Unterwegs zu Fuß

Świnoujście zu Fuß: Stadtrunde über Hafen, Forts und Promenade

Die weiße Mühlenbake Stawa Młyny auf der Westmole von Świnoujście

Tour auf Usedom · Alle Touren und Wege

Świnoujście ist für viele vor allem der Endbahnhof der Bäderbahn oder das Ende der Promenade. Diese Runde bleibt in der Stadt. Sie führt durch Wohnviertel im Süden, an zwei Kirchen und dem alten Rathaus vorbei an die Świna, zum Yachthafen und zu den preußischen Forts. Danach geht es an den Strand an der Westmole und über die Promenade zurück. 17 Kilometer, flach, Start und Ziel liegen in der Nähe des Bahnhofs.

Ich bin die Runde am 10. September 2023 gelaufen, einen Tag nach der Tour durch die Kaiserbäder bis Świnoujście.

Inhalt dieser Tour

Strecke

17,0 km

Gehzeit

3:27 h

Art

Rundweg

Start

Świnoujście (Swinemünde), ulica Ułańska, nahe Bahnhof Świnoujście Centrum

Ziel

wie Start

ÖPNV

RB 23 (Usedomer Bäderbahn) bis Świnoujście Centrum

Untergrund

flach, Gehwege, Uferwege und Promenade

Einkehr

im Zentrum, am Hafen und an der Promenade

  • Mit der Bahn erreichbar
  • Einkehr am Weg

Gelaufen am 10. September 2023

Darum lohnt sich die Tour

  • Hafen, Festung und Seebad auf einer Runde
  • Die Mühlenbake, das Wahrzeichen der Stadt, vom Strand an der Westmole aus
  • Eine Kirche von David Gilly und ein Kirchturm ohne Kirche
  • Start und Ziel am Endbahnhof der Usedomer Bäderbahn

Anreise

Hin

RE 3 Richtung Stralsund bis Züssow, dann Usedomer Bäderbahn (RB 23) bis Świnoujście Centrum (Endbahnhof)

Zurück

RB 23 ab Świnoujście Centrum, die Runde führt kurz vor Schluss am Bahnhof vorbei

Die Bäderbahn fährt seit 2008 über die Grenze bis nach Świnoujście, der Bahnhof Świnoujście Centrum ist ihr Endpunkt.

Ich bin rund 400 Meter südwestlich des Bahnhofs in der ulica Ułańska gestartet und kam kurz vor Schluss wieder am Bahnhof vorbei. Du kannst die Runde also genauso gut am Bahnsteig beginnen.

Die Route

Bis zur Kirche Christus König geht es durch Wohnviertel im Süden der Stadt. Danach liegen Kirchen, Rathaus und Hafen dicht beieinander. An der Świna entlang führt der Weg nach Norden zu den Forts und zum Strand, zurück geht es durch das Kurviertel und über die Promenade.

Karte: Stadtrunde durch ŚwinoujścieRundweg durch Świnoujście auf Usedom: durch die Wohnviertel im Süden, an der Kirche Christus König, dem Turm der Lutherkirche und dem alten Rathaus vorbei an die Świna, zum Yachthafen, zur Engelsburg und zum Westfort, zum Strand an der Westmole und über die Promenade zurück, 17 km, mit zehn nummerierten Orten. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung.OstseeŚwina12345678910500 m
Rundweg durch Świnoujście, 17 km, gegen den Uhrzeigersinn. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung, die Nummern stehen im Streckenband. Grün: der Kurpark.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Streckenband

  1. Kilometer 0ŚwinoujścieStart · ulica Ułańska, Bahnhof Świnoujście Centrum rund 400 m entfernt
  2. Kilometer 0,91Wohnviertel im SüdenHochhäuser und Wohnblocks
  3. Kilometer 4,62Kirche Christus KönigKirche von David Gilly, 1792 geweiht
  4. Kilometer 6,13Turm der Lutherkirchedahinter die Hołdu Pruskiego
  5. Kilometer 7,34Altes RathausMuseum für Seefischerei, Ufer der Świna
  6. Kilometer 8,85YachthafenNordbecken
  7. Kilometer 9,56EngelsburgFestungsturm von 1858
  8. Kilometer 10,67WestfortKüstenbatterie, heute Museum
  9. Kilometer 11,78Strand an der WestmoleBlick auf die Mühlenbake
  10. Kilometer 13,49PromenadeKurviertel
  11. Kilometer 16,410Bahnhof Świnoujście CentrumRB 23 zurück nach Deutschland
  12. Kilometer 17,0ŚwinoujścieZiel · wie Start
Kilometer gerundet.

