Unterwegs zu Fuß

Von Zempin nach Bansin: Achterwasser, Seebrücke Koserow und Küstenwald

Breiter Sandstrand bei Koserow, links der bewaldete Streckelsberg an der Steilküste

Tour auf Usedom · Alle Touren und Wege

Von Zempin nach Bansin sind es gut 25 Kilometer, erst am Achterwasser, dann an der Ostsee. Unterwegs liegen Lüttenort, Koserow mit seiner Seebrücke, der Streckelsberg, Kölpinsee und Ückeritz. Start und Ziel sind Bahnhöfe der Usedomer Bäderbahn.

Ich bin die Strecke am 8. September 2023 gelaufen.

Inhalt dieser Tour

Strecke

25,5 km

Gehzeit

5:14 h

Art

Strecke

Start

Bahnhof Zempin

Ziel

Bahnhof Seebad Bansin

ÖPNV

RB 23 (Usedomer Bäderbahn) bis Zempin, zurück ab Seebad Bansin

Untergrund

Feld- und Deichwege, Wege im Küstenwald, in den Orten Asphalt

Einkehr

in den Orten am Weg

  • Mit der Bahn erreichbar
  • Einkehr am Weg
  • Badestelle
  • Abkürzbar

Gelaufen am 8. September 2023

Darum lohnt sich die Tour

  • Erst Achterwasser, dann Ostsee
  • Das Atelier von Otto Niemeyer-Holstein in Lüttenort
  • Die Seebrücke von Koserow und der Streckelsberg
  • Viele Kilometer Küstenwald zwischen Kölpinsee und Bansin

Anreise

Hin

RE 3 Richtung Stralsund bis Züssow, dann Usedomer Bäderbahn (RB 23) bis Zempin

Zurück

RB 23 ab Seebad Bansin

Abkürzen

Start in Koserow spart gut 7 km. Unterwegs liegen die Bahnhöfe Kölpinsee und Ückeritz, jeweils knapp einen Kilometer landeinwärts.

Zempin und Seebad Bansin liegen an derselben Strecke der Bäderbahn. Vom Ziel kommst du ohne Umsteigen zurück zum Start.

Die Route

Die ersten sieben Kilometer führen von Zempin am Achterwasser entlang über Lüttenort nach Koserow. Ab der Seebrücke bleibt die Route an der Ostsee, über den Streckelsberg, Kölpinsee und Ückeritz. Erst in Bansin geht es durch den Ort zum Bahnhof.

Karte: Von Zempin nach BansinWanderung auf Usedom vom Bahnhof Zempin am Achterwasser entlang über Lüttenort nach Koserow, dann an der Ostseeküste über den Streckelsberg, Kölpinsee und Ückeritz zum Bahnhof Seebad Bansin, 25,5 km, mit acht nummerierten Orten. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung.Bf. ZempinBf. Seebad BansinKoserowKölpinseeÜckeritz123456782 km
Vom Bahnhof Zempin nach Bansin, 25,5 km. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung, die Nummern stehen im Streckenband.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Streckenband

  1. Kilometer 0Bahnhof ZempinStart · RB 23
  2. Kilometer 0,91Uns olle Schaulalte Schule, heute Museum
  3. Kilometer 3,42Atelier Otto Niemeyer-HolsteinLüttenort, seit 1933
  4. Kilometer 7,43Dorfkirche KoserowEnde 13. Jahrhundert
  5. Kilometer 8,84Seebrücke Koseroweröffnet 2021
  6. Kilometer 10,25Streckelsberg58 m, Steilküste
  7. Kilometer 12,56KölpinseeSee hinter der Düne
  8. Kilometer 18,47Campingplatz Ückeritzim Küstenwald
  9. Kilometer 23,78Bergstraße BansinVillen am Ortsrand
  10. Kilometer 25,5Bahnhof Seebad BansinZiel · RB 23
Kilometer gerundet.

