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Tempelhof

Ortsteil im Bezirk Tempelhof-Schöneberg · Ortsteil 47 von 97

Tempelhof liegt im Süden der Innenstadt und besteht aus einem Templerdorf, Fabriken am Teltowkanal, Genossenschaftssiedlungen und dem früheren Flughafen. Am 12. Februar 2022 bin ich ihn auf einer Tour von 21,9 Kilometern gelaufen, vom Ostrand über Kanal und Ullsteinhaus bis zum Flughafengebäude und über das Tempelhofer Feld zurück.

Länge der Tour21,9 km
Gehzeit4:42 h
Gelaufen am12. Februar 2022
Einwohner*innen62.767
Fläche12,18 km²

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Kurz gesagt

  • Am Teltowkanal liegen Hafen, Fabrikbauten und das Ullstein-Druckhaus, die meisten stehen unter Denkmalschutz.
  • Dazu kommen Wohnsiedlungen aus den 1920er Jahren, an der Attilahöhe von Bruno Taut mitgeplant.
  • Der Flughafen Tempelhof steht am Platz der Luftbrücke, das Feld dahinter ist seit 2010 ein Park.
  • Auf dem Weg nach Norden streift die Tour Schöneberg und Kreuzberg, die Malzfabrik am Wegesrand liegt schon in Schöneberg.

Geschichte

Der Name geht auf die Tempelritter zurück. Sie richteten zwischen 1190 und 1200 am Nordrand des Teltower Höhenzugs eine Komturei ein, bei der Komturei entstand das Dorf. Die Dorfkirche war die Ordenskirche, ein Bau aus Feldsteinen aus dem 13. Jahrhundert. Nachdem der Papst den Orden 1312 aufgelöst hatte, ging der Besitz an die Johanniter.

Das Tempelhofer Feld kaufte der preußische Militärfiskus 1826/27, bis 1918 war es Exerzierplatz der Berliner Garnison. 1910 hatte Tempelhof bereits 20.733 Einwohner*innen, ab 1911 entstand die Wohnsiedlung Neu-Tempelhof.

Den Schub brachte der Teltowkanal. Kanal und Hafen wurden von 1901 bis 1906 angelegt, danach zogen Fabriken an das Nordufer. Sarotti kam 1911, weil Bahn und Kanal günstig lagen, C. Lorenz verlegte 1916 bis 1918 seine Produktion hierher. Der Ullstein-Verlag baute 1925 bis 1927 sein Druckhaus.

Am 1. Oktober 1920 wurde Tempelhof zusammen mit Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade nach Groß-Berlin eingemeindet und bildete einen eigenen Bezirk. Seit dem 1. Januar 2001 gehört er mit Schöneberg zum Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

Auf dem Feld wurde geflogen, bevor es einen Flughafen gab. Der Flughafen eröffnete 1923, das heutige Gebäude entstand von 1935 bis 1939. Die Luftbrücke begann am 26. Juni 1948 und endete mit dem letzten Flug am 30. September 1949. 1975 endete der zivile Flugverkehr, bis 1993 nutzte die US Air Force das Gelände. Am 30. Oktober 2008 wurde der Flughafen geschlossen, 2010 öffnete das Feld für alle.

Was Tempelhof ausmacht

Tempelhof ist zu großen Teilen ein Ortsteil der Fabriken und der Wohnsiedlungen, die für ihre Beschäftigten gebaut wurden. Die Wohnhofanlage an der Borussiastraße ist ein früher Genossenschaftsbau für Arbeiter. Die Siedlung Attilahöhe und die Wohnanlage Germania- und Oberlandgarten kamen in den 1920er Jahren dazu.

Mittendrin liegt das Flughafenareal. Es gehört nur zum Teil zu Tempelhof, ein anderer Teil liegt in Neukölln. Wer den Ortsteil zu Fuß erkundet, läuft deshalb zwischen sehr verschiedenen Maßstäben hin und her: vom Wohnhof mit 243 Wohnungen zum Flughafengebäude mit seiner langen Front.

