Die Akademie der Künste am Hanseatenweg, eröffnet 1960.
Die Akademie der Künste steht am Hanseatenweg im Süden des Hansaviertels, gleich neben dem Englischen Garten. Sie kam nach der Interbau von 1957 dazu und wurde am 18. Juni 1960 eröffnet. Die West-Berliner Akademie war erst 1954 gegründet worden. 1993 wurden die Akademien aus Ost und West zu einer zusammengelegt.
Ein Stifter aus Detroit
Bezahlt hat den Bau Henry H. Reichhold. Er wurde 1901 in Berlin geboren, ging 1924 in die USA und gründete in Detroit eine Fabrik, die Rohstoffe für Farben herstellte. 1942 finanzierte er das Detroit Symphony Orchestra, ab 1958 war er Ehrenmitglied der Akademie. Links neben dem Eingang hängt an einer Mauer aus Waschbeton eine Tafel mit dem Satz „Henry H. Reichhold stiftete dieses Haus im Jahre 1960“. Als Bauherr steht in der Denkmalliste der Präsident der Akademie.
Drei Bauteile
Werner Düttmann war 37 Jahre alt, als er 1958 den Auftrag bekam. Nicht weit entfernt hatte er schon die Hansabibliothek gebaut. Die Akademie besteht aus drei Teilen: einer kubischen Ausstellungshalle mit Sheddach, einem fensterlosen Studio, das tiefer liegt und schiefwinklige Backsteinwände hat, und einem blau gestrichenen Haus für Ateliers und Verwaltung. Das Landesdenkmalamt sieht darin Anleihen beim Fabrikbau und expressive Formen der 1920er Jahre. Gebaut haben das Haus die Philipp Holzmann AG, Grün und Bilfinger und Wayss und Freytag gemeinsam.
Düttmann wurde 1961 Mitglied der Akademie. Von 1971 bis zu seinem Tod 1983 war er ihr Präsident.
Gartenhöfe und die Liegende
Die Gartenhöfe und Außenanlagen hat der Gartenarchitekt Walter Rossow gestaltet, sie sind ein eigenes Gartendenkmal. Im ganzen Haus liegt ein Boden aus Schieferplatten, der in den Höfen weiterläuft. Die Fensterwände stehen ohne sichtbaren Sockel direkt darauf, so geht der Boden von drinnen nach draußen über. Ein Hof im Norden mit einer Buche und Essigbäumen reicht bis ins Foyer, im Süden schließt der Garten an den Englischen Garten an. Zum Vorplatz am Eingang führt eine breite Treppe hinunter.
In diese Treppe ist die „Liegende“ von Henry Moore eingepasst, eine Frauenfigur aus Bronze von 1956. Aufgestellt wurde sie laut Bürgerverein Hansaviertel 1961. Moore hat mit Verformungen und Öffnungen gearbeitet, ihr Körper ist stärker abstrahiert als die Liegende von Alfredo Ceschiatti am Niemeyer-Haus.
Steckbrief
Architekt*in
Werner Düttmann (Gebäude), Walter Rossow (Gartenhöfe)
Ort
Hanseatenweg 10, Hansaviertel
Gebaut
1959 bis 1960, eröffnet am 18. Juni 1960
Zustand
Baudenkmal, Gartenhöfe und Außenanlagen als Gartendenkmal
Zugang
Außenbau und Liegende vom Hanseatenweg aus zu sehen
Nächste Haltestelle
Großer Stern (ca. 250 m), Hansaplatz (ca. 300 m), Bellevue (ca. 400 m)
Am Weg
Ich bin hier auf meiner Runde durch das Hansaviertel vorbeigekommen: Hansaviertel.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Weitere Orte im Bezirk Mitte: die Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche und die Hand mit Uhr, beide im Hansaviertel. Alle sechs Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Mitte.
