Tour in Mecklenburg-Vorpommern · Alle Touren und Wege
Diese Rundtour beginnt und endet am Hauptbahnhof Stralsund. Auf 14 Kilometern geht es durch die Altstadt, um den Frankenteich, über die Hafeninsel und an der Sundpromenade entlang bis zum Strandbad. Zurück führt der Weg durch die Kniepervorstadt und an den Stadtteichen vorbei.
Ich bin die Runde am 24. Mai 2022 gelaufen. Auf den Tag genau 652 Jahre vorher, am 24. Mai 1370, wurde hier der Stralsunder Frieden geschlossen.
Inhalt dieser Tour
Steckbrief
Strecke
14 km
Gehzeit
2:49 h
Art
Rundtour
Start
Stralsund Hauptbahnhof
Ziel
Stralsund Hauptbahnhof
ÖPNV
RE 3 und RE 5 aus Berlin
Untergrund
Straßen und Plätze in der Altstadt, befestigte Wege an den Teichen und am Sund
Einkehr
in der Altstadt, am Hafen und an der Sundpromenade
- Mit der Bahn erreichbar
- Einkehr am Weg
- Badestelle
- Abkürzbar
Gelaufen am 24. Mai 2022
Streckenband
- Kilometer 0HauptbahnhofStart · Zug
- Kilometer 1,11Kütertor und KatharinenklosterMuseumshaus in der Mönchstraße
- Kilometer 1,82St. MarienNeuer Markt
- Kilometer 2,53FrankenteichWulflamufer
- Kilometer 4,34Stadion der FreundschaftTSV 1860 Stralsund
- Kilometer 5,45St. JakobiHeilgeistspital
- Kilometer 6,46HafeninselSpeicher, OZEANEUM, Gorch Fock I
- Kilometer 7,87Alter MarktRathaus, St. Nikolai
- Kilometer 9,28SundpromenadeSchloss am Sund, Thälmann-Denkmal
- Kilometer 10,39StrandbadWendepunkt
- Kilometer 12,310Knieperteich und MoorteichRückweg an den Teichen
- Kilometer 14HauptbahnhofZiel · Zug
Darum lohnt sich die Tour
- Start und Ziel ist der Hauptbahnhof, du kommst mit dem Zug hin und zurück.
- Du kommst an beiden Märkten der Altstadt vorbei, am Neuen Markt mit St. Marien und am Alten Markt mit Rathaus und St. Nikolai.
- Auf der Hafeninsel liegt die Gorch Fock I, ein Segelschiff, das 1945 im Strelasund versenkt wurde und später unter sowjetischer Flagge fuhr.
- An der Sundpromenade läufst du am Strelasund entlang bis zum Strandbad.
Anreise
Hin
Aus Berlin mit dem RE 3 über Angermünde und Greifswald oder mit dem RE 5 über Neustrelitz bis Stralsund Hauptbahnhof.
Zurück
Ab Stralsund Hauptbahnhof mit denselben Linien.
Abkürzen
Vom Alten Markt direkt zurück zum Bahnhof. Dann sind es gut 9 Kilometer, ohne Sundpromenade und Teiche.
Vom Hauptbahnhof fahren auch die Züge nach Rügen, zum Beispiel nach Binz. Dort beginnt meine Tour von Binz nach Göhren und zurück.
Die Route
Vom Bahnhof in die westliche Altstadt
Stralsund hat seit 1863 einen Bahnhof. Das heutige Empfangsgebäude aus Backstein wurde 1903 bis 1905 gebaut. In der Halle hängt ein großes Gemälde des Stralsunder Malers Erich Kliefert aus den 1930er-Jahren, es zeigt Stralsund und Rügen von oben.

Vom Bahnhof geht es auf dem Tribseer Damm zwischen den Stadtteichen auf die Altstadt zu. Nach gut einem Kilometer bin ich am Kütertor. Es ist eins von zwei Stadttoren, die noch stehen, und war zeitweise ein Gefängnis.

Gleich dahinter beginnt die Mönchstraße. Das Katharinenkloster entstand um die Mitte des 13. Jahrhunderts als Kloster der Dominikaner, heute sind dort Museen untergebracht. Das MEERESMUSEUM im Kloster war im Mai 2022 wegen eines großen Umbaus geschlossen. Ob es offen hat, steht auf der Seite des Museums.
Ein paar Häuser weiter, in der Mönchstraße 38, steht das Museumshaus. Das Krämerhaus stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert. Hier wurde gewohnt, gelagert und verkauft, und im Haus ist noch das alte Rad erhalten, mit dem Lasten nach oben gezogen wurden.
Neuer Markt und St. Marien
Der Turm von St. Marien am Neuen Markt trug früher einen gotischen Spitzhelm und war damit rund 150 Meter hoch. 1647 zerstörte ein Blitz die Spitze. Die heutige barocke Haube stammt von 1708, mit ihr ist der Turm 104 Meter hoch. Bis oben sind es 366 Stufen. Gebaut wurde die Kirche in ihrer heutigen Form von 1384 bis 1478. Drinnen steht eine Barockorgel, die Friedrich Stellwagen aus Lübeck 1659 gebaut hat.
1765 begann in Stralsund die Herstellung von Spielkarten. 1931 gingen die Stralsunder und die Altenburger Kartenmacher zusammen, unter dem Namen ASS.


