Das Sowjetische Ehrenmal an der Straße des 17. Juni, eingeweiht 1945.
Das Sowjetische Ehrenmal steht an der Straße des 17. Juni, ein kurzes Stück westlich des Brandenburger Tors, im Ortsteil Tiergarten. Es ist Denkmal und Friedhof zugleich: Im hinteren Teil der Anlage liegen 2.500 gefallene sowjetische Soldaten. Einzelne Gräber sind dort nicht zu erkennen.
Gebaut noch im Jahr 1945
Das Ehrenmal entstand auf Befehl der Roten Armee, gebaut haben es deutsche Arbeitskräfte. Bauherr war Marschall Georgi K. Schukow. Entworfen haben es der Bildhauer Lew Kerbel, Wladimir Zigal und der Architekt Nikolai Sergijewski, die Bauleitung hatte Grigori Krawzow. Eingeweiht wurde es am 11. November 1945, damals noch mit einer Figur aus Gips. Die Figur aus Bronze wurde 1945 und 1946 gegossen.
Der Standort lag auf der Nord-Süd-Achse, die Albert Speer für die „Reichshauptstadt Germania“ geplant hatte, und damit im ideologischen Zentrum des besiegten NS-Staats.
Pfeiler, Soldat und Panzer
Die Anlage ist terrassiert. Den Hintergrund bildet ein Halbrund aus Granitpfeilern, davor stehen zwei Sarkophage. In der Mitte steht auf einem hohen Postament die Bronzefigur eines Soldaten von Lew Kerbel, zusammen mit dem Sockel rund 20 Meter hoch. Auf den Pfeilern stehen die Namen von Einheiten aus der Schlacht um Berlin und von gefallenen Soldaten.
Links und rechts stehen zwei Geschütze und zwei Panzer vom Typ T 34. Die Panzer sollen als erste das Berliner Stadtgebiet erreicht haben, mit den Geschützen soll am 1. Mai 1945 das Ende der Kämpfe verkündet worden sein. Im hinteren Teil liegen eine Kolonnade und zwei Wachgebäude.
Eine Enklave im britischen Sektor
Das Ehrenmal lag im britischen Sektor, verwaltet wurde es aber von der Sowjetunion. Von 1961 bis 1990 war die Anlage mit Stacheldraht umgeben. Nach dem Mauerbau sicherte eine britische Militärwache die nähere Umgebung. 1970 wurde auf einen sowjetischen Ehrenposten ein Anschlag verübt.
Die letzte sowjetische Ehrenwache zog am 22. Dezember 1990 auf. 1966 war das Ehrenmal rekonstruiert worden, 1995 wurde es restauriert. Heute unterhält das Land Berlin die Anlage und sorgt dafür, dass sie dauerhaft erhalten bleibt.
Steckbrief
Architekt*in
Lew Kerbel (Bildhauer), Wladimir Zigal, Nikolai Sergijewski (Architekt), Bauleitung Grigori Krawzow
Ort
Straße des 17. Juni, westlich des Brandenburger Tors, Tiergarten
Gebaut
1945 bis 1946, eingeweiht am 11. November 1945, rekonstruiert 1966
Zustand
Baudenkmal, Ehrenmal und Friedhof, 1995 restauriert
Zugang
von der Straße des 17. Juni
Nächste Haltestelle
Platz der Republik (ca. 190 m), U Bundestag (ca. 400 m), S+U Brandenburger Tor (ca. 600 m)
Am Weg
Ich bin hier auf meiner Runde durch Tiergarten vorbeigekommen: Tiergarten.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Ein weiterer Ort im Bezirk Mitte: das Kriminalgericht Moabit. Alle sechs Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Mitte.
