Unterwegs zu Fuß

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Kaufhaus Jandorf: Warenhaus von 1904 an der Brunnenstraße

Abgerundete Ecke des ehemaligen Kaufhauses Jandorf an der Brunnenstraße mit Turmaufsatz

Die abgerundete Ecke zur Veteranenstraße mit dem Dachreiter.

An der Ecke Brunnenstraße und Veteranenstraße in Berlin-Mitte steht das frühere Kaufhaus Jandorf. Die Architekten Lachmann und Zauber bauten es von 1903 bis 1904 für den jüdischen Kaufmann Adolf Jandorf. Die Pfeilerfassade läuft um die abgerundete Ecke, darüber sitzt ein Dachreiter, der von weitem zu sehen ist. In der DDR arbeitete hier das Modeinstitut, seit 2019 ist das Haus ein Bürogebäude.

Pfeiler, Schaufenster, Dachreiter

Das Erdgeschoss ist eine durchgehende Schaufensterfront, unterbrochen nur von den Hauptpfeilern. Darüber liegen die früheren Verkaufsgeschosse mit schmalen, hochrechteckigen Fenstern. Unter dem obersten Geschoss, in dem die Verwaltung saß, schließen Rundbogenfenster und verzierte Brüstungsfelder die Fassade ab. Die Denkmaldatenbank vergleicht die strenge Gliederung mit den Warenhäusern von Alfred Messel, etwa dem Wertheim-Haus in der Rosenthaler Straße.

Jandorf und Tietz

Adolf Jandorf, 1870 in Hengstfeld in Württemberg geboren, hatte sich das Warenhausgeschäft in den USA angesehen. 1892 eröffnete er am Spittelmarkt sein erstes Geschäft, weitere Häuser folgten, 1907 kam das KaDeWe dazu. Mit dem Haus an der Brunnenstraße ging er in die damaligen Vorstädte.

1926 gab Jandorf die Leitung seiner Häuser ab, sie gingen an die Hermann Tietz AG. Tietz baute an der Brunnenstraße um: Die Haupttreppe und das Foyer im ersten Obergeschoss stammen aus dieser Zeit. Jandorf starb 1932 in Charlottenburg.

Modeinstitut, Leerstand, Büros

In der DDR saß im Haus das Modeinstitut, dessen Gestalter*innen Kollektionen für die Industrie entwarfen. 1993 kaufte ein Hotelier aus Frankfurt am Main das Gebäude von der Treuhandanstalt. Fassade und Dach wurden saniert, der geplante Komplettumbau blieb aus. Mehr als 25 Jahre stand das Haus meist leer und wurde nur zeitweise für Veranstaltungen vermietet, im Januar 2017 etwa für die Fashion Week.

Von 2017 bis 2019 wurde es zum Bürohaus umgebaut, als Mieter zog Mercedes ein. Von der Straße aus ist der Bau frei zu sehen, innen ist er nicht öffentlich.

Architekt*in

Lachmann und Zauber

Ort

Brunnenstraße 19 bis 21 / Veteranenstraße 28, Mitte

Gebaut

1903 bis 1904, Umbau 1926 und 2017 bis 2019

Zustand

saniert, Bürohaus

Nächste Haltestelle

U Rosenthaler Platz (U8), ca. 350 m

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Tour durch das jüdische Berlin vorbeigekommen: Vom Gesundbrunnen nach Alt-Hohenschönhausen.

HU Rosenthaler Platz
Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Das H markiert die nächste Haltestelle.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Weitere Orte von den Touren zum jüdischen Berlin: die Zigarettenfabrik Garbáty in Pankow und das Jüdische Museum in Kreuzberg.