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Rundwanderweg Schorfheide, Etappe 6: Von Oderberg nach Niederfinow

Aussicht vom Pimpinellenberg auf den Oderberger See und das Niederoderbruch

Rundwanderweg Schorfheide, Etappe 6 von 7 · Zum Gesamtbericht

Die sechste Etappe des Rundwanderwegs Schorfheide ist die kürzeste und hat zwei Höhepunkte im Wortsinn: den Pimpinellenberg bei Oderberg und die Schiffshebewerke von Niederfinow, die Schiffe 36 Meter heben. Dazwischen liegen Wald und das Dorf Liepe. 16,4 Kilometer, gut drei Stunden Gehzeit.

Ich bin am Montag, dem 17. Mai 2021, in Oderberg losgegangen, einen Tag nach der fünften Etappe. Markiert ist der Weg mit einem blauen Baum auf weißem Grund. Meine Strecke weicht in der ersten Hälfte vom offiziellen Verlauf ab, dazu unten mehr. Wie der Weg aufgebaut ist, steht im Gesamtbericht.

Inhalt dieser Etappe

Strecke

16,4 km

Gehzeit

3:09 h

Start

Oderberg

Ziel

Bahnhof Niederfinow

Gelaufen am

17. Mai 2021

Untergrund

Pflaster, Asphalt und Waldwege

Einkehr

Oderberg, Landhof Liepe, am Schiffshebewerk

  • Bus nötig
  • Mit der Bahn erreichbar
  • Abkürzbar
  • Einkehr am Weg
Karte: Rundwanderweg Schorfheide, Etappe 6Etappe 6 von Oderberg nach Bahnhof Niederfinow, 16,4 km. Die übrigen Etappen sind blass dargestellt.Start: OderbergZiel: Bahnhof Niederfinow5 km
Etappe 6 von Oderberg nach Bahnhof Niederfinow, 16,4 km. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung, die übrigen Etappen des Rundwanderwegs Schorfheide sind blass dargestellt.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Darum lohnt sich die Tour

  • Die kürzeste Etappe und trotzdem voll
  • Der Blick vom Pimpinellenberg bei Oderberg
  • Die Schiffshebewerke von Niederfinow, die Schiffe 36 Meter heben
  • Ziel direkt am Bahnhof Niederfinow

Anreise

Hin

Bus 916 ab Eberswalde Hauptbahnhof bis Oderberg, Stadtmitte

Zurück

RB 60 ab Bahnhof Niederfinow nach Eberswalde, dort Anschluss nach Berlin

Takt

RB 60 stündlich

Abkürzen

Haltestelle Niederfinow, Schleusentreppe, nach gut 11 km direkt an der Route

Der Fahrplan der Linie 916 steht bei der Barnimer Busgesellschaft. Die RB 60 fährt seit Ende 2024 täglich im Stundentakt und seit Dezember 2024 mit Batteriezügen.

Die Route

Oderberg und der Albrechtsberg

Die Etappe beginnt mit einem Anstieg. Von der Stadtmitte geht es an der Nikolaikirche vorbei auf den Albrechtsberg, den der Verschönerungsverein 1902 nach Markgraf Albrecht II. benannt hat. Eine Tafel erklärt die zwei Burgen, die hier standen. Ein Stück weiter steht das Kriegerdenkmal von 1891.

Über die Felder zum Pimpinellenberg

Hinter der Stadt führt ein alter Pflasterweg über die Felder. Ein hölzerner Pfeil weist zum Naturlehrpfad „Am Pimpinellenberg“. Vor dem Berg weiden Schafe.

Nach gut drei Kilometern stand ich auf dem Gipfel des Pimpinellenbergs, 120 Meter über dem Meer. Höher bin ich auf der ganzen Runde nicht gekommen. Von oben geht der Blick auf den Oderberger See und das Niederoderbruch.

Der Berg ist nach der Pimpinelle benannt, einer alten Heilpflanze, die auch Bibernelle heißt. Das Berg-Steinkraut wächst in Brandenburg fast nur an diesen Oderhängen, auch Gottesanbeterin, Segelfalter und Violette Holzbiene kommen hier vor. Ab Oktober 1896 stand auf dem Gipfel ein hölzerner Kaiser-Friedrich-Turm. Erreichbar war er über die „Himmelsleiter“, eine 1894 angelegte Treppe mit 350 Stufen. Im Zweiten Weltkrieg ging der Turm verloren.

