Rundwanderweg Schorfheide, Etappe 3 von 7 · Zum Gesamtbericht
Die dritte Etappe des Rundwanderwegs Schorfheide folgt dem Werbellinsee. Sie beginnt an der Schleuse in Eichhorst, führt am Askanierturm und am Jagdschloss Hubertusstock vorbei, durch ein großes Naturschutzgebiet und endet hinter Joachimsthal am Kaiserbahnhof. 20,4 Kilometer, knapp vier Stunden Gehzeit.
Ich bin am Freitag, dem 14. Mai 2021, an der Haltestelle Eichhorst, Schleuse losgegangen, am Brückentag nach Himmelfahrt. Der Himmel war grau, auf den Wegen standen Pfützen. Markiert ist der Weg mit einem blauen Baum auf weißem Grund. Wie er aufgebaut ist, steht im Gesamtbericht.
Inhalt dieser Etappe
Steckbrief
Strecke
20,4 km
Gehzeit
3:55 h
Start
Eichhorst, Schleuse
Ziel
Joachimsthal Kaiserbahnhof
Gelaufen am
14. Mai 2021
Untergrund
rund ein Kilometer Asphalt in Wildau, sonst Waldwege
Einkehr
Wildau, Am Spring, Hubertusstock, Joachimsthal
- Bus nötig
- Mit der Bahn erreichbar
- Abkürzbar
- Badestelle
- Einkehr am Weg
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Darum lohnt sich die Tour
- Am Ufer des Werbellinsees entlang
- Askanierturm, Hubertusstock und die alten Eichen
- Lange Waldkilometer durch ein großes Naturschutzgebiet
- Joachimsthal mit Schinkelkirche und Kaiserbahnhof
Anreise
Hin
ab Eberswalde Hauptbahnhof mit dem Bus 910 bis Finowfurt, weiter bis Eichhorst, Schleuse
Zurück
RB 63 ab Joachimsthal Kaiserbahnhof nach Eberswalde, dort Anschluss nach Berlin
Takt
RB 63 stündlich
Abkürzen
Bahnhof Joachimsthal, nach gut 17 km rund 200 m neben der Route (RB 63)
Hinweis
Ab Finowfurt fährt am Wochenende und an Feiertagen die Linie 917, montags bis freitags die Linie 905.
Die Fahrpläne der Busse stehen bei der Barnimer Busgesellschaft. Die RB 63 fuhr damals über Joachimsthal hinaus bis Templin. Diese Durchbindung endete am 11. Dezember 2022, seither ist in Joachimsthal Schluss.
Die Route
Eichhorst und Wildau
Die Etappe beginnt am Wisentdenkmal neben der Schleuse, das ich bei der zweiten Etappe beschrieben habe. Der Weg folgt kurz dem Werbellinkanal und erreicht nach gut anderthalb Kilometern Wildau und den Askanierturm. Dahinter liegt der Werbellinsee.



Am Werbellinsee
Von Wildau bis zur Badewiese Am Spring bleibt der Weg am Ufer. Auf dem Grund des Sees liegen Kaffenkähne samt ihrer Ladung.


Hubertusstock und die alten Eichen
Hinter Am Spring verlässt der Weg das Ufer. Bei Kilometer 4,1 steht ein Gedenkstein, bei Kilometer 5 führt die Strecke rund 90 Meter am Jagdschloss Hubertusstock vorbei. Das Schloss entstand 1847 bis 1849 für den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. Was heute dort steht, ist ein vereinfachter Neubau, der bis 1973 fertig wurde. Vom 11. bis 13. Dezember 1981 trafen sich hier Helmut Schmidt und Erich Honecker.
Kurz danach steht eine alte Eiche am Weg, auf Karten heißt sie „400-jährige Eiche“. Die alten Eichen im Revier werden auf bis zu 500 Jahre geschätzt. Von 174 gezählten Bäumen lebten 2020 noch 58. Ein Stück weiter markiert ein Forstortstein den Kalkbrennerweg.


Durch das Naturschutzgebiet nach Michen
Bei Kilometer 7,7 beginnt das Naturschutzgebiet Kienhorst/Köllnseen/Eichheide. Der Weg läuft lange durch Wald und kommt bei Kilometer 10 wieder an den See. Dort habe ich Pause gemacht. Bei Kilometer 11,5 liegt die Holzablage Michen, heute eine Badestelle, früher ein Platz der Flößer. Von 1884 bis in die 1930er Jahre brachte außerdem eine Waldbahn mit 60 Zentimetern Spurweite Holz aus dem Grimnitzer Forst ans Ufer.

