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Rundwanderweg Schorfheide, Etappe 4: Von Joachimsthal nach Chorin

Drei Skulpturen der Nornen auf dem Dorfplatz von Althüttendorf

Rundwanderweg Schorfheide, Etappe 4 von 7 · Zum Gesamtbericht

Die vierte Etappe ist die längste des Rundwanderwegs Schorfheide. Sie führt vom Kaiserbahnhof Joachimsthal über Althüttendorf in die Ihlowberge, an einem Kiestagebau vorbei zum Buchenwald Grumsin und über Groß-Ziethen und Senftenhütte zum Bahnhof Chorin. 25,2 Kilometer, gut viereinhalb Stunden Gehzeit.

Ich bin am Samstag, dem 15. Mai 2021, am Kaiserbahnhof losgegangen, einen Tag nach der dritten Etappe. Los ging es bei Sonne, über den Rapsfeldern bei Groß-Ziethen standen später dunkle Wolken. Markiert ist der Weg mit einem blauen Baum auf weißem Grund. Wie er aufgebaut ist, steht im Gesamtbericht.

Inhalt dieser Etappe

Strecke

25,2 km

Gehzeit

4:41 h

Start

Joachimsthal Kaiserbahnhof

Ziel

Bahnhof Chorin

Gelaufen am

15. Mai 2021

Untergrund

Pflaster, Asphalt und Waldwege, am Grumsin naturbelassene Wege

Einkehr

am Kaiserbahnhof, Imbiss im Eiszeitmuseum Groß-Ziethen, Bistro am Bahnhof Chorin

  • Mit der Bahn erreichbar
  • Abkürzbar
  • Einkehr am Weg
Karte: Rundwanderweg Schorfheide, Etappe 4Etappe 4 von Joachimsthal Kaiserbahnhof nach Bahnhof Chorin, 25,2 km. Die übrigen Etappen sind blass dargestellt.Start: KaiserbahnhofZiel: Bahnhof Chorin5 km
Etappe 4 von Joachimsthal Kaiserbahnhof nach Bahnhof Chorin, 25,2 km. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung, die übrigen Etappen des Rundwanderwegs Schorfheide sind blass dargestellt.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Darum lohnt sich die Tour

  • Die Etappe mit den meisten Wechseln: See, Dorf, Hügel, Tagebau, Buchenwald und Felder
  • Der Buchenwald Grumsin mit dem Großen Schwarzen See
  • Die Ihlowberge, Hügel aus der Eiszeit
  • Althüttendorf mit den Nornen

Anreise

Hin

RB 63 ab Eberswalde Hauptbahnhof bis Joachimsthal Kaiserbahnhof

Zurück

RE 3 ab Bahnhof Chorin

Takt

RB 63 und RE 3 stündlich

Abkürzen

Start am Bahnhof Althüttendorf (RB 63), das spart 3,5 km

Die RB 63 fuhr 2021 von Eberswalde über Joachimsthal bis Templin, seit Dezember 2022 endet sie in Joachimsthal. Seit Dezember 2024 fahren auf der Linie Batteriezüge.

Die Route

Vom Kaiserbahnhof zum Werbellinsee

Gleich hinter dem Kaiserbahnhof steht eine Mammut-Skulptur. Der Weg führt zur Nordostspitze des Werbellinsees. Dort stehen ein Gedenkstein für den Wildbiologen Horst Siewert und zwei Tafeln: eine zum früheren Wildgehege, eine zur Königlichen Ziegelei, die hier ab 1817 arbeitete.

Althüttendorf

Nach dreieinhalb Kilometern kommt der Weg am Bahnhof Althüttendorf vorbei, nach gut fünf Kilometern ist der Dorfplatz erreicht. Der Ort geht auf eine Glashütte von 1653 zurück, die Kirche wurde von 1803 bis 1810 gebaut. Auf dem Platz stehen seit 2013 drei Skulpturen, die Nornen.

Ihlowberge und Kiestagebau

Hinter Althüttendorf quert der Weg auf einer Brücke die Autobahn A 11 und steigt in die Ihlowberge. Der Geopark hat hier und an der Sperlingsherberge 2012 zwei Erlebnisorte eingerichtet, die die Landschaft der Eiszeit erklären. Am Aussichtspunkt habe ich Pause gemacht.

Bei Kilometer 11,2 gibt ein Aussichtspunkt den Blick in einen Kiestagebau frei. Hier wird der Sand und Kies abgebaut, den das Schmelzwasser der Gletscher abgelagert hat.

