Der Turm des Peter-Behrens-Baus, gebaut 1915 bis 1917.
Der Peter-Behrens-Bau steht an der Ostendstraße in Oberschöneweide, dort, wo die Wilhelminenhofstraße mit ihren Fabriken endet. Gebaut wurde er im Ersten Weltkrieg als Autowerk, danach entstanden hier Röhren, Fernsehtechnik und Bildröhren.
Ein Werk für Autos
Peter Behrens gehörte seit 1907 dem künstlerischen Beirat der AEG an. Für deren Nationale Automobil-Gesellschaft entwarf er ab 1913 ein neues Werk, gebaut wurde es von 1915 bis 1917. Ein fünfgeschossiger Bau umschließt eine zweischiffige Montagehalle. Im Turm liegt ein Lichthof, der über mehr als vier Geschosse reicht.
Der Turm ist laut Tagesspiegel 60 Meter hoch und war bei der Eröffnung 1917 das höchste Turmbauwerk Deutschlands. Auf der Baustelle arbeiteten nach Angaben von visitBerlin rund 1.000 Menschen, etwa die Hälfte davon Frauen. Von den 18 Aufzügen konnten vier schwere Lastwagen bis aufs Dach heben.
Röhren, Fernsehen, Bildröhren
1934 endete hier der Fahrzeugbau. Danach zogen Telefunken und die Röhrenfabrik der AEG ein. Laut Tagesspiegel sind für das Gelände aus dem Zweiten Weltkrieg keine Bombentreffer verzeichnet. Nach dem Krieg wurde daraus das Werk für Fernsehelektronik, 1992 übernahm Samsung und baute hier bis 2005 Bildröhren, bis Flachbildschirme sie verdrängten.
2010 verkaufte Samsung das Gelände, seit Mai 2019 entwickelt es die DIE AG. Unter dem Namen „Behrens-Ufer“ soll das Gelände neu genutzt werden, der Tagesspiegel nannte 2021 eine geplante Investition von über 1,1 Milliarden Euro. Zurzeit ist der Bau wegen des Umbaus geschlossen. Im Lichthof wurden Szenen der Serie „Babylon Berlin“ gedreht.
Die Villa nebenan
Ein paar Schritte weiter, an der Ostendstraße, steht die Villa, die 1913 und 1914 für den Direktor der Akkumulatorenfabrik gebaut wurde. Sie diente aber nie als Wohnhaus des Direktors, im Ersten Weltkrieg war sie ein Lazarett. Die Fabriken der AEG an der Wilhelminenhofstraße, vom Kraftwerk bis zum Kabelwerk, liegen gleich daneben.
Steckbrief
Architekt*in
Peter Behrens
Ort
Ostendstraße, Ecke Wilhelminenhofstraße, Oberschöneweide
Gebaut
1915 bis 1917, Entwurf ab 1913
Zustand
Baudenkmal, wegen Umbaus geschlossen
Zugang
nur von außen, das Gelände bleibt laut visitBerlin während des Umbaus zugänglich
Nächste Haltestelle
Rathenaustraße/HTW (ca. 260 m), Ostendstraße (ca. 330 m)
Am Weg
Ich bin hier auf meiner Runde durch Oberschöneweide vorbeigekommen: Oberschöneweide.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Weitere Orte in Treptow-Köpenick: der AEG-Giebel an den Rathenau-Hallen, das Erbbegräbnis Rathenau und die Bärenquell-Brauerei. Alle 15 Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Treptow-Köpenick.
