Tour auf Sylt · Alle Touren und Wege
Diese Tour führt in 27,4 Kilometern von Keitum über die Wiesen zum Rantumbecken, an die Westküste und durch Westerland bis nach Wenningstedt. Von dort geht es zurück zum Bahnhof Westerland. Du kommst mit dem Zug auf die Insel.
Ich bin die Strecke am 6. September 2022 gelaufen.
Inhalt dieser Tour
Steckbrief
Strecke
27,4 km
Gehzeit
5:32 h
Art
Streckentour, einfach
Start
Keitum
Ziel
Bahnhof Westerland
ÖPNV
Zug nach Westerland, weiter nach Keitum. Zurück ab Bahnhof Westerland.
Untergrund
Schotterwege, Sandpfade in den Dünen, Strand, in den Orten Pflaster
Einkehr
in den größeren Orten, dazwischen nichts
- Mit der Bahn erreichbar
- Einkehr am Weg
- Abkürzbar
Gelaufen am 6. September 2022
Streckenband
- Kilometer 0KeitumStart
- Kilometer 11Keitum, KliffSylt Museum, Altfriesisches Haus
- Kilometer 4,62Wiesen südlich von Tinnum
- Kilometer 63RantumbeckenNaturschutzgebiet
- Kilometer 10,64WestküsteDünen und Strand
- Kilometer 185WesterlandAlter Kursaal, Wilhelmine
- Kilometer 226WenningstedtWendepunkt
- Kilometer 26,87St. Niels
- Kilometer 27,4Bahnhof WesterlandZiel · Zug
Darum lohnt sich die Tour
- Du läufst auf einer Tour von der Wattseite in Keitum an die Nordsee.
- In Keitum stehen reetgedeckte Friesenhäuser direkt am Weg.
- Das Rantumbecken sollte ein Militärflugplatz für Wasserflugzeuge werden und ist heute Naturschutzgebiet.
- Die Tour endet am Bahnhof Westerland, von dort geht es mit dem Zug zurück.
Anreise
Hin
Mit dem Zug über den Hindenburgdamm nach Westerland, von dort weiter nach Keitum.
Zurück
Ab Bahnhof Westerland mit dem Zug zurück aufs Festland.
Abkürzen
Bei Kilometer 18 kommst du in Westerland am Bahnhof vorbei.
Die Route
Keitum: Reetdächer am Kliff
Die Tour beginnt im südlichen Keitum. Keitum gilt als Kapitänsdorf, die reetgedeckten Friesenhäuser stehen größtenteils unter Denkmalschutz. Die ersten Kilometer gehen an Reetdachhäusern vorbei, manche aus rotem Backstein, andere weiß gestrichen.





Am Kliff liegen das Sylt Museum und das Altfriesische Haus direkt am Weg. Das Museum sitzt in einem Kapitänshaus von 1759, den Eingang zum Grundstück bildet der Unterkiefer eines Finnwals. Das Altfriesische Haus zeigt die Wohnräume der Insulaner seit 1640.
Danach führt ein Sandweg durch den Strandhafer ans Wattenmeer. Das ist die Ostseite der Insel.

Durch die Wiesen zum Rantumbecken
Hinter Keitum wird es leer. Der Weg verläuft südlich von Tinnum über Wiesen und Schotterwege, Häuser stehen kaum noch am Weg.

Danach begleitet das Rantumbecken den Weg über mehrere Kilometer, zum Teil auf dem Deich. Das Becken ist künstlich. 1936/37 wurde mit einem rund 5 Kilometer langen Deich eine Wattbucht vom Meer abgetrennt, ursprünglich für einen Militärflugplatz für Wasserflugzeuge. Genutzt wurde er nach Aussagen von Zeitzeugen nur kurz. Seit 1962 ist das Becken Naturschutzgebiet. Bei Hochwasser rasten hier Watvögel wie Knutt und Alpenstrandläufer.


An der Westküste
Nach dem Rantumbecken wechselt die Landschaft zu Heide und Dünen, dann kommt die offene Nordsee.




Die Westküste liegt der Brandung offen, anders als das Watt auf der Ostseite. Deshalb wird hier Sand aufgespült: Seit 1972, jährlich seit 1983. Die Brandung trägt jedes Jahr rund eine Million Kubikmeter Sand an der Küste entlang fort, das Land gleicht den Verlust aus. Im Jahr der Wanderung lag die erste Aufspülung 50 Jahre zurück.


Ein Stück abseits des Wegs liegt die Eidumer Vogelkoje. Eine Vogelkoje ist eine Fanganlage für Enten: Zahme Enten lockten wilde auf Süßwasserteiche, der Kojenwärter trieb sie in die Fangpfeifen und fing sie. Die Eidumer Koje richtete 1874 eine Westerländer Eigentümergemeinschaft ein, um 1930 wurde der Betrieb auf Sylt eingestellt. Seit 2009 kümmert sich ein Verein um die Anlage.
Danach folgt die Himmelsleiter, eine 26 Meter hohe Strandtreppe im Süden von Westerland, die höchste der Insel.
Durch Westerland nach Wenningstedt
In Westerland kommt der Weg am Alten Kursaal am Rathausplatz vorbei. Das Gebäude gehört zum Alten Kurhaus von 1898, in dem heute auch das Rathaus sitzt. Westerland hat seit 1905 Stadtrecht.

In der Wilhelmstraße steht die Bronzefigur Wilhelmine, seit 1980 ein Wahrzeichen der Stadt.
Hinter Westerland geht es an der Küste weiter nach Norden bis Wenningstedt. Dort liegt bei Kilometer 22 der nördlichste Punkt der Tour, dann dreht der Weg zurück nach Westerland.
Zurück zum Bahnhof Westerland
Der Rückweg läuft nicht auf der Hinroute. Zuerst geht es durch Heide, dahinter beginnt Wald.

Ein Stück abseits des Wegs liegt die Nordseeklinik. Das Deutsche Reich kaufte das Gelände 1937 für ein Kurlazarett der Luftwaffe, 1939 war es fertig. Nach 1945 behandelte das Haus Kriegsversehrte, seit 1961 übernimmt es die Notfallversorgung der Insel.
Kurz vor dem Bahnhof steht St. Niels, 1637 geweiht und das älteste Gebäude Westerlands.

Vor dem Bahnhof stehen die grünen Figuren der Reisenden Riesen im Wind, seit 2001, von Martin Wolke. Früher waren sie sehr umstritten, inzwischen gehören sie zu den Wahrzeichen der Insel. Der Bahnhof ist seit 1927 das Zentrum des Bahnverkehrs auf Sylt. Hier endet die Tour.

Gut zu wissen
- Untergrund: Schotterwege in den Wiesen und am Rantumbecken, Sandpfade in den Dünen, Strand, in Keitum und Westerland Pflaster.
- Einkehr: In den größeren Orten gibt es Einkehrmöglichkeiten, dazwischen ist es leer. Nimm Proviant und Wasser mit.
- Abkürzen: Bei Kilometer 18 liegt der Bahnhof Westerland nahe am Weg. Bis dahin sind es rund 18 Kilometer.
- Naturschutz: Das Rantumbecken ist Naturschutzgebiet.
Fazit
Auf der Strecke wechseln Wattseite und Nordsee, Dörfer und freie Landschaft. Zwischen den Orten ist viel leer, Einkehr gibt es vor allem in den größeren. Die Tour endet am Bahnhof, du kommst ohne Umweg zurück zum Zug.
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