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Warten­berg

Ortsteil im Bezirk Lichtenberg · Runde 16 von 74

Wartenberg liegt im Norden von Lichtenberg, zwischen Neu-Hohenschönhausen und der Grenze zu Brandenburg. Am 8. August 2021 bin ich hier knapp 9 Kilometer gelaufen, am selben Tag wie in Malchow und Falkenberg. Vom alten Dorfkern ging es hinaus in die Felder und im Norden an den Landschaftspark Wartenberger Feldmark.

Länge der Runde8,7 km
Gehzeit1:41 h
Gelaufen am8. August 2021
Einwohner*innen2.718
Fläche6,92 km²
Bahnhof in der NäheS Wartenberg

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Kurz gesagt

  • Wartenberg ist das größte und älteste der drei Dörfer im Lichtenberger Norden. Zum ersten Mal erwähnt wird es 1270.
  • Ab 1882 legte Berlin auf dem Land des Ritterguts Rieselfelder an. Seitdem prägt der Gemüseanbau die Gegend.
  • Wo bis zur Sprengung im April 1945 die Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert stand, wächst heute eine Baumgruppe.
  • Rund um das Dorf liegen Felder und Weiden. Seit 2023 steht die Feldflur unter Landschaftsschutz.

Geschichte

Gegründet wurde Wartenberg um 1230 von deutschen Zuzügler*innen. Im 13. Jahrhundert entstand die Dorfkirche als Mittelpunkt. Die älteste Urkunde, die den Ort nennt, ist vom 2. Oktober 1270. Darin steht der Name „Bernhardus de Wardenberge“. Ende des 18. Jahrhunderts kaufte der preußische Staatsminister Otto Carl Friedrich von Voß Dorf und Gut und ließ ein Herrenhaus mit Wirtschaftsgebäuden bauen. Zwischen 1845 und 1900 kamen an der Dorfstraße die Bauern- und Landarbeiterhäuser dazu, die heute unter Denkmalschutz stehen.

1882 ging das Rittergut an Berlin, und die Stadt legte Rieselfelder an. Auf den Rieselfeldern im Barnim waren bis zu drei Ernten im Jahr möglich. 1920 wurde Wartenberg ein Teil von Berlin. Von 1940 bis 1945 mussten Zwangsarbeiter*innen hier in der Landwirtschaft, in Firmen und für die Stadtverwaltung arbeiten. Sie lebten in Barackenlagern und auf den Bauernhöfen.

Die Dorfkirche sprengten Wehrmachtsangehörige am 20. April 1945. Was von ihr übrig war, wurde nach dem Krieg vollständig abgeräumt.

Im früheren Herrenhaus war ab 1949 eine Schule der Maschinen-Ausleih-Station, ab 1952 die Ingenieurschule für Landtechnik und ab 1969 die Ingenieurhochschule Berlin-Wartenberg. Am 18. April 1953 wurde die LPG „1. Mai“ mit 45 Mitgliedern gegründet. Vorher hatte es einen Schauprozess gegen einen Großbauern und einen Gärtnereibesitzer gegeben. 1985 kam Wartenberg zum neuen Stadtbezirk Hohenschönhausen. 1992 wurde die LPG aufgelöst, danach entstanden neue Gemüsebetriebe.

Was Wartenberg ausmacht

Von den drei Dörfern im Norden des Bezirks ist Wartenberg das größte und älteste. Der alte Kern ist ein Angerdorf mit Dorfteich, Bauernhäusern und einer Feuerwache von 1902. Ein Teil der Dorfstraße und der Anger stehen unter Denkmalschutz.

Um das alte Dorf herum sind Siedlungen gewachsen. Nordöstlich entstand 1928 Neu-Wartenberg, das 1948 in Wartenberg umbenannt wurde. 1932 bekam eine Kleingartenanlage auf einer Anhöhe den Namen Falkenhöhe, später wurde daraus eine Siedlung. Im Süden ist um den alten Gutshof ein Wohnpark mit Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäusern entstanden, das Gutshaus wurde saniert.

Zwischen der Falkenberger Chaussee und der Kleingartenanlage Am Hechtgraben liegt das Naturschutzgebiet Wartenberger und Falkenberger Luch, seit 1995 geschützt und rund 26 Hektar groß. Es besteht aus Feuchtwiesen, Pfuhlen und Gräben. Hier brüten 35 Vogelarten, am häufigsten der Teichrohrsänger.

Orte, die sich lohnen

Dorfteich und Fennpfuhlweg

Die Straße am Teich heißt schlicht „Neben dem Dorfteich“. Am Fennpfuhlweg 2 steht eine Hofanlage mit Wohnhaus und Stall, gebaut um 1850 und 1880.

Höfe an der Dorfstraße

Zwischen den Hausnummern 17 und 33 stehen an der Dorfstraße viele alte Höfe und Bauernhäuser, die meisten aus der Zeit zwischen 1850 und 1920. Die Hofanlage Dorfstraße 18 hat noch Wohnhaus, Stall und Scheune, gebaut um 1850, um 1870 und 1904. Die Nummern 20A bis 20D gehören zu einem einzigen Landarbeiterhaus mit Stallanbau, gebaut um 1900.

