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Rundwanderweg Schorfheide, Etappe 5: Von Chorin nach Oderberg

Kloster Chorin, Backsteinbauten der ehemaligen Zisterzienserabtei

Rundwanderweg Schorfheide, Etappe 5 von 7 · Zum Gesamtbericht

Die fünfte Etappe des Rundwanderwegs Schorfheide verbindet drei bekannte Orte: das Kloster Chorin, das Ökodorf Brodowin und die kleine Stadt Oderberg. Dazwischen liegen Buchenwald, ein alter gepflasterter Forstweg und das Brodowiner Hügelland. 20,2 Kilometer, knapp vier Stunden Gehzeit.

Ich bin am Sonntag, dem 16. Mai 2021, am Bahnhof Chorin losgegangen, einen Tag nach der vierten Etappe. Markiert ist der Weg mit einem blauen Baum auf weißem Grund. Wie er aufgebaut ist, steht im Gesamtbericht.

Inhalt dieser Etappe

Strecke

20,2 km

Gehzeit

3:49 h

Start

Bahnhof Chorin

Ziel

Oderberg

Gelaufen am

16. Mai 2021

Untergrund

Pflaster, Asphalt und Waldwege, der Denglerweg ist altes Kopfsteinpflaster

Einkehr

Kloster Chorin, Hofladen Brodowin, Oderberg

  • Mit der Bahn erreichbar
  • Bus nötig
  • Einkehr am Weg
Karte: Rundwanderweg Schorfheide, Etappe 5Etappe 5 von Bahnhof Chorin nach Oderberg, 20,2 km. Die übrigen Etappen sind blass dargestellt.Start: ChorinZiel: Oderberg5 km
Etappe 5 von Bahnhof Chorin nach Oderberg, 20,2 km. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung, die übrigen Etappen des Rundwanderwegs Schorfheide sind blass dargestellt.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Darum lohnt sich die Tour

  • Kloster Chorin gleich am Anfang
  • Der Denglerweg, ein alter gepflasterter Forstweg
  • Das Ökodorf Brodowin mit der Stülerkirche
  • Felder, Hecken und weiter Blick im Brodowiner Hügelland

Anreise

Hin

RE 3 bis Bahnhof Chorin

Zurück

Bus 916 ab Oderberg, Stadtmitte nach Eberswalde Hauptbahnhof

Takt

RE 3 stündlich, der Bus fährt am Wochenende nur wenige Male

Hinweis

Oderberg hat keinen Bahnhof. Die letzte Busfahrt vorher heraussuchen.

Der Fahrplan der Linie 916 steht bei der Barnimer Busgesellschaft. Ich war an einem Sonntag unterwegs.

Die Route

Chorin: Dorfkirche, Amtssee und Kloster

Vom Bahnhof führt der Weg zuerst durch das Dorf Chorin. Die Dorfkirche ist ein Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert. Bei Kilometer 1,5 quert der Weg den Nettelgraben und erreicht den Amtssee. Am Ufer des Sees steht das Kloster.

Der Weg führt nach zwei Kilometern direkt am Eingang von Kloster Chorin vorbei. Ich bin ohne längeren Halt weitergegangen und habe nur im Vorbeigehen fotografiert. Zur Geschichte steht unten mehr.

Auf dem Denglerweg nach Brodowin

Hinter dem Kloster führt der Weg in den Wald. Er folgt dem Denglerweg, einer alten gepflasterten Forststraße von Chorin nach Brodowin. Am Weg liegen Kesselmoore. Bei Kilometer 4,6 steht der Gedenkstein für den Forstwissenschaftler Alfred Dengler. Dort habe ich kurz Pause gemacht.

Bei Kilometer 8 quert der Weg ein zweites Mal den Nettelgraben. Die Zisterzienser haben ihn angelegt, um Wasser vom Parsteiner See zum Kloster zu leiten. Er ist über zwölf Kilometer lang. Kurz danach folgen der Wohnplatz Weißensee und Brodowin.

Brodowin

In Brodowin führt der Weg am Hofladen vorbei und weiter zur Kirche. Das Dorf ist als Ökodorf bekannt: 1990 beschloss die damalige LPG „8. Mai“, auf ökologischen Landbau umzustellen, 1991 entstand die Ökodorf-Gesellschaft. Unterstützt wurde die Umstellung vom Ehepaar Upmeier. Nach meiner Wanderung bekam das Dorf prominenten Besuch: Am 30. März 2023 war der britische König Charles III. hier.