Orte, die sich lohnen

Germania- und Oberlandgarten

Die Tour beginnt im Osten des Ortsteils an der Eschersheimer Straße. Ich bin zuerst nach Westen gelaufen, in den Teil Tempelhofs, den die Fabriken am Kanal prägen. Gleich am Anfang liegt die Wohnanlage Germania- und Oberlandgarten, im Bezirk auch Bärensiedlung genannt. Gustav Hochhaus baute sie 1929 bis 1931, mit 882 Wohnungen um mehrere Höfe. Die Durchfahrten haben Pfeiler mit blau glasierten Keramikfiguren.

Das Gelände war ursprünglich für Industrie vorgesehen und wurde erst in den 1920er Jahren für den Wohnungsbau freigegeben. An der Ecke Oberlandstraße und Oberlandgarten steht ein Gedenkstein für Hatun Sürücü. Sie wurde 2005 von ihrem Bruder ermordet.

Sarotti-Höfe

Die Teilestraße ist eine alte Fabrikstraße am Kanal. Das größte Gebäude ist die frühere Sarotti-Fabrik an der Teilestraße 13 bis 16, ein fünfgeschossiger Stahlbetonskelettbau um zwei Innenhöfe. Daneben steht ein Kesselhaus von 1912 mit einem 90 Meter hohen Schornstein.

Hugo Hoffmann hatte die Firma 1868 in der Mohrenstraße gegründet, 1911 zog sie wegen Platzmangels an den Teltowkanal. Die Fabrik ist ein frühes Beispiel für den Stahlbetonskelettbau. 1922 beschädigte ein Großbrand die Fabrik, das Stahlbetonskelett blieb weitgehend intakt. 1928 ging die Aktienmehrheit an Nestlé, die hier bis 2004 Schokolade herstellte. Den Markennamen verkaufte Nestlé 1998 an Stollwerck. Ein Stück weiter, am Ufer des Kanals, steht ein Portalkran.

Vaubeka-Kran

Der Vaubeka-Kran am Nordufer des Teltowkanals stammt von 1935. Die Demag AG baute ihn nach Plänen des Ingenieurs Appenzeller für die Vereinigten Berliner Kohlenhändler, abgekürzt Vaubeka. Eine 122 Meter lange Verladebrücke aus Eisenfachwerk hängt in zwei keilförmigen Portalrahmen und läuft auf 233 Metern Schienen. Ein rund 12 Meter hoher Betonunterbau gleicht den Höhenunterschied zum Lagerplatz aus.

Der Kran schlug Kohle vom Schiff auf den Lagerplatz um, der einen Gleisanschluss hatte. Während der Blockade wurde ein Teil der über die Luftbrücke eingeflogenen Kohle vom nahen Flughafen hierher gebracht und von dem Kran weiterverteilt. Seit 1991 ist er stillgelegt.

Teltowkanal und Colditzbrücke

Der Teltowkanal sollte Oder und Elbe verbinden und die überlasteten Wasserstraßen in der Stadt entlasten. Der erste Spatenstich war am 22. Dezember 1900, eingeweiht wurde er am 2. Juni 1906. Er ist 37,8 Kilometer lang, dafür wurden neun Eisenbahn- und 46 Straßenbrücken gebaut.

Weiter am Kanal kommt die Colditzbrücke von 1957 bis 1958. Sie hat vier parallele, ausgesteifte Bögen aus Beton. Ihre Vorgängerin, die Achenbachbrücke von 1904 bis 1906, wurde im April 1945 gesprengt. Beim Neubau blieben die alten Fundamente und die gemauerten Widerlager erhalten.

Hafen Tempelhof

Weiter am Kanal liegt der Hafen Tempelhof. Das rechteckige Becken ist von Kaimauern eingefasst. Der Hafen verband Schiff und Eisenbahn, an der Nordseite steht das Lagerhaus von 1906 bis 1908, ausgelegt für 14.000 Tonnen. Es wirkt mit Tuffsteinsockel, Fachwerkgiebeln und Mansarddach wie ein alter Speicher, ist aber ein Eisenbetonbau. Vier Portalkräne sind erhalten, aber außer Betrieb.