Am Frankenteich
Vom Neuen Markt bin ich nach Süden aus der Altstadt hinaus und in einem großen Bogen um den Frankenteich gelaufen. Die Parkanlage am Wulflamufer hat Hans Winter 1926/27 gestaltet, damals Gartenbauinspektor der Stadt. Von ihm stammt auch die Sundpromenade, die später auf der Runde kommt.

Am Frankenteich kam ich an einem Wandbild in den Farben von Hansa Rostock vorbei. Auf der Wand stehen drei Spieler mit den Namen Beinlich, Arvidsson und Max, dazu der Schriftzug „Heros“. Wandbilder werden übermalt oder verschwinden mit dem Haus, kann sein, dass die Wand heute anders aussieht.

Auf der anderen Seite des Teichs, am Frankendamm, liegt das Stadion der Freundschaft. Hier spielt der TSV 1860 Stralsund. Der Zaun um das Stadion hat eine eigene Geschichte: Er musste laut Stadt Stralsund bis zum 29. Juni 1984 fertig sein. An dem Tag übernachtete der schwedische Ministerpräsident Olof Palme im Hotel Baltic gegenüber, und die Stadt wurde entlang seiner Strecke herausgeputzt. 2025 haben Freiwillige angefangen, ihn neu zu streichen.

Danach geht es zurück in die Altstadt.
St. Jakobi und das Heilgeistspital
St. Jakobi ist die jüngste der drei großen Pfarrkirchen, erwähnt wird sie zuerst 1303. Beim Luftangriff am 6. Oktober 1944 wurde sie schwer beschädigt. Heute ist sie eine Kulturkirche für Konzerte und Veranstaltungen.

Alte, kranke und pflegebedürftige Menschen wurden im Heilgeistspital kurz vor dem Hafen versorgt. Ein Spital zum Heiligen Geist gab es in Stralsund schon 1256, damals an anderer Stelle. Im 14. Jahrhundert zog es hierher.
Der älteste Teil der Anlage ist die kleine Heilgeistkirche vom Anfang des 15. Jahrhunderts. Um 1645 kamen zwei lange, zweigeschossige Häuser für Alte und Kranke dazu, der sogenannte Kirchgang. Dahinter stehen kleine Fachwerkhäuser. Nach der Wende wurde alles wieder aufgebaut, heute sind dort Wohnungen.


Auf der Hafeninsel
Die Hafeninsel wurde im 19. Jahrhundert mit Kanälen und Kaimauern ausgebaut. Die großen Speicher stammen nicht aus der Hansezeit, sondern aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Zwischen ihnen steht das OZEANEUM von Behnisch Architekten, 2008 fertig geworden.
An der Fährbrücke liegt die Gorch Fock I. Das Segelschiff wurde 1933 bei Blohm + Voss in Hamburg gebaut, 1945 im Strelasund versenkt und 1947 wieder gehoben. Danach fuhr es als sowjetisches Ausbildungsschiff unter dem Namen Towarischtsch. 2003 kam es nach Stralsund zurück.

Auf dem Weg zum Kniepertor steht ein Stück abseits an der Seestraße ein Verwaltungsbau von 1955, heute das Hotel Hafenresidenz. Für ihn verschwand ein Spielplatz am sogenannten Nassen Dreieck, der zur Sundpromenade gehörte.
Vom Kniepertor zum Alten Markt
Das Kniepertor ist das zweite erhaltene Stadttor, zuerst erwähnt 1293. Gleich daneben liegt das Johanniskloster, 1254 von Franziskanern gegründet. Am Anfang der Runde ging es am Kloster der Dominikaner vorbei, hier ist es das der Franziskaner.
Nach der Reformation übernahm die Stadt das Kloster und richtete ein Armenhaus ein. 1624 brannte die Klosterkirche aus. Sie wurde nicht wieder aufgebaut, nur der Chor wurde als kleine Kirche hergerichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage schwer getroffen. Ab 1963 zog in die wieder aufgebauten Klostergebäude das Stadtarchiv.