Zempin und das Achterwasser

Vom Bahnhof Zempin geht es zuerst durch den Ort. In der Fischerstraße steht „Uns olle Schaul“, die alte Schule. Unterrichtet wurde dort bis 2000, heute zeigt der Verein darin die Geschichte der Fischerei in Zempin, Bootsmodelle und einen nachgebauten Kolonialwarenladen von 1928.

Hinter dem Dorf beginnen die Wiesen am Achterwasser, dem großen Gewässer auf der Rückseite der Insel. Feldwege führen durch Weiden und Schilf, auf einer Weide lagen Kühe.

Lüttenort: ein Berliner Packwagen

Zwischen Zempin und Koserow wird Usedom sehr schmal. In Lüttenort trennen nur rund 300 Meter die Ostsee vom Achterwasser. Hier lebte und arbeitete der Maler Otto Niemeyer-Holstein fast fünfzig Jahre lang. 1933 ließ er einen ausrangierten Packwagen der Berliner Stadtbahn hierherbringen, als Unterkunft für den Sommer. Um den Wagen herum entstanden nach und nach Wohnhaus, Atelier und Garten.

Heute ist das Ensemble ein Museum, dazu gehören ein Skulpturengarten und eine Galerie von 2001. Die Route führt direkt am Grundstück vorbei. Begraben ist Niemeyer-Holstein in Benz.

Die schmale Stelle war lange gefährdet. Kurz hinter Lüttenort lag bis ins 19. Jahrhundert das Fischerdorf Damerow, das die Sturmflut von 1872 fast vollständig zerstört hat.

Auf dem Deich nach Koserow

Von Lüttenort geht es ein Stück zurück und dann auf dem Deich am Achterwasser nach Südosten. Auf der einen Seite liegt das Wasser, auf der anderen Wiesen. Nach gut sieben Kilometern ist Koserow erreicht.

Koserow: Kirche und Seebrücke

Im Ort führt die Route an der Dorfkirche vorbei. Sie entstand am Ende des 13. Jahrhunderts als Backsteinbau auf einem knapp mannshohen Feldsteinsockel, Chor und Turm kamen im 15. Jahrhundert dazu. Sie gilt als einzige mittelalterliche Kirche an der Usedomer Ostseeküste.

Ab 1821 war hier Wilhelm Meinhold Pfarrer. Sein Roman „Maria Schweidler, die Bernsteinhexe“ erschien 1843 und gab sich als alte Chronik aus, aufgeschrieben nach einer „defekten Handschrift“ ihres Vaters. Die Geschichte ist erfunden.

Über die Hauptstraße geht es zur Promenade und zur Seebrücke. Sie wurde im Juni 2021 eröffnet, ist 280 Meter lang und läuft in Wellen aufs Meer hinaus. Am Ende steht ein acht Meter hoher Glockenturm. Gleich neben dem Zugang stehen die Salzhütten mit ihren Rohrdächern.

Am Streckelsberg

Hinter der Seebrücke führt die Route an der Küste nach Südosten. Der Streckelsberg ist mit 58 Metern die höchste Erhebung an der Außenküste Usedoms. Er ist bewaldet und fällt als Steilküste zum Strand ab, der Gipfel liegt ein Stück abseits der Route. Die Buhnen am Strand gehören zum Küstenschutz und werden regelmäßig erneuert.

Kölpinsee

Nach gut zwölf Kilometern liegt landeinwärts der Kölpinsee. Der See war früher eine Bucht der Ostsee, Stürme und Sand haben ihn später abgetrennt. In der Silvesternacht 1904/05 brach die Ostsee trotzdem durch den See bis ins Achterwasser, zuletzt passierte das im Dezember 1913. 1928/29 wurde zwischen See und Ostsee ein Schutzdeich gebaut.