Das Büdnerhaus Dorfstraße 23 ist vermutlich um 1780 gebaut und wohl 1833 umgebaut worden, der Stall kam 1900 dazu. Zur Hofanlage Dorfstraße 28 gehören Wohnhaus, Stall, Scheune und Einfriedung. Das Wohnhaus ist um 1850 entstanden, die übrigen Bauten 1901 und 1920.

Felder östlich des Dorfes

Hinter dem Dorf bin ich ein Stück zwischen Feldern gelaufen. Im August 2021 stand dort Getreide, am Rand blühte Mohn. Später bin ich an den Mühlenpfuhlen vorbeigekommen. Auf alten Flurkarten sind rund um Malchow, Wartenberg und Falkenberg viele eiszeitliche Pfuhle eingezeichnet.

Seit Mai 2023 ist die Feldflur zwischen Malchow, Wartenberg und Falkenberg ein Landschaftsschutzgebiet, rund 640 Hektar groß. Damit stehen 18 Prozent der Fläche Lichtenbergs unter Schutz. Die Verordnung soll unter anderem „den typischen Charakter der ehemaligen Rieselfeldstruktur“ erhalten.

Landschaftspark Wartenberger Feldmark

Der Landschaftspark liegt nördlich des Dorfes auf früheren Rieselfeldern und ist rund 210 Hektar groß. Den Wettbewerb gewann im Jahr 2000 das Berliner Büro plancontext, bis 2006 wurde der Park Stück für Stück gebaut. Im Norden begrenzt ihn seit 1998 die Eschenallee des Barnimer Dörferweges. Seit 2005 sind rund 40 Hektar Wald neu angelegt worden, die Säume sind an Landwirt*innen verpachtet. Beweidet wird der Park von Schottischen Hochlandrindern und Heckrindern.

Siedlung Margaretenhöhe

Die Siedlung Margaretenhöhe entstand 1933 „nordöstlich von Malchow, auf dem Möcker“. Mehrere Straßen tragen Frauennamen, etwa Florentine-, Elli- und Astridstraße. Die kleinen Wege dazwischen haben nur Nummern.

Friedhof und Standort der Dorfkirche

Gut hundert Meter abseits der Runde liegt an der Dorfstraße 12A der Friedhof. Er wurde im 13. Jahrhundert zusammen mit der Kirche angelegt. Wo die Kirche stand, wächst heute eine Baumgruppe. Zu hören sind vom Friedhof her trotzdem Glocken. Hier liegen die Gräber der Familie von Herzfeld, der früher das Gut gehörte, und eine Tafel erinnert an die im Krieg gefallenen Soldaten. Die Kapelle wurde 2008 eingeweiht.

Alte Dorfschule

Die Gemeinde Wartenberg hat ihre Dorfschule 1905 selbst bauen lassen. Sie steht an der Dorfstraße 21, ein Stück abseits der Runde.

Meine Runde

Für die 8,7 Kilometer habe ich gut anderthalb Stunden gebraucht. Die Runde führt zuerst in den alten Dorfkern und über die Dorfstraße, dann östlich zwischen Feldern hindurch und durch eine Siedlung, deren Straßen nur Nummern haben. Im Norden bin ich auf dem Barnimer Dörferweg am Landschaftspark entlanggelaufen, zum Schluss ging es durch die Siedlung Margaretenhöhe.

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Am Wegesrand

Was von der alten Kirche blieb. Die Wetterfahne mit der Jahreszahl 1795 und zwei Epitaphien haben die Sprengung überstanden. Sie hängen heute im Eingang der neuen Wartenberger Kirche, die im Januar 2000 an der Falkenberger Chaussee 93 eingeweiht wurde. Die Kirche steht schon knapp in Neu-Hohenschönhausen.

Ein Park, den die Bahn bezahlt hat. Den ersten Bauabschnitt des Landschaftsparks, vier Millionen Mark, hat zum größten Teil die Bahn bezahlt, als Ausgleich für Flächen, die sie anderswo versiegelt hatte. Im Wettbewerb war sogar ein Badesee verlangt. Wer ihn bezahlen sollte, war im Jahr 2000 noch offen.

Theater im Dorf. Von 1956 bis 1965 machte Liesel Jacoby das Dorftheater Wartenberg weit über die Gegend hinaus bekannt. Profis und Laien probierten dort zusammen neue Formen aus.

Champignons aus Wartenberg. Seit den Rieselfeldern wird in Wartenberg Gemüse angebaut. In den 1960er Jahren kamen Champignons dazu, sie wurden hier industriell gezüchtet.

Gut zu wissen

Mit der Bahn: Der S-Bahnhof Wartenberg (S75) liegt an der Runde, aber schon in Neu-Hohenschönhausen. Vom Bahnhof führt der europäische Radweg R1 bis nach Kopenhagen.

Mehr auf dieser Seite: Der Grüne Hauptweg 6, der Lindenberger Korridor, führt über die Falkenberger Krugwiesen und durch die Wartenberger Feldmark bis zum S-Bahnhof Wartenberg.

Von Wartenberg aus weiter

4 Ortsteile grenzen an, mit Richtung und Entfernung von Mitte zu Mitte.

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