Unterwegs zu Fuß

Müggelturm: Pagodenturm, Brand und Neubau von 1961

Müggelturm auf dem Kleinen Müggelberg in Köpenick, eröffnet 1961, zwischen herbstlichen Bäumen

Der Müggelturm, eröffnet Silvester 1961.

Der Müggelturm steht auf dem Kleinen Müggelberg im Wald südlich des Müggelsees, im Ortsteil Köpenick. Die Müggelberge sind die höchste natürliche Erhebung Berlins.

Vom Holzturm zur Pagode

Um 1880 ließ Carl Spindler auf dem Kleinen Müggelberg einen zehn Meter hohen Holzturm bauen. 1889 und 1890 wurde daraus ein 27 Meter hoher Turm im Pagodenstil. 1945 nutzte die SS ihn als Beobachtungsposten. Ein langjähriger Bewohner verhinderte laut DDR Museum kurz vor Kriegsende, dass er gesprengt wurde. Am 19. Mai 1958 brannte der Turm ab, vermutlich durch Schweißarbeiten.

Ein Turm aus Spenden

Die Berliner Zeitung schrieb einen Wettbewerb aus, 32 Entwürfe kamen. Gewonnen haben drei Studierende der Kunsthochschule Weißensee, Jörg Streitparth, Siegfried Wagner und Klaus Weißhaupt. Die Denkmaldatenbank nennt als Entwurfsverfasser das Müggelturmkollektiv der Bauunion Berlin und als Bauherrn das Nationale Aufbauwerk. Grundstein war am 6. Oktober 1959, gebaut wurde mit Spenden und freiwilligen Arbeitsstunden der Bevölkerung. In der Silvesternacht 1961 wurde der neue Turm eröffnet. Zur Anlage gehört laut Denkmalliste auch ein Café- und Restaurantbau.

Der Turm ist etwa 30 Meter hoch, 126 Stufen führen zur Plattform auf 88 Metern über dem Meer. Die Aussicht reicht laut berlin.de bis zu 60 Kilometer weit.

Nach der Wende

Nach der Wende sprangen mehrere Investoren wieder ab. Ein Bebauungsplan von 2002, der vor allem ein Hotel vorsah, kam laut Senat nicht voran, weil sich dafür kein Investor fand. Bei Arbeiten am Turm wurde ein Mosaik zerstört, das zum Denkmal gehört. Im Mai 2018 öffnete der Turm mit einem neuen Investor wieder.

Architekt*in

Jörg Streitparth, Siegfried Wagner und Klaus Weißhaupt (laut Denkmalliste), Müggelturmkollektiv der Bauunion Berlin (laut Denkmaldatenbank)

Ort

Straße zum Müggelturm 1, Kleiner Müggelberg, Köpenick

Gebaut

1959 bis 1961, eröffnet Silvester 1961

Zustand

Baudenkmal, seit 2018 wieder geöffnet

Zugang

126 Stufen bis zur Aussichtsplattform

Nächste Haltestelle

Bus Rübezahl (ca. 800 m Luftlinie), Müggelseeperle (ca. 1,1 km)

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Runde durch Köpenick vorbeigekommen: Köpenick.

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Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Die H markieren die nächsten Haltestellen.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Weitere Orte in Treptow-Köpenick: das Rathaus Köpenick, Schloss Köpenick und die Gartenstadt Falkenberg. Alle 15 Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Treptow-Köpenick.

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich