Der Fernsehturm am Alexanderplatz, eröffnet 1969.
Der Fernsehturm steht gleich neben dem Bahnhof Alexanderplatz im Ortsteil Mitte. Mit 368 Metern ist er das höchste Bauwerk Deutschlands. Gebaut wurde er von 1965 bis 1969, eröffnet zum 20. Jahrestag der DDR.
Erst in den Müggelbergen
Zuerst sollte der Turm gar nicht in der Innenstadt stehen. In den 1950er Jahren wurden in den Müggelbergen in Köpenick schon Grundmauern gelegt. Der Plan scheiterte, weil der Turm die Anflugschneise zum Flughafen Schönefeld gestört hätte. Drei Millionen Ostmark waren da bereits verbaut. Den neuen Standort am Alexanderplatz legte Walter Ulbricht fest.
Der Turm sollte die Hauptstadt zuverlässig mit Ost-Fernsehen und UKW-Rundfunk versorgen. Zugleich war er als Hochpunkt der Karl-Marx-Allee gedacht, und er gilt bis heute als Schaustück der technischen Leistungsfähigkeit der DDR. Wer ihn entworfen hat, ist umstritten. Genannt werden Hermann Henselmann, Fritz Dieter, Günter Franke und Gerhard Kosel.
Um den Turm herum sollte eine Krone aus Hochhäusern die Innenstadt einfassen. Im Süden wurde das auf der Fischerinsel und einige Jahre später an der Leipziger Straße gebaut. Die Nordseite blieb unvollendet, nur die Hochhäuser am Platz der Vereinten Nationen deuten sie an.
Die Kugel
Eröffnet wurde der Turm am 3. Oktober 1969. Die Kugel hat 32 Meter Durchmesser und sieben Etagen, zwei davon sind öffentlich. Darin sitzen die Sendetechnik, die Aussichtsetage auf 203 Metern und darüber ein Restaurant, das sich langsam dreht. Die Außenhülle besteht aus flachen Pyramiden. Bei Sonnenschein zeigt sich auf der Kugel ein großes Kreuz. Im Westen hieß das spöttisch „die Rache des Papstes“.
Das Restaurant war nicht der Grund für den Bau. Gebraucht wurde der Turm vor allem als hoher Träger für Richtfunkantennen. Nach der Wende ließ die Telekom den Turm auf seine heutigen 368 Meter aufstocken. Bis 2004 kamen 42 Millionen Besucher*innen, allein das Drehrestaurant hatte damals über eine Million Gäste im Jahr. Bei klarer Sicht reicht der Blick laut Berliner Zeitung bis zur Cargolifter-Halle in Brand, rund 75 Kilometer weit.
Am Fuß des Turms
Die Gestalt des Turms ist bis heute weitgehend erhalten, er gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Berlins. Mit dem Aufzug geht es zur Aussichtsetage, rund 40 Sekunden dauert die Fahrt. Oben gibt es 60 große Panoramafenster und fest eingebaute Ferngläser. Das Restaurant eine Etage darüber heißt heute „Sphere“.
Auf meiner Runde bin ich vom Roten Rathaus aus am Turm vorbei zum Alexanderplatz gelaufen. Von dort sind es nur ein paar Schritte zur Weltzeituhr.
Steckbrief
Architekt*in
Hermann Henselmann, Fritz Dieter, Günter Franke und Gerhard Kosel (Urheberschaft umstritten)
Ort
Panoramastraße 1A, am Alexanderplatz, Mitte
Gebaut
1965 bis 1969, eröffnet am 3. Oktober 1969
Zustand
Sendeturm mit Aussichtsetage und Drehrestaurant, Gestalt weitgehend erhalten
Zugang
Aussichtsetage und Restaurant gegen Eintritt, mit dem Aufzug
Nächste Haltestelle
S+U Alexanderplatz/Gontardstraße (ca. 100 m), Spandauer Straße/Marienkirche (ca. 200 m), Rotes Rathaus (ca. 250 m)
Am Weg
Ich bin hier auf meiner Runde durch Mitte vorbeigekommen: Mitte.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Weitere Orte im Bezirk Mitte: die Weltzeituhr und das Rote Rathaus. Alle sechs Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Mitte.