Hier liegt die Abweichung vom offiziellen Weg: Der verläuft gut einen Kilometer weiter nördlich und nennt als höchsten Punkt der Runde 112 Meter. Den Pimpinellenberg erwähnt die offizielle Beschreibung nicht.

Durch den Wald nach Liepe

Vom Gipfel führt der Weg in den Wald. Tafeln am Weg erklären den Dauerwald. Bei Kilometer 5 steht ein Gedenkstein für Werner Erteld (1907 bis 1992). Der Eberswalder Forstwissenschaftler leitete ab 1951 die Ertragskunde, wurde 1962 aus politischen Gründen entlassen und 1990 rehabilitiert.

Hinter dem Pfingstberg öffnet sich der Wald, und nach gut neun Kilometern ist Liepe erreicht. Bis 1734 wurde hier Wein angebaut. Mitten im Dorf steht die Fachwerkkirche mit einem Kriegerdenkmal davor.

Die Schiffshebewerke von Niederfinow

Hinter Liepe kommt der Weg an der alten Schleusentreppe vorbei, die rund 150 Meter abseits liegt. Sie wurde 1912 fertig, 1914 mit dem Kanal eröffnet und 1972 stillgelegt. Ihre vier Schleusen überwanden denselben Höhenunterschied, für den seit dem 21. März 1934 das Schiffshebewerk sorgt. Die Bauarbeiten hatten 1926 begonnen. Das Hebewerk hebt Schiffe 36 Meter hoch.

Als ich im Mai 2021 hier stand, sah das neue Hebewerk daneben schon fertig aus. In Betrieb war es noch nicht: Die erste Trogfahrt gab es zwar im April 2020, für den Verkehr freigegeben wurde es aber erst am 4. Oktober 2022. Seither laufen beide Anlagen parallel. Das alte Hebewerk soll mindestens bis 2027 in Betrieb bleiben.

Am Finowkanal zum Bahnhof

Unterhalb der Hebewerke führt der Weg zum Finowkanal und an der Schleuse Liepe vorbei. Die letzten drei Kilometer führen am Kanal und an Feldern entlang zum Bahnhof Niederfinow.

Am Wegesrand

Die Kirche von Liepe

Die Lieper Kirche ist ein Neubau der Nachkriegszeit. Der Vorgängerbau brannte am 4. Januar 1944 ab. Ursache war ein Defekt an der alten elektrischen Leitung, kein Kriegsschaden. Von 1950 bis 1954 wurde die Kirche nach Plänen von Winfried Wendland neu gebaut.

Die Schleuse Liepe

Die Schleuse Liepe ist die letzte Schleuse des Finowkanals vor der Havel-Oder-Wasserstraße. Eine Schleuse gibt es hier seit 1767, ihre heutige Form hat sie seit 1874. Der Hub beträgt 2,40 Meter.

Gut zu wissen

  • Meine Strecke über Albrechtsberg und Pimpinellenberg ist nicht der offizielle Verlauf. Wer genau der Markierung folgt, kommt nicht über den Gipfel. Für meine Variante hilft ein Track auf dem Handy.
  • Im Mai 2021 durften Gaststätten wegen der Corona-Regeln nur außer Haus verkaufen. Heute gibt es Einkehr in Oderberg, im Landhof Liepe und an den Hebewerken. Öffnungszeiten vorher prüfen.
  • An den Hebewerken gibt es ein Infozentrum, vom Unterhafen fahren Ausflugsschiffe. Zeiten und Preise nennt der Tourismusverband.
  • An der Schleusentreppe liegt bei Kilometer 11,3 eine Bushaltestelle direkt am Weg. Welche Fahrten dort halten, vorher im Fahrplan prüfen.
  • Oderberg hat keinen Bahnhof. Die Anfahrt mit dem Bus vorher heraussuchen.

Fazit

Die sechste Etappe ist kurz und trotzdem voll: der Blick vom Pimpinellenberg am Anfang, die Hebewerke am Ende. Der Stand von 2021, als das neue Hebewerk fertig neben dem alten stand und noch nicht arbeitete, ist inzwischen Geschichte. Heute sind beide in Betrieb. Wer den Gipfel mitnehmen will, muss wie ich vom offiziellen Weg abweichen.