An der Ostseite des Beckens steht das ehemalige Werk der C. Lorenz AG von 1916 bis 1918. Karl Stodieck gliederte den Industriebau wie eine barocke Schlossanlage, mit breitem Mittelrisalit, zwei Seitenflügeln und Walmdach. Carl Lorenz hatte das Unternehmen 1880 gegründet. Im Ersten Weltkrieg lieferte es Fernmeldetechnik an das Heer, der Produktionsanstieg führte zur Verlagerung nach Tempelhof. 1958 ging die Firma in der Standard Elektrik Lorenz AG auf. 1990 und 1991 wurde das Haus zum Gewerbehof umgebaut. Vom Hafen ist es nicht weit zum Mariendorfer Damm, an dem das Ullsteinhaus steht.

Hafenbecken des Hafens Tempelhof am Teltowkanal mit Ausflugsschiff und Häuserzeile

Eigener Beitrag

Hafen Tempelhof

  • Architekt*in Christian Havestadt und Max Contag
  • Gebaut Hafen 1901 bis 1906, Lagerhaus 1906 bis 1908
  • Zustand erhalten, Lagerhaus seit 2009 Einkaufszentrum
  • Nächste Haltestelle U Ullsteinstraße (U6, ca. 350 m)
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Ullstein-Druckhaus

Das Ullstein-Druckhaus steht am Mariendorfer Damm 1 bis 3 und an der Ullsteinstraße. Eugen Schmohl baute es 1925 bis 1927 für die Ullstein AG. Es ist eine siebengeschossige Vierflügelanlage um einen Innenhof, in der nordwestlichen Hofecke steht ein 77 Meter hoher Turm. Ein Stahlbetonskelett trägt das Haus, verkleidet ist es mit Klinker. Die senkrechten Wandpfeiler wirken gotisch. Zur Ausstattung gehören Arbeiten von Wilhelm Gerstel. Die Eingangshalle wurde nach dem Krieg verbaut, die Figuren von Fritz Röll und die Keramikbrunnen von Josef Thorak sind nicht erhalten.

Das Signet des Verlags ist eine Eule, von Fritz Klimsch gestaltet, sie sitzt auf dem Dach. Gedruckt wurden hier Zeitschriften und Bücher, Redaktion und Verwaltung blieben im Stammhaus in der Kochstraße. Ich bin am Haus entlanggelaufen.

Die jüdische Familie Ullstein wurde 1934 enteignet und erhielt den Besitz 1952 zurück. Zwischen 1956 und 1960 ging die Aktienmehrheit an Axel Springer, 1966 verkaufte er das Haus. Bis 1985 wurden hier noch Zeitungen und Zeitschriften gedruckt. Ab 1986 wurde das Haus zum Gewerbestandort umgebaut, 1991 bis 1993 kam ein Erweiterungsbau dazu.

Innenhof des Ullstein-Druckhauses in Tempelhof mit Turm und Klinkerbauten ringsum

Eigener Beitrag

Ullsteinhaus

  • Architekt*in Eugen Schmohl
  • Gebaut 1925 bis 1927
  • Zustand erhalten, Gewerbestandort
  • Zugang Nicht öffentlich, von außen zu sehen
  • Nächste Haltestelle U Ullsteinstraße (U6, ca. 120 m)
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ufaFabrik

Hinter dem Ullsteinhaus läuft die Tour am Kanal entlang weiter nach Westen. Auf dem Gelände der ufaFabrik wurden von 1921 bis Mitte der 1970er Jahre Filme kopiert. Danach lag es brach, es gab Pläne, die Gebäude abzureißen. Im Juni 1979 nahm eine Gruppe das leere Gelände von 18.566 Quadratmetern wieder in Betrieb. Die Bezirkschronik verzeichnet 1979 die friedliche Besetzung durch die Kommune.

Daraus wurde ein selbstverwaltetes Wohn-, Arbeits- und Kulturprojekt, heute das Internationale Kulturcentrum ufaFabrik.

