Unterwegs zu Fuß

Altes Stadthaus: Kuppelturm, Bärensaal und Ministerrat

Kuppelturm des Alten Stadthauses in der Klosterstraße über der Säulenfassade, blauer Himmel

Das Alte Stadthaus mit seinem Turm, gebaut 1902 bis 1911.

Das Alte Stadthaus nimmt einen ganzen Block zwischen Jüdenstraße, Parochialstraße, Klosterstraße und Stralauer Straße ein, im Ortsteil Mitte. Gebaut wurde es 1902 bis 1911 als zweites Stadthaus, südöstlich vom Roten Rathaus auf der anderen Seite des Molkenmarkts. Über die Dächer ragt ein runder Turm mit Kuppel.

Ein zweites Haus für die Stadt

Um den Bauplatz wurde lange gestritten. Das Haus steht für den wachsenden Einfluss, den der Berliner Magistrat damals in der Reichshauptstadt hatte. Entworfen hat es Stadtbaurat Ludwig Hoffmann, Bauherrin war die Stadt Berlin. Die Bildhauerarbeiten stammen unter anderem von Georg Wrba und Ignatius Taschner.

Drinnen gab es Büros für rund tausend Beamte und eine große Festhalle. Innen war das Haus ein modernes Verwaltungsgebäude, nach außen ein wilhelminischer Prachtbau. Die Festhalle ist der Bärensaal im Erdgeschoss des Mitteltrakts: ein Saal mit Tonnengewölbe und Schmuck im Jugendstil, in den 1.500 Personen passen. Bis 1999 wurde er wiederhergestellt.

Der Turm

Hoffmann hat die Fassaden für den Blick aus der Nähe gestaltet. Der Turm ist die Ausnahme, er soll von weitem wirken. Vorbild waren die Türme am Gendarmenmarkt. Am Fuß der Kuppel standen einmal 21 Figuren und acht große Vasen. 1976 und 1977 wurden sie eingelagert, erhalten sind davon nur noch wenige Figuren.

Ministerrat und Innenverwaltung

„Altes“ Stadthaus heißt das jüngere der beiden Stadthäuser erst seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. 1960 und 1961 wurde es zum Haus des Ministerrats der DDR umgebaut. Dabei verschwand das hohe Mansarddach, an seine Stelle kamen ein zusätzliches Geschoss und ein flacheres Walmdach. 1998 und 1999 wurde das Dach im westlichen Teil wieder in der alten Form aufgebaut.

Heute sitzt im Alten Stadthaus die Senatsverwaltung für Inneres. Ein Stück nördlich in der Klosterstraße steht die Ruine der Franziskaner-Klosterkirche.

Architekt*in

Ludwig Hoffmann (Stadtbaurat), Bildhauerarbeiten unter anderem von Georg Wrba und Ignatius Taschner

Ort

Jüdenstraße 34 bis 42, Block bis zur Klosterstraße, Mitte

Gebaut

1902 bis 1911, Umbau 1960 und 1961

Zustand

Baudenkmal, Sitz der Senatsverwaltung für Inneres

Zugang

Dienstgebäude, von außen zu sehen

Nächste Haltestelle

Klosterstraße (ca. 100 m), Nikolaiviertel (ca. 200 m), Jüdenstraße (ca. 250 m)

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Runde durch Mitte vorbeigekommen: Mitte.

HKlosterstraßeHNikolaiviertel
Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Die H markieren die nächsten Haltestellen.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Weitere Orte im Bezirk Mitte: die Ruine der Franziskaner-Klosterkirche und das Rote Rathaus. Alle sechs Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Mitte.

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich