Unterwegs zu Fuß

Haus des Lehrers: Henselmann, Womacka-Fries und Kongresshalle

Hochhaus Haus des Lehrers am Alexanderplatz mit dem bunten Mosaikfries Unser Leben von Walter Womacka

Haus des Lehrers mit dem Fries „Unser Leben“, fertig 1964.

Das Haus des Lehrers steht dort, wo die Karl-Marx-Allee auf den Alexanderplatz trifft, im Ortsteil Mitte. Zusammen mit der flachen Kongresshalle daneben bildet das Hochhaus den Auftakt zum zweiten Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee. Um das Hochhaus läuft der Fries „Unser Leben“ von Walter Womacka.

Ein Haus für Lehrer*innen

Das Haus des Lehrers ersetzte das Lehrervereinshaus aus der Zeit vor dem Krieg. Darin waren ein Zentrum für Kultur, Bildung und Information für Lehrer*innen und Eltern, eine pädagogische Zentralbibliothek, ein Café und ein Restaurant. In der Kongresshalle mit ihrer Betonkuppel gab es einen Saal für rund 1.000 Personen und mehrere kleinere Säle. Entworfen hat beides Hermann Henselmann, damals Chefarchitekt von Berlin. Gebaut wurde von 1961 bis 1964.

Das Hochhaus hat 13 Geschosse und steht auf frei stehenden Rundstützen, die Fassade ist aus Glas und Aluminium. Mit dem Schmuck aus dem ersten Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee hat das nichts mehr zu tun. Henselmann orientierte sich an der internationalen Moderne und wollte Häuser mit eigenem Gesicht, die sich trotzdem industriell bauen ließen.

Der Fries „Unser Leben“

Der Fries ist 125 Meter lang und reicht über zwei Geschosse. Er sitzt auf der Höhe, auf der früher das Buchmagazin der Bibliothek lag. Womacka hat ihn aus Mosaik, Aluminium und Emaille gestaltet, 1964 war er fertig. Thema ist die Erziehung im Sozialismus. Zu sehen sind unter anderem eine Unterrichtsszene, Arbeiter*innen, die Ernte, eine Friedenstaube, eine Rakete und ein Atommodell. Hochhaus und umlaufendes Bild zusammen machten das Haus zu einem bekannten Wahrzeichen der DDR-Hauptstadt.

Verfall und Sanierung

Ende 2001 war das Haus in schlechtem Zustand. Am Fries waren Hunderte Mosaiksteine abgeplatzt, etwa jeder zehnte Stein fehlte. Womacka wollte bei der Restaurierung mithelfen, er hatte noch die alten Pläne und Zeichnungen. Die Berliner Zeitung nannte den Fries damals die „berühmte Bauchbinde“. Für die Fassade war ursprünglich weißes Glas vorgesehen, verbaut wurde laut demselben Artikel grünes Glas aus eingeschmolzenen Weinflaschen.

Ab 2002 ließ die neue Eigentümerin, das Berliner Congress Center, beide Häuser nach Plänen von Kerk-Oliver Dahm instand setzen und umbauen. Die Kongresshalle eröffnete im September 2003 wieder, das Haus des Lehrers war im Dezember 2004 fertig. Der Fries wurde umfassend restauriert, die Glasfassade erneuert, nach dem Vorbild der ursprünglichen. Heute sind in dem Ensemble Büros, Kongresse und Veranstaltungen.

Architekt*in

Hermann Henselmann (Architekt), Walter Womacka (Fries)

Ort

Alexanderstraße 9, Ecke Karl-Marx-Allee am Alexanderplatz, Mitte

Gebaut

1961 bis 1964, saniert 2002 bis 2004

Zustand

Baudenkmal, heute Büro-, Kongress- und Veranstaltungshaus

Zugang

Fries und Fassade von der Straße aus zu sehen

Nächste Haltestelle

S+U Alexanderplatz (ca. 300 m)

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Runde durch Mitte vorbeigekommen: Mitte.

HU AlexanderplatzHAlexanderplatz
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Weitere Orte im Bezirk Mitte: Max Lingners Wandbild „Aufbau der Republik“ und das Kriminalgericht Moabit. Alle sechs Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Mitte.

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