Siedlung Attilahöhe

Gleich dahinter beginnt die Siedlung Attilahöhe. Der Weg führt hier ein Stück durch die Straßen der Anlage. Sie entstand 1928 bis 1930 für den Berliner Spar- und Bauverein. Bruno Taut und Franz Hoffmann entwarfen den nordöstlichen Block, Otto Rudolf Salvisberg die Blöcke an der Wittekindstraße.

Von fünf Baublöcken stehen vier unter Denkmalschutz. Zu Tauts Teil gehört ein viergeschossiges Wasch- und Heizhaus mit fünf gestaffelten Schornsteinen. In den 1950er Jahren ergänzte Hans Hoffmann Zeilenbauten mit großen Glasfassaden und offenen Treppenhäusern.

Glaubenskirche und Reform-Realgymnasium

Von dort geht es nach Norden und dann nach Osten zur Glaubenskirche an der Friedrich-Franz-Straße. Köhler & Kranz bauten sie 1913 bis 1915, weil die Dorfkirche für die stark gewachsene Gemeinde nicht mehr reichte. Es ist eine dreischiffige Hallenkirche mit einem rund 50 Meter hohen Turm. Die Fenster, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, wurden 1951 und 1952 ersetzt. Pfarrhäuser und Gemeindehaus am Vorhof kamen erst 1928 bis 1930 dazu, nach Plänen von Bruno Noack und Ludwig Antz.

Im Vorhof steht ein Ehrenmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs von 1922, das 1953 an seinen heutigen Platz versetzt wurde. Direkt daneben liegt an der Kaiserin-Augusta-Straße das Reform-Realgymnasium, ebenfalls von Köhler & Kranz, 1910 bis 1911. Der Haupttrakt hat Turnhalle und Aula, über dem Treppenhaus erhebt sich ein Turm. Der Pausenhof hat einen Brunnen mit Tierreliefs. 1945 zog das Askanische Gymnasium in das Gebäude ein.

Wohnhofanlage Alt-Tempelhof

Weiter nach Norden liegt an der Straße Alt-Tempelhof die Wohnhofanlage von Paul Kolb, 1905 bis 1907. Der Berliner Spar- und Bauverein ließ sie mit 243 Ein- und Zweizimmerwohnungen für Arbeiter bauen. Die verputzten Fassaden haben Giebel, Balkone und Loggien, die grünen Höfe waren zur Erholung gedacht.

Der Verein hatte die Anlage schon 1901 geplant, für Mitglieder, die in den Eisenbahnwerkstätten und in der Schultheiss-Brauerei arbeiteten. Die Gemeinde Tempelhof verweigerte zunächst die Baugenehmigung, nach langen Streitigkeiten wurde sie 1905 erteilt.

Durch Schöneberg und Kreuzberg

Dann läuft die Tour in einem langen Bogen nach Norden und kommt durch Schöneberg und Kreuzberg. Dazu gehört die frühere Schultheiss-Malzfabrik an der Bessemerstraße in Schöneberg, deren alte Mälzerei von 1914 bis 1917 als sechsgeschossiger Backsteinbau entstand. Wieder in Tempelhof ist die Tour am Platz der Luftbrücke.

Platz der Luftbrücke

Der Platz der Luftbrücke wurde 1949 bis 1951 vom Gartenbauamt Tempelhof neu gestaltet. Auf ihm steht das Denkmal für die Opfer der Luftbrücke, 1951 eingeweiht. Im Volksmund heißt es Hungerharke. Zum Ensemble gehören außerdem das Kino Columbia und die Columbia-Sporthalle am Columbiadamm, das Kino entstand um 1950, die Halle 1951.

Vor dem Flughafengebäude liegt außerdem der Adlerkopf, der Rest des Adlers, der 1962 abgebaut wurde. Von hier aus beginnt die Front des Gebäudes, an der ich lange entlanggelaufen bin.

