Das Mausoleum mit dem Soldaten, eingeweiht 1949.
Das Sowjetische Ehrenmal liegt mitten im Treptower Park in Alt-Treptow. Es ist Gedenkstätte und Friedhof zugleich: Hier liegen laut Landesdenkmalamt rund 4.800 gefallene sowjetische Soldaten. Die Anlage ist ein langer Weg von den Toren bis zu einem Grabhügel mit dem Soldaten, der ein Kind auf dem Arm trägt.
Vom Tor zum Grabhügel
Durch eines der beiden Granitportale kommst du in den Vorhof mit der sitzenden Mutter Heimat. Hinter ihr beginnt der Ehrenhain. An seinem Eingang stehen zwei steinerne Fahnen und zwei kniende Soldaten. Der Weg führt dann an den Gräberfeldern entlang, gesäumt von 16 Sarkophagen aus Kalkstein, einer für jede Sowjetrepublik. Ihre Reliefs zeigen Szenen aus dem Krieg.
Am Ende steht auf dem Hügel das Mausoleum. Darauf erhebt sich die elf Meter hohe Figur eines Soldaten, der ein deutsches Kind rettet. Gegossen wurde sie in Leningrad.
Wettbewerb und Bau
Nach einem Wettbewerb mit 52 Entwürfen baute ein Kollektiv um den Architekten Jakow Belopolski und den Bildhauer Jewgeni Wutschetitsch die Anlage, zum Entwurf gehörten laut Denkmaldatenbank auch Anatoli Gorpenko und Sarra Walerius. Gebaut wurde von Juni 1946 bis Mai 1949, rund 1.200 Arbeiter*innen waren beteiligt. Eingeweiht wurde das Ehrenmal am 8. Mai 1949, dem vierten Jahrestag des Kriegsendes. Die Bepflanzung übernahm der Gartenbaubetrieb Späth aus Baumschulenweg.
Das Ehrenmal liegt dort, wo Gustav Meyer beim Anlegen des Parks eine große Spielwiese vorgesehen hatte. Seine Büste musste für den Bau an eine andere Stelle im Park umziehen. Im Wachgebäude, in dem bis Anfang der 1960er Jahre die Wachmannschaft des Ehrenmals wohnte, ist seit 2002 eine Kita.
Nach 1990
Am 1. August 1994 verabschiedeten sich hier die russischen Truppen mit einer Parade. Im Zwei-plus-Vier-Vertrag hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, das Ehrenmal dauerhaft zu erhalten. Jede Änderung muss laut Landesdenkmalamt mit Russland abgestimmt werden, gepflegt wird die Anlage vom Land Berlin. Das Ehrenmal gehört zum Gartendenkmal Treptower Park.
Steckbrief
Architekt*in
Jakow Belopolski (Architekt), Jewgeni Wutschetitsch (Bildhauer), Anatoli Gorpenko und Sarra Walerius
Ort
Treptower Park, Zugang von der Puschkinallee, Alt-Treptow
Gebaut
1946 bis 1949, eingeweiht am 8. Mai 1949
Zustand
Gedenkstätte und Friedhof, Teil des Gartendenkmals Treptower Park
Zugang
frei zugänglich im Treptower Park
Nächste Haltestelle
Rethelstraße (ca. 270 m), Sowjetisches Ehrenmal (ca. 360 m), S-Bahnhof Treptower Park (ca. 1 km)
Am Weg
Ich bin hier auf meiner Runde durch Alt-Treptow vorbeigekommen: Alt-Treptow.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Weitere Orte in Treptow-Köpenick: die Gedenkstele für Chris Gueffroy und der Friedhof Baumschulenweg. Alle 15 Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Treptow-Köpenick.