Durch die Wohnviertel im Süden

Von der ulica Ułańska geht es zuerst nach Süden bis an die ulica Karsiborska und in einer großen Schleife zurück Richtung Zentrum. Hier stehen vor allem Wohnhäuser, viele davon Hochhäuser und lange Wohnblocks. In der ulica Szkolna steht ein Hochhaus mit grauer Plattenfassade, die Giebelwand eines Blocks in der ulica Staszica trägt ein großes Pflanzenmotiv.

Kirche Christus König

Die Kirche Christus König wurde 1788 bis 1792 nach Plänen des Berliner Baumeisters David Gilly gebaut, den Auftrag gab König Friedrich Wilhelm II. Damals war sie die evangelische Stadtkirche, schlicht und ohne Turm. Den Turm und die neugotische Fassade bekam sie beim Umbau 1881. Seit Anfang der 1950er Jahre gehört sie der katholischen Gemeinde.

Im Kirchenraum hängt ein Schiffsmodell. Laut Gemeinde hat es der Kapitän Christian Heins mit seinem Bruder gebaut, als die beiden während der Kontinentalsperre in Bordeaux festsaßen. Heins versprach es der Kirche, in der er heiraten würde. 1814 heiratete er in Swinemünde und hängte das Modell auf.

Lutherturm und Hołdu Pruskiego

In der ulica Narutowicza stand ein Hydrant, als Matrose bemalt. Ein paar hundert Meter weiter steht an der Ecke Piłsudskiego und Paderewskiego ein Backsteinturm ohne Kirche. Er ist vom Abriss der Lutherkirche übrig geblieben.

Ein Stück weiter beginnt die Hołdu Pruskiego, eine gepflasterte Allee mit Bürgerhäusern aus der Zeit um 1900. Am Tag davor bin ich am Ende der Tour durch die Kaiserbäder schon einmal hindurchgegangen.

Altes Rathaus und das Ufer der Świna

Das alte Rathaus steht nicht am Markt, sondern zwischen der früheren Lindenstraße und dem Bollwerk am Hafen. Gebaut wurde es 1805 und 1806, den Turm mit der Uhr bekam es 1839. Lange saßen hier fast alle Behörden der Stadt, vom Gericht über den Zoll bis zur Sparkasse. Den Luftangriff vom 12. März 1945 hat das Haus vergleichsweise gut überstanden. Seit Anfang der 1970er Jahre ist darin das Museum für Seefischerei.

Laut Museum beschwerte sich der Müller Johann König, weil er fürchtete, das Rathaus würde seiner Windmühle in die Quere kommen.

Vor dem Rathaus liegt das Ufer der Świna. Auf der anderen Seite des Flusses beginnt die Insel Wolin, auch sie gehört zur Stadt. Seit Juni 2023 führt ein 1,44 Kilometer langer Straßentunnel unter der Świna hindurch, gut zwei Monate vor meiner Runde wurde er eröffnet. Bis dahin ging es nur mit der Fähre hinüber.

Am Ufer der Świna zum Yachthafen

Am Kai lag ein Schiff mit dem Namen der Stadt am Bug. Der Weg bleibt am Wasser und führt nach Norden zum Yachthafen im Nordbecken. Er hat Platz für rund 350 Boote bis zwölf Meter Länge.

Engelsburg und Westfort

Gegenüber, auf der Wolliner Seite, stehen die Kräne des Hafens.

Etwas abseits des Weges steht die Engelsburg, polnisch Fort Anioła. Der runde Festungsturm entstand 1854 bis 1858, drei Geschosse hoch, mit 50 Schießscharten. Den Namen hat er von seiner Ähnlichkeit mit der Engelsburg in Rom. In den 1930er Jahren kam ein Betonbunker für ein Radargerät aufs Dach, bis 1992 war die Rote Armee hier. Heute gibt es darin eine Ausstellung und ein Café.