Flughafen Tempelhof

Den Flughafen baute Ernst Sagebiel von 1935 bis 1939 für das Reichsluftfahrtministerium, geplant war ein Weltflughafen. Die Anlage ist auf das Kreuzbergdenkmal ausgerichtet. Zur Stadt hin gibt sie sich monumental und klassizistisch vereinfacht, zum Flugfeld hin ist sie eine Konstruktion aus Stahl und Beton. Der Flugsteig hat ein weit auskragendes Stahldach, die geplanten Dachtribünen wurden nie fertig.

Das alte Empfangsgebäude von 1925 bis 1929, entworfen von Paul und Klaus Engler, stand auf dem heutigen Rollfeld. Den Neubau gaben die Amerikaner 1951 für den zivilen Verkehr frei, 1962 waren die unfertigen Räume ausgebaut. Ich bin an der Front und an der Westseite des Gebäudes entlanggelaufen, bis zum Bahnhof Tempelhof.

Zur Gesamtanlage gehören außer dem Gebäude auch Vorfeld, Landebahnen und Radarturm. Der Radarturm von 1982 wurde im Auftrag der US Air Force gebaut und steht am Columbiadamm.

Fassade des ehemaligen Flughafengebäudes Tempelhof mit Schriftzug Zentralflughafen

Eigener Beitrag

Flughafen Tempelhof

  • Architekt*in Ernst Sagebiel
  • Gebaut ab 1936, unvollendet, Ausbau bis 1962
  • Zustand erhalten, Flugbetrieb seit 2008 eingestellt
  • Zugang Besucherzentrum CHECK-IN Mittwoch bis Montag 10 bis 17 Uhr, Eintritt frei (laut Betreiber, Oktober 2026)
  • Nächste Haltestelle U Platz der Luftbrücke (U6, ca. 360 m)
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S- und U-Bahnhof Tempelhof

Am Tempelhofer Damm 108 und 110 liegt die Gesamtanlage des S- und U-Bahnhofs Tempelhof. Alfred Grenander entwarf sie, gebaut wurde 1895 bis 1896, 1905 und 1927 bis 1931. Hier verlässt die Tour den Damm und biegt auf das Feld ab.

Tempelhofer Feld

Vom Bahnhof bin ich durch den Südteil des Tempelhofer Feldes nach Osten gelaufen, bis zum Ausgangspunkt. Von 1827 bis 1918 war es Exerzierplatz. Nach der Schließung des Flughafens 2008 wurde es 2010 für Erholung und Freizeit geöffnet.

Ein ähnliches Stück quer über das Feld läuft auch Teil 1 des S-Bahn-Rings, von der Hermannstraße zum Bahnhof Tempelhof und weiter zum Südkreuz.

Dorfkirche Tempelhof

Zwei Orte liegen abseits der Route. Gut 200 Meter entfernt steht die Dorfkirche an der Parkstraße 5, außerhalb des alten Dorfangers. Es ist eine Apsissaalkirche aus Feldsteinen, die wohl im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts entstand, mit einem Westturm mit Fachwerkaufbau.

Bomben zerstörten sie 1943 und 1944 bis auf die Umfassungsmauern. Erhalten sind im Inneren unter anderem Buntglasfenster von Paul Ohnesorge von 1956 und der Katharinenaltar, eine Kopie nach Lucas Cranach von 1596. Beim Wiederaufbau 1954 bis 1956 unter Wolfram Konwiarz wurde bewusst darauf verzichtet, den alten Zustand nachzubauen. Die Fenster wurden kleiner, eine neue Holzbalkendecke kam hinein, der Turm wurde neu gestaltet.

Columbia-Haus

Gut 300 Meter von der Route entfernt steht am Columbiadamm das Mahnmal für das KZ Columbia-Haus. Der eigene Beitrag Mahnmal KZ Columbia-Haus: Stahlhaus am Columbiadamm beschreibt es.

