/ /

Rundwanderweg Schorfheide, Etappe 2: Von Biesenthal nach Eichhorst

Der Grabowsee mit Booten am Ufer

Rundwanderweg Schorfheide, Etappe 2 von 7 · Zum Gesamtbericht

Die zweite Etappe des Rundwanderwegs Schorfheide ist die Etappe der Gewässer. Sie führt vom Bahnhof Biesenthal durch die Altstadt und über den Schlossberg ins Finowtal, quert den Finowkanal und den Oder-Havel-Kanal und endet nach drei Seen am Werbellinkanal in Eichhorst. 24,3 Kilometer, knapp fünf Stunden Gehzeit.

Ich bin am Sonntag, dem 9. Mai 2021, am Bahnhof Biesenthal losgegangen, einen Tag nach der ersten Etappe. Der Weg ist mit einem blauen Baum auf weißem Grund markiert. Wie er aufgebaut ist, steht im Gesamtbericht.

Inhalt dieser Etappe

Strecke

24,3 km

Gehzeit

4:45 h

Start

Bahnhof Biesenthal

Ziel

Eichhorst, Schleuse

Gelaufen am

9. Mai 2021

Untergrund

überwiegend Waldwege, in den Orten Asphalt, an der Finow und am Werbellinkanal weiche Uferwege

Einkehr

Biesenthal am Markt, Eichhorst an der Schleuse

  • Mit der Bahn erreichbar
  • Bus nötig
  • Badestelle
  • Einkehr am Weg
Karte: Rundwanderweg Schorfheide, Etappe 2Etappe 2 von Bahnhof Biesenthal nach Eichhorst, 24,3 km. Die übrigen Etappen sind blass dargestellt.Start: Bahnhof BiesenthalZiel: Eichhorst5 km
Etappe 2 von Bahnhof Biesenthal nach Eichhorst, 24,3 km. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung, die übrigen Etappen des Rundwanderwegs Schorfheide sind blass dargestellt.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Darum lohnt sich die Tour

  • Die Etappe mit dem meisten Wasser: Finow, Pregnitzfließ, zwei Kanäle, drei Seen
  • Biesenthal mit Markt und Schlossberg gleich am Anfang
  • Danach fast nur noch Wald, Wiesen und Wasser
  • Das Ziel am Werbellinkanal in Eichhorst

Anreise

Hin

RB 24 bis Bahnhof Biesenthal

Zurück

ab Haltestelle Eichhorst, Schleuse mit dem Bus über Finowfurt nach Eberswalde Hauptbahnhof

Hinweis

Am Wochenende und an Feiertagen fährt die Linie 917 bis Finowfurt, montags bis freitags die Linie 905. In Finowfurt Umstieg in die Linie 910.

Die Fahrpläne stehen bei der Barnimer Busgesellschaft. Die Verbindung prüfst du am besten am Tag der Tour im VBB-Fahrplan, die 917 fährt am Wochenende etwa alle zwei Stunden.

Die Route

Vom Bahnhof in die Altstadt

Der Bahnhof Biesenthal liegt rund drei Kilometer vor der Stadt. Der Weg dorthin führt am Wasserturm vorbei und durch den Stadtpark, in dem ein Mahnmal für die Opfer des Faschismus steht. Dahinter folgen die katholische Kirche St. Marien, geweiht 1909, und die evangelische Stadtkirche. Am Markt steht das Rathaus, ein Fachwerkbau. Einen Rundgang durch die Stadt gibt es beim Leibniz-Institut für Länderkunde.

Die Schleife durch die Altstadt gehört zum markierten Weg. Offiziell ist die Etappe mit 22 Kilometern angegeben, ich bin auf 24,3 Kilometer gekommen.

Schlossberg und Finowtal

Gleich hinter dem Markt liegt der Schlossberg mit dem Kaiser-Friedrich-Turm, mehr dazu unten. Von oben geht der Blick über die Baumkronen bis zur Stadtkirche.

Unterhalb des Schlossbergs quert der Weg die Finow und kommt an der Wehrmühle vorbei. Die Mühle wird 1375 erstmals erwähnt. Heute ist sie ein Kunstort, bekannt durch die Sommerausstellung „Art Biesenthal“. Danach öffnet sich das Finowtal: Wiesen, Gräben und Waldränder bis zum Rastplatz Pöhlitzbrück bei Kilometer 8. Dort habe ich Pause gemacht.

Kurz hinter dem Rastplatz steht ein Wegweiser mit der Aufschrift „Rundweg um die Schorfheide, Länge 135 km“. So lang war der Weg bei seiner Vorstellung im April 2021 angegeben. Bis Eichhorst nennt das Schild 13,2 Kilometer.

Bukowsee und Pregnitzfließ

Bei Kilometer 11,5 erreicht der Weg den Bukowsee, wenig später das Pregnitzfließ. Beide gehören zum Naturschutzgebiet Finowtal-Pregnitzfließ. Baden ist dort nur an markierten Badestellen erlaubt, unter anderem am Bukowsee und am Eiserbuder See.