Durch das Brodowiner Hügelland

Hinter dem Dorf steht eine runde Tafel mit der Aufschrift „Wandern rund um Brodowin“. Sie zeigt das Wegesystem, das der Ökodorfverein im Mai 2019 eingerichtet hat: die Kossäten-Tour mit 5 Kilometern, die Rummelsberg-Tour mit 7 und die Plagefenn-Tour mit 12 Kilometern. Der Rundweg um die Schorfheide folgt hier ein Stück der Kossäten-Tour.

Bei Kilometer 11,4 liegt ein Findling für Reimar Gilsenbach (1925 bis 2001) direkt am Weg. Der Schriftsteller und Umweltschützer lebte seit 1975 in Brodowin und lud ab 1981 zu den „Brodowiner Gesprächen“ ein. Rund 130 Meter abseits liegt der Aussichtspunkt auf den „Karpaten“. Der Name geht vermutlich auf „Kossätenfelder“ zurück.

Nach Oderberg

Die nächsten Kilometer führen durch Wald und über Kuppen Richtung Osten. Bei Kilometer 18,8 beginnt Oderberg mit einer Reihe alter Fachwerkhäuser. In der Stadtmitte steht das Marowski-Haus von 1680. Ich bin noch einen Kilometer weitergegangen, an der Nikolaikirche vorbei auf den Albrechtsberg und weiter Richtung Alte Oder. Offiziell endet die Etappe in der Stadtmitte.

Die Nikolaikirche, gebaut 1853 bis 1855, war an meinem Wandertag gesperrt, und zwar schon seit 2017. Inzwischen wird sie wieder genutzt. Der Albrechtsberg heißt seit 1902 so, benannt nach Markgraf Albrecht II. Rund 170 Meter neben meinem Endpunkt liegt das Binnenschifffahrtsmuseum mit dem Dampfer „Riesa“. Das Schiff wurde 1897 als „Habsburg“ gebaut und 1978 nach Oderberg geholt.

Am Wegesrand

Kloster Chorin

Das Kloster Chorin wurde 1258 als Kloster Mariensee gegründet und 1272/73 an den heutigen Ort verlegt. 1542 wurde es aufgelöst. Als Karl Friedrich Schinkel 1817 nach Chorin kam, standen Schweine in der Kirche, und er setzte sich für den Erhalt der Ruine ein. 1832 folgte ein Plan von Peter Joseph Lenné für die Umgebung.

Der Dengler-Stein

Alfred Dengler (1874 bis 1944) war Forstwissenschaftler und von 1921 bis 1927 in Chorin tätig. Der Stein steht am Weg, der seinen Namen trägt.

Die Stülerkirche von Brodowin

Die Brodowiner Dorfkirche wurde 1852/53 nach Plänen von Friedrich August Stüler gebaut und am 12. Juni 1853 geweiht.

Gut zu wissen

  • Die offizielle fünfte Etappe ist mit 20 Kilometern angegeben und endet in der Oderberger Stadtmitte. Bis dorthin bin ich dem offiziellen Weg gefolgt und dann noch einen Kilometer weitergegangen.
  • Im Mai 2021 durften Gaststätten wegen der Corona-Regeln nur außer Haus verkaufen. Heute gibt es Einkehr am Kloster Chorin, im Hofladen Brodowin und in Oderberg. Zwischen Brodowin und Oderberg liegen gut neun Kilometer ohne Einkehr am Weg.
  • Für das Kloster Chorin braucht es eine Eintrittskarte. Wer es besichtigen möchte, plant dafür eigene Zeit ein und schaut vorher auf die Seite des Klosters.
  • Der Denglerweg ist altes Kopfsteinpflaster.
  • In Oderberg wird die Brücke neu gebaut. Die Freigabe ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant.

Fazit

Die fünfte Etappe hat die bekanntesten Ziele des Rundwegs: Kloster Chorin gleich am Anfang, Brodowin in der Mitte. Der Abschnitt durch das Hügelland hinter Brodowin mit Feldern, Hecken und weitem Blick unterscheidet sich deutlich von den Waldetappen davor. Wer das Kloster besichtigen will, sollte dafür eigene Zeit einplanen und die Rückfahrt mit dem Bus ab Oderberg im Blick behalten.