Meine Tour

Die Tour ist 21,9 Kilometer lang, die Gehzeit betrug gut viereinhalb Stunden. Sie beginnt und endet im Osten des Ortsteils an der Eschersheimer Straße. Zuerst geht es durch das Gewerbegebiet an Oberlandstraße und Teilestraße zum Teltowkanal und am Hafen und am Ullsteinhaus vorbei. Danach folgen die ufaFabrik, die Siedlung Attilahöhe, die Glaubenskirche und die Wohnhofanlage am Alt-Tempelhof. Im Norden führt der Weg durch Schöneberg und Kreuzberg zum Platz der Luftbrücke und an der Front des Flughafens entlang. Vom Bahnhof Tempelhof aus geht es über das Tempelhofer Feld zurück zum Start.

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Am Wegesrand

Zweimal Bruno Taut. Bruno Taut hat in Tempelhof mehr gebaut als die Siedlung Attilahöhe. Die Dampfwaschwerke Reibedanz an der Teilestraße 23 entstanden 1911 bis 1912 mit Franz Hoffmann. Die gelben und schwarzen Klinkerfassaden bilden ein Wandrelief, das Haus gilt als eines der frühen expressionistischen Bauwerke Deutschlands.

Ohne Genehmigung abgerissen. Das Baugeschäft Hermann Raebel ließ sich 1907 an der Teilestraße nieder. Die reich dekorierten Backsteinbauten der Firma wurden 1990 ohne Genehmigung abgerissen. Erhalten sind ein Lagergebäude von 1910 bis 1912 mit Zinnengiebeln und eine Lagerhalle von 1923 bis 1925.

Vom Saal zum Supermarkt. Das Tivoli an der Friedrich-Karl-Straße war ein Saalbau mit Restaurant und öffnete im Mai 1895. 1911 wurde es zum Kino, 1968 zum Supermarkt mit abgehängter Decke. Die Stuckfelder und eine Wandmalerei mit spielenden Putten sind erhalten, die Restaurierung war 2002 und 2003.

Der Kanal war im Westen zu. Die Einfahrt des Hafens wurde 1962 verbreitert, weil der westliche Teil des Teltowkanals auf DDR-Gebiet für den Schiffsverkehr gesperrt war.

Luftschiff ohne Glück. 1897 verunglückte das Luftschiff des Konstrukteurs Friedrich Hermann Wölfert bei einem Flug vom Tempelhofer Feld aus. Wölfert und sein Mechaniker starben, auch die Bezirkschronik hält den Unfall fest.

Fußball auf dem Feld. Der BFC Germania wurde am 15. April 1888 von den Brüdern Jestram gegründet, darunter Paul. Er gilt als ältester heute noch bestehender Fußballverein Deutschlands. Weil es noch keine eigenen Sportplätze gab, spielte der Verein zunächst auf dem Tempelhofer Feld.

Gut zu wissen

Mit der Bahn: An der Tour liegen die U-Bahnhöfe Ullsteinstraße und Alt-Tempelhof (U6) sowie die S-Bahnhöfe Attilastraße und Tempelhof (S41, S42). Der S- und U-Bahnhof Tempelhof liegt am Tempelhofer Damm.

Mehr auf dieser Seite: Der Beitrag Britz-Buckower-Weg beschreibt den Grünen Hauptweg 10, der am U-Bahnhof Alt-Tempelhof beginnt. Er führt durch den Franckepark und quert den Teltowkanal, das Ullsteinhaus liegt etwas abseits davon. Das Mahnmal für das KZ Columbia-Haus hat einen eigenen Beitrag: Mahnmal KZ Columbia-Haus. Eine zweite Tour über das Feld ist Teil 1 des S-Bahn-Rings. Allgemeine Seiten zu den Wegen sind Berliner S-Bahn-Ring und Grüne Hauptwege.

Von Tempelhof aus weiter

6 Ortsteile grenzen an, mit Richtung und Entfernung von Mitte zu Mitte.

Kreuzberg3,5 km im Norden · Beitrag folgt
Neukölln3,6 km im Osten · Beitrag folgt
Britz4,0 km im Südosten · Beitrag folgt
Mariendorf3,1 km im Süden
Steglitz4,1 km im Westen · Beitrag folgt
Schöneberg2,9 km im Nordwesten · Beitrag folgt

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