Tour in Brandenburg · Alle Touren und Wege
Wünsdorf-Waldstadt und Zossen sind benachbarte Bahnhöfe in Brandenburg, südlich von Berlin. Diese Tour verbindet sie in einem Bogen von 26,3 Kilometern, der im Westen bis zu den Gipsbrüchen von Sperenberg reicht. Zurück geht es an alten Ziegeleien in Klausdorf vorbei und am Mellensee und am Nottekanal entlang. Hin und zurück fährst du mit dem RE 8.
Gelaufen bin ich die Tour am 15. Januar 2022, einem Samstag.
Inhalt dieser Tour
Steckbrief
Strecke
26,3 km
Gehzeit
5:11 h
Art
Streckentour, einfach
Start
Bahnhof Wünsdorf-Waldstadt
Ziel
Bahnhof Zossen
ÖPNV
RE 8 zum Start und ab dem Ziel
Untergrund
Feldwege, sandige Waldwege, Uferwege am Kanal, Straßen in den Orten
- Mit der Bahn erreichbar
- Badestelle
Gelaufen am 15. Januar 2022
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Streckenband
- Kilometer 0Bahnhof Wünsdorf-WaldstadtStart · RE 8
- Kilometer 1,31Dorfkirche Wünsdorf
- Kilometer 2,22Großer Wünsdorfer SeeBadestelle
- Kilometer 10,83Gipsberg mit Aussichtsturm
- Kilometer 11,84Sperenberg
- Kilometer 16,55Ringofen Klausdorf
- Kilometer 17,76Mellensee
- Kilometer 20,57Schleuse Mellenseeab hier am Nottekanal
- Kilometer 24,68Kalkschachtöfen Zossen
- Kilometer 25,39Dreifaltigkeitskirche und Schloss
- Kilometer 26,3Bahnhof ZossenZiel · RE 8
Darum lohnt sich die Tour
- Die Gipsbrüche von Sperenberg sind heute Seen in einem Naturschutzgebiet, daneben steht ein Aussichtsturm auf dem Gipsberg.
- In Sperenberg wurde bis 1871 ein Loch gebohrt, das 15 Jahre lang das tiefste der Erde war.
- In Klausdorf stehen Reste der Ziegeleien, in Zossen zwei hohe Kalköfen aus Backstein.
- Gut vier Kilometer läufst du am Nottekanal entlang, vorher ein Stück am Mellensee.
Anreise
Hin
RE 8 ab Berlin Hbf oder Südkreuz bis Wünsdorf-Waldstadt
Zurück
RE 8 ab Zossen nach Berlin
Takt
RE 8 stündlich
Hinweis
Die RB 24 fährt derzeit nicht bis Zossen und Wünsdorf-Waldstadt, bis das neue Stellwerk Zossen fertig ist.
Wünsdorf-Waldstadt ist die nächste Station hinter Zossen. Du fährst also am Ziel vorbei und läufst in einem großen Bogen zurück. Verbindungen findest du in der Fahrinfo des VBB.
Die Route
Der Weg führt erst durch das alte Dorf Wünsdorf und am Großen Wünsdorfer See vorbei, dann über Felder und durch Kiefernwald nach Westen. In Sperenberg, nach knapp zwölf Kilometern, dreht er nach Norden und kommt über Klausdorf an den Mellensee. Ab der Schleuse Mellensee bleibt er bis Zossen am Nottekanal.
Wünsdorf: Dorfkirche und See

Der Regionalzug nach Wünsdorf war an diesem Samstag fast leer, es war mitten in der Corona-Zeit.
Wünsdorf ist vor allem als Militärstandort bekannt. Ab 1906 entstand hier ein Truppenübungsplatz, nach 1945 übernahm die Rote Armee die Anlagen. Später saß in Wünsdorf das Oberkommando der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland, bis die Truppen 1994 abzogen. 1996 wurde auf dem früheren Militärgelände die Gemeinde Waldstadt gegründet, 1998 entstand in Wünsdorf die Bücherstadt. Der Weg führt vom Bahnhof aber gleich in den alten Dorfkern.
Dort steht nach gut einem Kilometer die Dorfkirche, gebaut von 1841 bis 1843 nach einem Brand im Jahr 1838. Kurz danach liegt der Große Wünsdorfer See am Weg, im alten Ortskern mit einer Badestelle. An diesem Januartag lag Dunst über dem Wasser. Bis ein Stück hinter dem See ist der Weg derselbe wie auf der Etappe 15 des 66-Seen-Wanderwegs, danach trennen sich die Routen.


Über Felder und durch Kiefernwald
Hinter dem See wird es ländlich. Ich bin auf einem Feldweg mit einer Spur aus Betonplatten unter einer Stromleitung durchgelaufen, danach kamen Äcker und Wiesen. Am Rand einer Wiese standen drei alte Landmaschinen, ein Stück weiter lagen Rundballen gestapelt.



Nach gut fünf Kilometern beginnt Kiefernwald. Die Wege waren breit und sandig, an einigen Stellen wuchs Moos zwischen den Stämmen.