Joachimsthal
Vor Joachimsthal führt der Weg an Wiesen und blühenden Obstbäumen vorbei. Am Stadtrand steht ein Denkmal für den Dichter Friedrich Brunold, der auch den Askanierturm angeregt hat. Die Büste wurde 1899 aufgestellt, im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen und 1926 erneuert.




Ab 1602 siedelten hier böhmische Glasmacher, am 1. Januar 1604 erhielt der Ort das Stadtrecht, 1607 folgte eine Fürstenschule. Nach einem Brand am 20. April 1814 wurden Kirche und Schule neu gebaut, und Karl Friedrich Schinkel überarbeitete die Pläne. An der historischen Schule erinnern Kachelbilder daran. Auf einem steht: „Karl Friedrich Schinkel, mit seiner Unterschrift bestätigte er den Schulneubau“.




Über Grimnitz zum Kaiserbahnhof
Offiziell endet die dritte Etappe im Zentrum von Joachimsthal. Ich bin weitergegangen, erst Richtung Grimnitzsee, dann zum Kaiserbahnhof. Bei Kilometer 18,1 steht die Tafel „Askanierburg Grimnitz“. Die Ruine liegt rund 80 Meter abseits, dorthin bin ich nicht abgebogen. Die Burg wird 1298 erstmals genannt, am 26. August 1529 wurde hier ein Vertrag zwischen Brandenburg und Pommern geschlossen.
Kurz vor dem Ziel steht rund 120 Meter neben dem Weg ein Wasserturm von 1960. Seit 2006 ist er als BIORAMA-Projekt mit Aussichtsplattform öffentlich zugänglich.
Nach 20,4 Kilometern ist der Kaiserbahnhof erreicht. Er liegt außerhalb der Stadt am Werbellinsee, das Foto oben zeigt ihn. Die Haltestelle Werbellinsee wurde am 5. Dezember 1898 eröffnet, Kaiser Wilhelm II. nutzte sie auf dem Weg zur Jagd. Heute hält hier die RB 63.
Am Wegesrand
Der Askanierturm
Der Askanierturm bei Wildau entstand 1879 auf Anregung des Dichters Friedrich Brunold, der eigentlich August Ferdinand Meyer hieß. 1972 beschädigte ihn ein Sturm, 1991 wurde er rekonstruiert. Der Turm ist verschlossen und nur mit einem Schlüssel zugänglich, den es in Wildau gegen eine kleine Gebühr gibt. Ich bin unten vorbeigegangen.

Der Gedenkstein bei Hubertusstock
Der Stein bei Kilometer 4,1 trägt die Inschrift „Wilhelm dem Großen in Märk’scher Treu’ Als Waidmannsdank die Jägerei 22. März 1897 Wilhelm II“. Der 22. März 1897 war der 100. Geburtstag von Kaiser Wilhelm I. Unterzeichnet ist die Inschrift mit Wilhelm II., seinem Enkel.

Die Schinkelkirche in Joachimsthal
Die Kreuzkirche brannte beim Stadtbrand am 20. April 1814 aus. Beim Wiederaufbau überarbeitete Schinkel die Pläne: Statt eines Turms bekam die Kirche einen Glockengiebel. Bis 1820 war sie wiederhergestellt.

Gut zu wissen
- Die offizielle dritte Etappe endet im Zentrum von Joachimsthal und ist mit 20 Kilometern angegeben. BIORAMA und Kaiserbahnhof gehören offiziell schon zur vierten Etappe. Der Abstecher Richtung Burg Grimnitz ist meine eigene Variante.
- Am 14. Mai 2021 durften Gaststätten in Brandenburg wegen der Corona-Regeln nur außer Haus verkaufen. Heute gibt es Einkehr in Wildau, Am Spring, am Hubertusstock und in Joachimsthal. Öffnungszeiten vorher prüfen.
- Badestellen am Weg sind die Badewiese Am Spring und die Holzablage Michen.
- Die Burgruine Grimnitz liegt rund 80 Meter neben meiner Strecke. Ob und wann sie zugänglich ist, vorher bei der Schorfheide-Info in Joachimsthal erfragen.
- Eichhorst hat keinen Bahnhof. Die Anfahrt mit dem Bus vorher heraussuchen.
Fazit
Die dritte Etappe verbindet See und Wald: erst das Ufer des Werbellinsees, dann die alten Eichen bei Hubertusstock und lange Waldkilometer bis Joachimsthal. Am Ende folgen Joachimsthal mit der Schinkelkirche und der Kaiserbahnhof. Mit 20,4 Kilometern ist die Etappe gut zu schaffen, sie lässt sich am Bahnhof Joachimsthal um rund drei Kilometer kürzen.