In der Fährstraße 23 wurde der Apotheker und Chemiker Carl Wilhelm Scheele geboren. Er forschte später über den Sauerstoff, seine Ergebnisse erschienen aber erst 1777. Da hatte Joseph Priestley seine Versuche schon veröffentlicht.
Am Alten Markt steht das Rathaus mit seiner hohen Schaufassade aus Backstein. Gebaut wurde es ab etwa 1300, über den Fenstern der Marktseite hängen die Wappen anderer Hansestädte. Das Wulflamhaus gegenüber gehörte der Bürgermeisterfamilie Wulflam, sein Giebel ist mit der Rathausfassade verwandt. Aus der Schwedenzeit stammt das Commandantenhus, die frühere schwedische Kommandantur aus dem 18. Jahrhundert.

Durch einen Gang im Rathaus kommst du zum Westportal von St. Nikolai. Über der Tür steht ein Vers aus Psalm 84: „Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar.“ Nikolai ist die älteste der drei Pfarrkirchen, im Stadtbuch steht sie zuerst 1276. Ihre Turmhelme verbrannten 1662. Danach bekam der Südturm 1667 die barocke Haube, der Nordturm nur ein Notdach. In der Kirche steht eine astronomische Uhr von 1394.



An der Sundpromenade zum Strandbad
Vom Alten Markt geht es nach Norden aus der Altstadt, an der Schillanlage vorbei in die Kniepervorstadt. Nachdem die Festungswerke ab 1873 aufgegeben wurden, entstand hier eine Villengegend zwischen Strelasund, Knieperteich und Brunnenaue.
An der Gerhart-Hauptmann-Straße, kurz vor dem Wasser, steht das sogenannte Schloss am Sund, mit Zinnen wie eine Burg. Es war das Gebäude einer Brauerei, der Schlossbrauerei. Heute wird darin gewohnt.

An der Promenade steht das Ernst-Thälmann-Denkmal. Walter Arnold hat die Bronzefigur 1962 geschaffen. Für den Denkmalplatz wurde damals ein Schmuckplatz der alten Promenade aufgegeben.
Die Promenade selbst entstand ab 1927/28 nach Plänen von Hans Winter, zum Teil als Notstandsarbeit in der Weimarer Republik. Sie zieht sich in einem weiten Bogen am Strelasund entlang bis zur Badeanstalt, die 1922 bis 1925 gebaut wurde. Nördlich davon wurde der Strand 2010/11 neu aufgespült und mit Buhnen gesichert. Am Strandbad bin ich umgekehrt.
An den Teichen zurück
Zurück geht es durch die Kniepervorstadt. Die Brunnenaue gilt als älteste öffentlich gestaltete Parkanlage der Stadt. Im 19. Jahrhundert gab es dort einen Turnplatz.
Auf dem Damm der Friedrich-Engels-Straße liegt links der Knieperteich und rechts der Moorteich. Die Stadtteiche entstanden im 13. Jahrhundert als Teil der Verteidigung und schließen die Altstadt zur Landseite ein. Ihr Wasser war auch Trink- und Löschwasser und trieb Mühlen an. Als die Festung ab 1873 aufgegeben wurde, wurden die Wälle zu Promenaden, und mit neuen Dämmen entstanden Franken- und Knieperteich in ihrer heutigen Form.
Der Moorteich liegt in einer Rinne aus der Eiszeit, unter dem Wasser liegt bis zu sieben Meter Torf. An seinem Westende beschloss die Stadt 1899 einen Stadtwald, auf den feuchten Wiesen wurden vor allem Erlen gepflanzt. Am Moorteich entlang geht es zurück zum Hauptbahnhof.

Gut zu wissen
- Untergrund: In der Altstadt Straßen und Plätze, an den Teichen und an der Sundpromenade befestigte Wege.
- Einkehr: In der Altstadt und am Hafen gibt es viele Cafés und Restaurants, an der Sundpromenade die Gaststätte Ventspils.
- Baden: Am Wendepunkt liegt das Strandbad.
- Besichtigungen: Für OZEANEUM, Museumshaus, Gorch Fock I und St. Nikolai vorher die Öffnungszeiten nachsehen.
Fazit
Auf 14 Kilometern liegen die beiden Märkte mit ihren Kirchen, der Hafen mit Speichern und Gorch Fock I und viel Wasser, vom Frankenteich über den Strelasund bis zum Moorteich. Weil Start und Ziel am Bahnhof liegen, ist die Anreise einfach.
Mehr Touren aus der Region findest du unter Mecklenburg-Vorpommern.
Weitere Touren
-

Von Sassnitz zum Königsstuhl durch den Nationalpark Jasmund
20,6 km · 4:24 h · Einstieg Sassnitz (RE 9). Am Strand unter der Kreideküste und auf dem…
-

Von Binz über Prora nach Sassnitz auf Rügen
23,6 km · 4:53 h · Einstieg Bahnhof Ostseebad Binz (RE 9). Durch Binz und an Prora entlang,…
-

Von Lauterbach über Putbus nach Bergen auf Rügen
17,5 km · 3:30 h · Einstieg Bahnhof Lauterbach Mole (RB 26). Vom Badehaus Goor am Bodden durch…