Gipsbrüche und Gipsberg
Nach knapp zehn Kilometern kommst du an die alten Gipsbrüche von Sperenberg. Gips wurde hier wohl schon um 1250 gebrochen, die Mönche aus dem Kloster Zinna brauchten ihn für ihre Kirche. Ab 1904 arbeiteten in den Brüchen Arbeitskräfte aus dem Ausland, vor allem aus Italien. Bis 1958 wurde an der Südflanke des Gipsbergs abgebaut, mehrere Seen in den alten Gruben erinnern daran. Heute ist das Gelände ein Naturschutzgebiet.

In einem der Brüche lief von 1867 bis 1871 eine Tiefbohrung. Am Ende war das Loch 1.271,60 Meter tief und bis 1886 das tiefste der Erde. Mehr zur Bohrung steht im Beitrag zur Etappe 15.
Auf dem 79,8 Meter hohen Gipsberg steht ein Aussichtsturm, der Weg führt direkt daran vorbei. Von oben geht der Blick nach Süden über Sperenberg und den Krummen See.
Sperenberg
Vom Gipsberg ist es nur ein kurzes Stück bis in den Ort. Am 5. August 1856 brannte Sperenberg fast vollständig ab, beim Wiederaufbau blieb der alte Grundriss erhalten. In der Ortsmitte stehen das Gasthaus Zum alten Krug und die Dorfkirche von 1753. Theodor Fontane erwähnt den Ort 1898 in einer Zeile seines Gedichts „Land Gosen“.


Klausdorf und der Ringofen
Von Sperenberg geht es nach Nordosten bis Klausdorf am Südufer des Mellensees. Am See und am Nottekanal lagen früher viele Ziegeleien, für sie war der Kanal ein wichtiger Transportweg. Am Weg stehen noch die Backsteinreste einer Ziegelei mit Schornstein, ein paar hundert Meter weiter die Ruine eines Ringofens. Als ich dort war, war der Ofen mit Gras und Büschen überwachsen.


Am Mellensee und am Nottekanal
Hinter Klausdorf kommst du ans Ufer des Mellensees. An einem Steg stand eine Bank, daneben lagen Boote kieloben am Ufer. Danach geht es nach Norden bis ans Ende des Sees.


Dort liegt die Schleuse Mellensee, eine von drei Schleusen am Nottekanal. Sie verbindet den Kanal mit dem See, 1864 war der Kanal fertig. Heute fahren hier vor allem Sportboote. Von der Schleuse an läufst du gut vier Kilometer am Kanal entlang bis Zossen.

Zossen: Kalköfen, Kirche und Schloss
Am Oertelufer in Zossen stehen zwei Kalkschachtöfen aus Backstein, etwa 18 und 21 Meter hoch. Sie gehörten zur Kalkbrennerei und Cementfalzstein-Fabrik von Franz Oertel, gebrannt wurde Kalkstein aus Rüdersdorf. Ein Stück weiter hat der Verein Kulturkraftwerk sein Haus, ein altes Umspannwerk am Kanal. Bevor er 2002 dort einzog, war der Verein eine Zeit lang mit einem Zelt unterwegs, das er den abziehenden sowjetischen Truppen abgekauft hatte.
In der Altstadt steht die Dreifaltigkeitskirche, 1735 eingeweiht. Christoph Gottlieb Hedemann hat sie als Quersaalkirche geplant, eine Form, die in der Gegend selten ist. Nach einem Brand 1873 bekam der Saal die hölzerne Decke, die ihn bis heute prägt.
Ein paar Schritte weiter liegt das Schloss. Es geht auf eine Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert zurück, die 1641 von den Schweden zerstört wurde. Der Kern des Schlosses stammt aus der Zeit um 1600, von der Burg ist nur eine Bastion aus Backstein aus dem 16. Jahrhundert übrig.



Zossen hat außerdem einen Platz in der Eisenbahngeschichte. Auf der Militärbahn zwischen Marienfelde und Zossen fuhr im Oktober 1903 ein Versuchstriebwagen zum ersten Mal schneller als 200 km/h, bei den Versuchen wurden schließlich rund 210 km/h erreicht.
Vom Schloss ist es noch knapp ein Kilometer bis zum Bahnhof Zossen, wo die Tour endet.

Gut zu wissen
- Den Track findest du auf Komoot, danach orientierst du dich am besten.
- Mit 26,3 Kilometern ist die Tour lang. Unterwegs liegen nur Dörfer, ob dort etwas geöffnet hat, prüfst du am besten vorher. Nimm Wasser und Proviant mit.
- Die Badestelle am Großen Wünsdorfer See liegt gleich am Anfang, nach gut zwei Kilometern.
- Die Gipsbrüche sind Naturschutzgebiet. Bleib dort auf den Wegen.
- Die Dreifaltigkeitskirche in Zossen ist sonntags nach dem Gottesdienst offen, werktags nach Absprache mit dem Gemeindebüro.
Fazit
Die Tour ist lang, und zwischen Wünsdorf und Sperenberg liegen vor allem Felder und Kiefernwald. Ab Sperenberg geht es dann um Gips, Ziegel und Kalk, und dazu um den Kanal, über den die Ziegel abtransportiert wurden. Weil an beiden Enden der RE 8 hält, ist die Anreise einfach.
Mehr Touren aus der Region findest du unter Fläming, alle Brandenburger Touren stehen auf der Seite Wandern in Brandenburg.
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