Am Rand des Grumsin

Hinter der Sperlingsherberge, dem zweiten Erlebnisort des Geoparks, führt der Weg in den Buchenwald. Von etwa Kilometer 12,9 bis 15,8 läuft meine Strecke durch das Naturschutzgebiet Grumsiner Forst/Redernswalde. Der Buchenwald Grumsin gehört seit dem 25. Juni 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe, das Welterbegebiet ist 590 Hektar groß. Der Weg führt durch die Pufferzone und am Rand der Kernzone entlang, die nicht betreten werden darf.

Bei Kilometer 14,5 liegt der Große Schwarze See direkt am Weg. Baden ist hier verboten, ebenso Zelten und Feuer. Die Regeln für das Welterbe gelten auch am See.

Groß-Ziethen

Hinter dem Wald öffnet sich die Landschaft. Über Felder geht es nach Groß-Ziethen, im Mai 2021 blühte dort der Raps. Am Ortseingang steht das Besucherzentrum des Geoparks mit dem Eiszeitmuseum, das es seit 2012 gibt. Vor dem Haus steht ein lebensgroßes Mammut namens Georg.

Ab 1686 siedelten in Groß-Ziethen französische Glaubensflüchtlinge. Die Kirchenbücher wurden bis 1844 auf Französisch geführt.

Senftenhütte und der Weg nach Chorin

Vier Kilometer weiter liegt Senftenhütte. Auch dieser Ort beginnt mit Glas: 1705 entstand eine Glashütte, von 1718 bis 1739 war Johann Georg Senff ihr Pächter, 1747 wurde sie an die Heerstraße verlegt.

Hinter Senftenhütte führt der Weg durch den Wald, am Weber-Denkmal und an den Stabhüttenbrüchern vorbei. Nach 25,2 Kilometern ist der Bahnhof Chorin erreicht. Züge halten hier seit dem 1. September 1902.

Am Wegesrand

Horst Siewert und das Wildgehege

Horst Siewert, geboren am 17. September 1902, war Forstmann, Wildbiologe und Tierfilmer. Ab 1934 baute er am Werbellinsee ein Wildgehege auf, das ab Oktober 1935 öffentlich zugänglich war. 1936 entstand die Stiftung Schorfheide unter Hermann Göring, zu der das Gehege gehörte. Siewert starb im Juni 1943 bei Filmarbeiten auf Kreta. Eine ausführliche Biografie ist in den Blättern aus dem Naumann-Museum erschienen.

Die Nornen von Althüttendorf

Die drei Figuren auf dem Dorfplatz stammen vom Bildhauer Eckhard Herrmann und stehen dort seit 2013. Herrmann begegnet auf dem Rundweg noch zweimal: In Hohenfinow hat er die Büste des Reichskanzlers Bethmann Hollweg geschaffen, in Eberswalde die Skulptur am Drachenkopf. Beide liegen an der siebten Etappe.

Weber-Denkmal und Kroneneiche

Kurz vor Chorin erinnert ein Denkmal aus Feldsteinen an drei Generationen der Familie Weber, die als Wild- und Hegemeister arbeiteten. Daneben liegt der Stamm der Kroneneiche. Sie wurde 500 bis 550 Jahre alt und trieb 2006 zum letzten Mal aus. Als ich im Mai 2021 vorbeikam, lag der Stamm schon am Boden.

Gut zu wissen

  • Die offizielle vierte Etappe beginnt im Zentrum von Joachimsthal und ist mit 28 Kilometern angegeben. Ich bin am Kaiserbahnhof gestartet und komme auf 25,2 Kilometer.
  • Im Grumsin gilt: auf den Wegen bleiben, Hunde an die Leine, kein Baden, kein Zelten, kein Feuer, keine Pilze sammeln.
  • Im Mai 2021 durften Gaststätten wegen der Corona-Regeln nur außer Haus verkaufen. Heute gibt es Einkehr am Kaiserbahnhof, einen Imbiss im Eiszeitmuseum Groß-Ziethen und am Wochenende ein Bistro am Bahnhof Chorin. In Althüttendorf und Senftenhütte habe ich keine Einkehr am Weg gefunden. Öffnungszeiten vorher prüfen.
  • Mit 25,2 Kilometern ist die Etappe lang. Wer am Bahnhof Althüttendorf einsteigt, spart die ersten 3,5 Kilometer.
  • Zwischen Althüttendorf und dem Grumsin sowie um Groß-Ziethen verläuft der Weg über offene Felder.

Fazit

Die vierte Etappe wechselt häufiger das Bild als jede andere: See, Dorf, Hügel der Eiszeit, Tagebau, Buchenwald und Felder. Der Abschnitt am Grumsin mit dem Großen Schwarzen See ist ihr Kern. Mit 25,2 Kilometern ist sie die längste Etappe des Rundwegs, die Wege am Grumsin sind naturbelassen und stellenweise wurzelig.