Finowkanal und Oder-Havel-Kanal

Nach gut 16 Kilometern steht der Weg an der Schleuse Grafenbrück am Finowkanal. Der erste Finowkanal wurde von 1605 bis 1620 gebaut. Ab 1743 entstand er neu, am 10. Juni 1746 gab es die Probefahrt. 1914 löste ihn der Oder-Havel-Kanal als Hauptverbindung ab. Neben der Schleuse steht der „Schleusengraf“, ein Magazin aus den Jahren 1802 bis 1804 mit Bohlenbinderdach.

Knapp zwei Kilometer weiter quert der Weg bei Marienwerder den Oder-Havel-Kanal am Sicherheitstor Pechteich. Am Nordufer des Kanals beginnt das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

Pechteichsee, Grabowsee und Rosenbeck

Hinter dem Kanal reihen sich drei Gewässer auf: der Pechteichsee, der Grabowsee und der Rosenbecksee. An der Schleuse Rosenbeck beginnt der letzte Abschnitt. Sie wurde 1998 als Selbstbedienungsschleuse erneuert.

Am Werbellinkanal nach Eichhorst

Die letzten Kilometer folgen dem Werbellinkanal, der 1766 fertig wurde und den Werbellinsee mit dem Finowkanal verbindet. In Eichhorst endet die Etappe an der Schleuse. Der Ort geht auf eine Papiermühle von 1709 zurück, die ab 1711 produzierte und 1866 abbrannte. Eichhorst heißt er erst seit 1878. Neben der Schleuse steht das Wisentdenkmal, gleich daneben hält der Bus.

Am Wegesrand

Der Kaiser-Friedrich-Turm in Biesenthal

Auf dem Schlossberg stand ab 1884 ein hölzerner Aussichtsturm. Der steinerne Kaiser-Friedrich-Turm wurde am 18. Oktober 1907 eingeweiht. Der Berg selbst ist älter: 1258 wird in Biesenthal erstmals ein Vogt erwähnt. Am 30. August 2014 wurde der Schlossberg nach einer Neugestaltung wieder eröffnet. Der Turm ist in der warmen Jahreszeit geöffnet, der Eintritt ist frei. Die Öffnungszeiten nennt Reiseland Brandenburg.

Das Mahnmal im Stadtpark

Im Biesenthaler Stadtpark steht ein Mahnmal für die Opfer des Faschismus mit Feuerschale und rotem Winkel. Der Weg vom Bahnhof in die Stadt führt direkt daran vorbei.

Die Schleuse Grafenbrück

Im Mai 2021 war die Schleuse Grafenbrück noch die alte, von Hand betriebene Anlage. Seit dem 17. April 2023 ist sie Baustelle. Im Lauf der Saison 2027 soll sie als Automatikschleuse wieder öffnen. So wie auf meinem Foto sieht sie also nicht mehr aus.

Das Wisentdenkmal in Eichhorst

Das Wisentdenkmal an der Schleuse stammt vom Bildhauer Max Esser und wurde im Oktober 1934 eingeweiht. Die Inschrift nennt 1934 als Gründungsjahr eines „deutschen Urwildparks“. 1958 wurde das Denkmal entfernt, im April 1990 barg es der Forstbetrieb. In den 1990er Jahren wurde es rekonstruiert, ohne die Symbole der NS-Zeit.

Gut zu wissen

  • Die offizielle zweite Etappe ist mit 22 Kilometern angegeben. Vom Bahnhof Biesenthal aus bin ich auf 24,3 Kilometer gekommen.
  • Am 9. Mai 2021 gab es wegen der Corona-Regeln unterwegs keine Bewirtung. Heute gibt es Gastronomie am Markt in Biesenthal und an der Schleuse in Eichhorst. Dazwischen ist Einkehr rar: Am Weg liegen nur der Schleusengraf in Grafenbrück und die Marina in Marienwerder. Wasser und Proviant mitnehmen.
  • An der Schleuse Grafenbrück wird seit 2023 gebaut. Im Baustellenbereich gibt es Einschränkungen. Der Weg führt direkt an der Schleuse vorbei, den aktuellen Stand deshalb vor der Tour prüfen.
  • Baden ist im Naturschutzgebiet nur an den markierten Badestellen erlaubt, am Weg liegt die am Bukowsee.
  • Eichhorst hat keinen Bahnhof. Die Rückfahrt mit dem Bus vorher heraussuchen.

Fazit

Die zweite Etappe ist mit 24,3 Kilometern die zweitlängste und die mit dem meisten Wasser: Finow, Pregnitzfließ, zwei Kanäle, drei Seen. Biesenthal mit Markt und Schlossberg liegt gleich am Anfang, danach folgen fast nur noch Wald, Wiesen und Wasser. Technisch ist die Strecke einfach, die Länge und die Rückfahrt mit dem Bus wollen aber geplant sein.