Unterwegs zu Fuß

/ /

Parkfriedhof Marzahn: Gedenkorte entlang der Hauptachse

Bronzefigur auf hoher Stele im Wald des Parkfriedhofs Marzahn, Denkmal für Zwangsarbeiter*innen

Parkfriedhof Marzahn am Wiesenburger Weg, angelegt 1909.

Der Parkfriedhof Marzahn liegt am Wiesenburger Weg zwischen den S-Bahnhöfen Marzahn und Raoul-Wallenberg-Straße. Er ist rund 21 Hektar groß und wurde 1909 für die Stadt Lichtenberg angelegt. An der Hauptachse liegen Gedenkorte für Opfer von Krieg, Zwangsarbeit und Verfolgung.

Ein Friedhof für die Stadt

Zuerst war der Friedhof der Begräbnisplatz der Stadt Lichtenberg. Später wurden hier vor allem Menschen aus den zentralen, nordöstlichen und östlichen Bezirken Berlins beigesetzt, deren Beerdigung die öffentliche Wohlfahrt übernahm. Die meisten bekamen nummerierte Reihengräber. Zwischen 1933 und 1945 kamen Tausende Opfer des NS-Regimes und des Krieges dazu. In den 1970er Jahren bekam der Friedhof mit dem Wohnungsbau in Marzahn neue Bedeutung. Die Hauptachse ist als Gartendenkmal eingetragen.

Gedenkorte an der Hauptachse

Der Ehrenhain für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs entstand um 1916. 1951 und 1952 kam das Denkmal „Schwurhand“ für die Opfer des Zweiten Weltkriegs dazu, 1957 ein Gedenkstein für die Roten Matrosen.

Der Sowjetische Ehrenhain wurde 1958 angelegt. Damals wurden die Toten des sowjetischen Militärfriedhofs aus dem Park von Schloss Biesdorf hierher umgebettet.

Das Denkmal für die Zwangsarbeiter*innen wurde am 27. Januar 2004 eingeweiht und ersetzte einen Stein von 1951. Die Recherchen ermittelten über 1.400 Namen. Die Betroffenen lebten zwischen 1938 und 1945 an rund 30 Lagerstandorten in Marzahn und Hellersdorf. Viele von ihnen sind auf dem Friedhof bestattet, darunter etwa hundert Kinder.

Seit 1986 erinnert ein Gedenkstein an die Sinti und Roma. Das Zwangslager, in dem sie ab 1936 leben mussten, lag neben dem Friedhof. Die Gedenkstätte am Otto-Rosenberg-Platz steht in der Runde durch Marzahn. Weitere Steine erinnern an 20 polnische Zwangsarbeiter*innen (2004), an gefallene italienische Soldaten (1996) und an Russlanddeutsche als Opfer des Stalinismus (2002).

Ort

Wiesenburger Weg 10, Marzahn

Angelegt

1909, rund 21 Hektar

Zustand

Friedhof mit Gedenkorten, Hauptachse als Gartendenkmal geschützt

Nächste Haltestelle

S Marzahn (S7) und S Raoul-Wallenberg-Straße (S7), je ca. 450 m bis zur Mitte des Friedhofs

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Runde durch Marzahn vorbeigekommen: Marzahn zu Fuß.

HS MarzahnHS Raoul-Wallenberg-Straße
Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Die H markieren die nächsten Haltestellen.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Weitere Orte in Marzahn-Hellersdorf: das Gutshaus Mahlsdorf und Schloss Biesdorf. Alle fünf Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Marzahn-Hellersdorf zu Fuß.

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich