Tour auf Usedom · Alle Touren und Wege
Zwischen Achterwasser und Ostsee liegt das Hinterland von Usedom, mit Seen, Wald und kleinen Dörfern. Diese Tour beginnt am Bahnhof Schmollensee und führt über Pudagla und Benz nach Bansin. Knapp zwölf Kilometer, meist auf Radwegen, Feld- und Waldwegen, mit der Bäderbahn hin und zurück.
Ich bin die Strecke am 9. September 2023 gelaufen. In meiner Notiz von damals steht: „Viel Fahrradweg, viel Sonne und viele Mücken auf der Strecke. Hat gereicht.“
Inhalt dieser Tour
Steckbrief
Strecke
11,9 km
Gehzeit
3:09 h
Art
Strecke
Start
Bahnhof Schmollensee
Ziel
Bahnhof Seebad Bansin
ÖPNV
RB 23 (Usedomer Bäderbahn) bis Schmollensee, zurück ab Seebad Bansin
Untergrund
viel Radweg, dazu Feld- und Waldwege
Einkehr
in Bansin
- Mit der Bahn erreichbar
Gelaufen am 9. September 2023
Darum lohnt sich die Tour
- Schloss Pudagla, ein Witwensitz von 1574
- Alte Häuser mit Rohrdach Am Fuchsberg
- Die Kirche von Benz, schon 1229 bezeugt
- Mit der Bäderbahn hin und zurück
Anreise
Hin
RE 3 Richtung Stralsund bis Züssow, dann Usedomer Bäderbahn (RB 23) bis Schmollensee
Zurück
RB 23 ab Seebad Bansin
Schmollensee und Seebad Bansin liegen an derselben Strecke der Bäderbahn. Vom Ziel kommst du ohne Umsteigen zurück zum Start.
Die Route
Der erste Teil führt am Westufer des Schmollensees nach Süden, über Pudagla und an der Mühle vorbei bis Benz. Danach geht es nach Nordosten über Sellin und an den Krebsseen vorbei nach Bansin.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Streckenband
- Kilometer 0Bahnhof SchmollenseeStart · RB 23
- Kilometer 1,71Schloss PudaglaWitwensitz von 1574
- Kilometer 3,22Bockwindmühle Pudaglaein Stück abseits
- Kilometer 4,03Am FuchsbergRohrdachhäuser
- Kilometer 5,64Kirche St. Petri, Benzseit 1229 bezeugt
- Kilometer 7,85SellinDorf am Schmollensee
- Kilometer 10,06An den KrebsseenWald vor Bansin
- Kilometer 11,9Bahnhof Seebad BansinZiel · RB 23
Pudagla: Schloss und Dorf
Vom Bahnhof Schmollensee geht es auf dem Radweg neben der B 111 nach Süden. Nach knapp zwei Kilometern liegt in Pudagla das Schloss direkt am Weg. Herzog Ernst Ludwig ließ es 1574 als Witwensitz für seine Mutter Maria von Sachsen bauen, auf den Grundmauern des früheren Klosters Pudagla. Über dem Portal erinnern das pommersche Wappen und eine Inschrift daran. Später war das Haus Amtssitz, Pachtgut und Wohnhaus, Teile wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ab 1943 saß im Schloss eine Außenstelle der Heeresversuchsanstalt Peenemünde.


Zur Mühle und durch den Wald
Hinter Pudagla führt der Weg noch einmal an der Bundesstraße entlang und dann den Mühlenberg hinauf. Die Bockwindmühle Pudagla steht ein Stück abseits, vom Weg aus ist sie gut zu sehen. Danach geht es am Fuchsberg durch lichten Kiefernwald.


Rohrdächer Am Fuchsberg
Aus dem Wald kommst du in die Straße Am Fuchsberg. Hier stehen mehrere alte Häuser mit Rohrdach, eines davon lang gestreckt mit blauen Türen, dazwischen ein kleiner Stall. Dahinter beginnen die Felder vor Benz.




Benz
Kurz hinter den Feldern steht die St.-Petri-Kirche. 1229 wird ein Benzer Pfarrer als Zeuge in einer Urkunde genannt, 1251 heißt die Kirche St. Peter. Laut Gemeinde ist sie wohl eine der ältesten Kirchen der Insel. Das Schiff aus Granitquadern stammt zum großen Teil aus der Zeit vor 1300, Chor und Turm kamen gegen Ende des Mittelalters dazu. Ihre heutige Form bekam die Turmspitze 1740, die Jahreszahl steht auf der Wetterfahne.
Lyonel Feininger verbrachte vor dem Ersten Weltkrieg mehrere Sommer auf Usedom und war mit dem Fahrrad auf der Suche nach Motiven. In Benz malte er die Kirche und die Holländerwindmühle. Die Mühle steht ein paar hundert Meter abseits der Strecke. Auf dem Friedhof von Benz liegen der Maler Otto Niemeyer-Holstein und der Schauspieler Rolf Ludwig.

Über Sellin und die Krebsseen nach Bansin
Von Benz geht es nach Nordosten, erst über Felder, dann durch Wald hinauf nach Sellin, einem kleinen Dorf am Schmollensee. Dort führt die Kreisstraße nach Osten, auf dem letzten Stück geht es durch den Wald an den Krebsseen nach Bansin.
Die Tour endet am Bahnhof Seebad Bansin, nicht am Strand. Das Seebad entstand Ende des 19. Jahrhunderts, ab 1911 hatte es einen Bahnanschluss, und die meisten Gäste kamen aus Berlin. Am Bahnhof beginnt auch die Tour durch die Kaiserbäder.
Am Wegesrand
Das Schloss Pudagla im Krieg
Nach den Luftangriffen auf Peenemünde im August 1943 wurden Abteilungen der Heeresversuchsanstalt über die Insel verteilt, auch nach Pudagla. Laut Förderverein Peenemünde war das Schloss von Sommer 1943 bis Februar 1945 eine Außenstelle unter dem Namen „Karlshagen III“. Im Keller arbeitete die Abteilung von Helmut Hoelzer an der Steuerung der Raketen. Für die Außenstelle entstand auch der Haltepunkt Schmollensee, im Fahrplan hieß er damals „Tanneck“. Gebaut wurden die Raketen aus Peenemünde auch mit Zwangsarbeit.
Gut zu wissen
- Ein großer Teil der Strecke führt über Radwege neben der Straße, dazu kommen Feld- und Waldwege. Zum Mühlenberg und nach Sellin geht es leicht bergauf.
- Einkehr gibt es am Ende in Bansin.
- In Benz liegen neben der Kirche das Kunst-Kabinett Usedom und abseits die Holländerwindmühle. Öffnungszeiten vorher prüfen.
- Die Tour lässt sich mit der Tour durch die Kaiserbäder verbinden, die am Bahnhof Seebad Bansin beginnt. Das Ostufer des Schmollensees liegt auf der Tour von Bansin nach Ückeritz.
Fazit
Eine kurze Tour durch das Hinterland. Schloss Pudagla, die Mühle, die Rohrdachhäuser Am Fuchsberg und die Kirche von Benz liegen auf den ersten sechs Kilometern, danach geht es vor allem durch Wald nach Bansin. Viel davon läuft auf Radwegen neben der Straße.
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