 mit einer Feier über fünf Tage. Es diente für Kongresse und Tagungen, auch der Bundestag hat hier mehrmals getagt, zuletzt 1965.

Das Dach

Auffällig ist das geschwungene Dach. Die doppelt gekrümmte Schale aus Beton berührt den Boden nur an zwei Punkten. Stabil gehalten wurde sie anfangs über einen Ringanker und Seile, die in den Beton eingegossen waren. Vorbild war eine Sporthalle in Raleigh in den USA.

Am 21. Mai 1980 brach durch Materialermüdung der südliche Randbalken ab, ein Teil des Dachs stürzte herunter. Ein Journalist kam dabei ums Leben. Bis 1987 wurde das Dach neu gebaut, diesmal frei tragend mit kräftigen Randbalken, so wie es ursprünglich gedacht war. Zur 750-Jahr-Feier Berlins öffnete das Haus wieder.

Haus der Kulturen der Welt

1989 wurde das Haus der Kulturen der Welt gegründet und zog in die frühere Kongresshalle. Seitdem ist sie ein Ort für Veranstaltungen und Kultur.

Im westlichen Wasserbecken vor dem Haus steht seit 1987 die Bronze „Large Divided Oval: Butterfly“ von Henry Moore. Sie wurde 1986 gegossen und gilt als seine letzte öffentliche Arbeit.

Architekt*in

Hugh Stubbins, Mitarbeit unter anderem Werner Düttmann und Franz Mocken

Ort

John-Foster-Dulles-Allee 10, Tiergarten

Gebaut

1956 bis 1957, Dach nach Teileinsturz 1984 bis 1987 neu gebaut

Zustand

Baudenkmal, seit 1989 Haus der Kulturen der Welt

Zugang

Außenbereich mit Wasserbecken an der John-Foster-Dulles-Allee, Haus für Veranstaltungen

Nächste Haltestelle

Haus der Kulturen der Welt (ca. 150 m), Platz der Republik (ca. 350 m), Katharina-Paulus-Straße (ca. 450 m)

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Runde durch Tiergarten vorbeigekommen: Tiergarten.

HHaus der Kulturen der WeltHPlatz der Republik
Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Die H markieren die nächsten Haltestellen.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Weitere Orte im Bezirk Mitte: das Reichstagsgebäude ein Stück weiter östlich und die Akademie der Künste im Hansaviertel. Alle sechs Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Mitte.

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