Wenig später läuft der Weg an der Backsteinmauer des Westforts entlang. Es entstand 1856 bis 1861 und wurde später zu einer schweren Küstenbatterie mit Wällen und Graben ausgebaut. Im Ersten Weltkrieg standen hier Geschütze mit 21 Zentimetern Kaliber. Bis 1962 waren sowjetische Soldaten im Fort, seit 2004 ist es zu besichtigen, mit einem kleinen Museum zur Festungsgeschichte.

Am Strand an der Westmole

Kurz vor dem Strand steht die Stawa Galeriowa, ein weißer Turm mit einer Wendeltreppe außen herum. Zusammen mit der Mühlenbake rund 500 Meter weiter nördlich markiert sie die Achse der Fahrrinne in den Hafen. Ihre Lichter sind aufeinander abgestimmt, damit Schiffe in der Mitte des Fahrwassers bleiben.

Am Strand bin ich bis ans Wasser gegangen und habe dort umgedreht. Die Mühlenbake am Ende der Westmole ist von hier aus gut zu sehen.

Über die Promenade zurück

Zurück geht es nach Westen durch das Kurviertel, nah am Strand. Seebad ist Świnoujście seit 1824, zwei Jahre später entstand das erste Kurhaus. Der Kurpark geht auf Entwürfe von Peter Joseph Lenné zurück. An der Promenade stehen neue Hochhäuser neben älteren Häusern, in der ulica Małachowskiego ein braunes Holzhaus mit dem Schriftzug Czekoladka.

Über den Westen der Stadt geht es zurück. Kurz vor Schluss kommst du am Bahnhof Świnoujście Centrum vorbei, die letzten Meter führen in die ulica Ułańska.

Am Wegesrand

Die Mühlenbake

Die weiße Mühlenbake, polnisch Stawa Młyny, sieht aus wie eine Windmühle, ist aber ein Seezeichen. Sie wurde 1873 und 1874 am Ende der Westmole gebaut, zuerst als unbeleuchtete Tagesmarke mit Flügeln. Anfang des 20. Jahrhunderts bekam sie Gaslicht, später elektrisches Licht, wurde erhöht und erhielt Flügel aus Stahl. Ihr Licht ist rund 32 Kilometer weit zu sehen. Die Stadt hat die Mühlenbake in ihrem Logo, seit März 2026 steht sie unter Denkmalschutz.

Ein Kirchturm ohne Kirche

Von der evangelischen Lutherkirche ist nur der Turm geblieben. Ende der 1950er Jahre wurde der Abriss der Kirche beschlossen, die Genehmigung kam im November 1962. Danach wurden Hauptschiff, Seitenschiffe und Pfarrhaus abgetragen, im April 1963 wurde die Turmspitze umgestürzt. Der Turm selbst blieb stehen. Laut dem Lokalhistoriker Józef Pluciński war er auf Militärkarten verzeichnet, für seinen Abriss hätte es eine Zustimmung von sehr weit oben gebraucht.

Gut zu wissen

  • Die Runde ist flach und führt über Gehwege, Uferwege und die Promenade.
  • Einkehr gibt es im Zentrum, am Hafen und an der Promenade.
  • Am Weg liegen das Museum für Seefischerei im alten Rathaus, die Ausstellung in der Engelsburg und das Museum im Westfort. Öffnungszeiten vorher prüfen.
  • Die Runde lässt sich mit der Tour durch die Kaiserbäder verbinden, die an der Promenade von Świnoujście endet. Ins Hinterland führt die Runde über Kamminke und Garz.

Fazit

Die Runde führt durch Świnoujście abseits der Promenade. Am Anfang stehen vor allem Wohnviertel, danach liegen Kirche, Lutherturm, Rathaus und Hafen dicht beieinander. An der Świna kommen die Forts dazu, am Ende Strand und Kurviertel. Die Bäderarchitektur der Promenade steht ausführlicher bei der Tour durch die Kaiserbäder.

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