Der Ort Kölpinsee gehört zu Loddin. Den Namen gab ihm 1896 Carl Prutz, der hier ein Hotel baute, Badegäste gab es seit 1895. Ein Plattenweg führt durch die Düne zum Strand. Am Ortsrand stand ein alter Fischerschuppen aus dunklem Holz, davor Fischkisten und Netze.

Ückeritz: Dünen und Campingplatz

Hinter Kölpinsee beginnt der Küstenwald. Bei Stubbenfelde läuft der Weg durch Kiefern oben an der Steilküste. Der Name des Ortsteils geht auf ein abgeholztes Waldstück zurück, das der Ückeritzer Bauer Johann Laban 1825 als Abfindung bekam und „Stubbenfeld“ nannte.

Danach kommt Ückeritz. Der Strand von Ückeritz ist gut siebeneinhalb Kilometer lang, Steilküste und flache Abschnitte mit Dünen wechseln sich ab. Hinter den Dünen liegt im Wald der Naturcampingplatz „Am Strand“, und die Route führt mitten hindurch. In den 1970er-Jahren galt er als größter Campingplatz Europas. Der Bansiner Teil ist längst geschlossen, der Rest zieht sich noch etwa 4,5 Kilometer an der Küste entlang.

Durch den Wald nach Bansin

Die letzten Kilometer vor Bansin führen durch Buchenwald an der Steilküste. Kurz vor dem Ort gibt es noch einmal einen weiten Blick über Strand und Ostsee. In Bansin geht es über die Bergstraße mit ihren Villen und dann den Fischerweg hinunter zum Bahnhof.

Am Bahnhof Seebad Bansin beginnt die Tour durch die Kaiserbäder, und hier endet auch die Tour von Schmollensee durch das Hinterland.

Am Wegesrand

Damerow und die Sturmflut von 1872

Im November 1872 stieg das Wasser an der Ostseeküste von Dänemark bis Pommern auf bis zu 3,3 Meter über Normalnull. Mehr als 270 Menschen kamen ums Leben. Zwischen Zempin und Koserow riss die Flut eine rund 340 Meter breite Schneise durch die Insel und überspülte das Fischerdorf Damerow fast vollständig. Die wenigen Häuser, die stehen blieben, nahm zwei Jahre später eine weitere Flut. An das Dorf erinnert heute ein Gedenkstein. Nach 1872 wurden Deiche und Buhnen nach und nach ausgebaut.

Die Salzhütten von Koserow

Die niedrigen Hütten am Strand neben der Seebrücke sind ein technisches Denkmal. Um 1820 entstanden die ersten, darin lagerten die Fischer Salz, das steuerfrei war. Damit legten sie ihren Fang in Holztonnen ein, so ließ sich der Fisch auch über weite Strecken transportieren. Nach Sturmfluten Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Hütten um 1900 wieder aufgebaut. Heute gibt es dort Räucherfisch.

Gut zu wissen

  • Mit gut 25 Kilometern ist die Tour lang. Am Achterwasser geht es über Feld- und Deichwege, an der Küste meist über Wege im Küstenwald, in den Orten über Asphalt.
  • Einkehr gibt es in den Orten am Weg, auch an der Promenade in Koserow und am Ende in Bansin.
  • Das Atelier Otto Niemeyer-Holstein hat im Sommer von Dienstag bis Sonntag geöffnet, im Winter an weniger Tagen. Öffnungszeiten vorher prüfen.
  • Die Achterwasserseite von Ückeritz liegt auf der Tour von Bansin nach Ückeritz. Zwischen Koserow und Zempin führt die Tour von Koserow nach Zinnowitz an der Ostseeseite entlang.

Fazit

Eine lange Tour mit zwei verschiedenen Ufern. Am Anfang Wiesen, Schilf und der Deich am Achterwasser, ab Koserow fast nur noch Strand, Steilküste und Küstenwald. Dazwischen liegen das Atelier in Lüttenort, die Kirche und die Seebrücke von Koserow.

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Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich